Wo macht der Staat eigentlich seine Schulden?!

Mittwoch 14. Mai 2008 von admin
Kategorie: Allgemein |
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An dieser Stelle schreibe ich gelegentlich über die Staatsverschuldung, die heute, Stand 9.53 Uhr, eine Höhe von 1.586.081.501.051 Euro erreicht hat (inklusive Gebietskörperschaften). Der Zuwachs beträgt gegenwärtig 474 Euro pro Sekunde!

In diesem Zusammenhang erreichte mich kürzlich die Frage eines Lesers unseres Newsletter – Personal-News: „Wo macht der Staat denn eigentlich seine Schulden. Können Sie das mal herausfinden?“

Kein Problem – und ein herzliches Dankeschön an die Redaktion von P.M. Fragen und Antworten, die mir die Zahlen noch einmal zur Verfügung gestellt hat. Also der Reihe nach:

Grundsätzlich ist jeder, der Geld übrig hat, als Gläubiger für Deutschland willkommen. Selbst Kleinanleger werden über die Bundeswertpapierverwaltung direkt angesprochen: Bundesschatzbriefe, Bundesobligationen und Finanzierungsschätze gibt es dort ab einer Mindesanalge von 50 Euro.

Die dicksten Kredite stammen aber aus anderen Quellen. Mitte 2004 stellten Banken aus dem In- und Ausland 525 Milliarden Euro. 539 Milliarden kamen von ausländischen Investoren, also „Heuschrecken“. Der Rest von Privatleuten, Versicherungen, Bausparkassen und Sozialversicherungen. Das Geld besorgen übrigens die 90 Mitarbeiter der „Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur“.

Am effektivsten ist der Verkauf von Anleihen die per Auktion in der „Bietergruppe Bundesemissionen“ angeboten werden. Das sind ca. 40 handverlesene Banken, unter anderem die Deutsche Bank, Morgan Stanley, Dresdner Bank und Merill Lynch sowie weitere Schwerkaliber der internationalen Finanzwelt.

Das jeweils beste Angebot bekommt den Zuschlag

Für die Banken ist das Ganze ein Bombengeschäft mit geringem Risiko. Sie kassieren neben den Zinsen noch satte Provisionen beim Weiterverkauf – denn nach der Emission werden die Anleihen an der Börse gehandelt.

Als Privatanleger gerate ich allerdings beim Kauf von Bundeswertpapieren in eine paradoxe Situation: Ich freue mich über den Zinszuwachs, während das Freibad um die Ecke schließt, weil der Staat so verschuldet ist. Aber was mache ich mir Sorgen um die Schulden. Die müssen meine Kinder irgendwann zurückzahlen. Wahrscheinlich durch höhere Steuern.

Übrigens: Stand 10.06 Uhr hat Deutschland laut Zins-Uhr des Bundes der Steuerzahler bereits 24.977.113.692 Euro Zinsen seit Jahresbeginn gezahlt. 2.153 Euro Zinsen pro Sekunde werden fällig.

Erinnern Sie sich an die Zahl von oben: 474 Euro pro Sekunde Neuverschuldung. Was heißt das? Die Neuverschuldung reicht nicht mal mehr aus, um die Zinslast zu decken …

2 Kommentare zu “Wo macht der Staat eigentlich seine Schulden?!”

  1. Von Stephan:

    Die aktuelle Verschuldung des Staats treibt mir nur noch Tränen in die Augen. Und jetzt helfen wir auch noch den USA, die die große Finanzkrise anleitet-ohne, dass wir ein tatsächliches Guthaben hätten, sodass wir einen Kredit vergeben könnten. Ich vergleiche ja ständig Kredite, zum Beispiel bei der Financial Times oder auch bei finanzinform.de , aber wer würde dem Staat wohl einen SO hohen Kredit geben, damit er sein Soll ausgleichen könnte? hehe

  2. Von Weihnachtsgeschenk:

    Es trifft doch immer die falschen… Klar, dass wir immer jeden helfen. Vielleicht liegt es an unserem Helfersyndrom hier in Deutschland.

 

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