Steins Blog

18. Juli 2008

Was macht die Arbeit in einem Unternehmen so frustrierend?

Am Nachmittag klingelt mein Telefon Sturm. Mein Freund Frank ist am Apparat. Er ist jetzt 43, Computer- und Netzwerkspezialist und hochgradig frustriert. „Wenn ich einen anderen Job finde, bin ich weg. Ich halte das in diesem Laden nicht mehr aus“, höre ich ihn am anderen Ender der Leitung stöhnen.

Diesen Satz höre ich allerdings nicht zum ersten Mal von ihm. Seit einigen Jahren will er eigentlich weg von seiner jetzigen Firma. Nur – er traut sich nicht so richtig. Mit Frau und 2 Kindern hat er schlichtweg Angst vor dem Schiffbruch, falls er den Arbeitgeber wechselt. Eine – im wahrsten Sinne des Wortes – frustrierende Situation.

Aber in diesem Zusammenhang stellt sich eben auch die Frage:

Wie konnte es soweit kommen? Was macht die Arbeit in seinem Unternehmen so frustrierend. Die Antwort kenne ich: Es ist die, sagen wir mal, nicht sehr professionelle Führung. Die Mitarbeiter fühlen sich von ihren Vorgesetzten oft allein gelassen. Es gibt keine klaren Anweisungen. „Teambuilding“ findet erst gar nicht statt. Und auch sonst scheinen die „Führungs“-Kräfte dort vielleicht ein wenig vom Begriff „Kräfte“, aber wenig vom Begriff „Führung“ zu halten.

Das für Unternehmen und Unternehmer gravierende Problem von „Führungskräften“, die Ihren Job nicht als „Führungsaufgabe“ sondern als „Befehlsgebe-Aufgabe“ sehen: Es entstehen enorme Kosten dadurch. Durch hohe Fluktuation, durch Mitarbeiter, die nur noch Dienst nach Vorschrift machen. Durch höhere Krankenstände. Und, und, und…

Vor dem Hintergrund einer aktuellen Studie, die der Informationsdienst Führungskraft aktuell jetzt vorgestellt hat, wird noch deutlicher, wie wichtig es für ERFOLGREICHE Unternehmen ist, die Führungsmannschaft richtig aufzustellen. Um es auf den Punkt zu bringen:

Das menschliche Arbeitsumfeld ist der größte Motivationsfaktor.

Das internationale Beratungsunternehmen Mercer hat in bisher 22 Ländern eine Arbeitsplatzanalyse rund um die Haltung und Wahrnehmungen von Mitarbeitern durchgeführt. Diese aktuellen Studien zeigen: Zu den entscheidenden Motivatoren zählen weltweit ein respektvoller Umgang miteinander, die Art der Arbeit sowie die Work-Life-Balance.

In Deutschland wird laut Studie vor allem dem Arbeitsumfeld, also den Menschen, mit denen man zusammenarbeitet, die größte Bedeutung im Hinblick auf das Mitarbeiterengagement beigemessen. Das bedeutet für Sie als Führungskraft in Deutschland:

Motivationsaspekte wie ein gutes Betriebsklima, die Sinnhaltigkeit der eigenen Arbeit oder attraktive Zusatzleistungen des Unternehmens sind Faktoren, mit denen Sie qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und halten können.

Und weil das so wichtig ist – hier mein 2-Punkte-Programm für Sie:

1. Das Sofort-Programm:

Vorsicht vor diesen 3 Führungsfehlern
Eine Führungsposition innezuhaben ist niemals einfach. Und nicht jede Führungskraft vereint nur positive Führungseigenschaften in sich. Jeder Vorgesetzte hat auch Schwächen. Das ist menschlich und Mitarbeiter wollen einen menschlichen Chef, keine fehlerlose Maschine. Aber:

Diese 3 typischen Führungsfehler sollten Sie in jedem Fall vermeiden

1. Zu wenig Delegation
Viele Führungskräfte tun sich schwer damit, Aufgaben konsequent zu delegieren. Dahinter stecken meist 2 Eigenschaften, nämlich ein zu hohes Sicherheitsbedürfnis und die Angst vor zu autoritärem, machtvollem Auftreten.

Aber bedenken Sie:
Zum einen kommen Sie früher oder später mit der Selbstmacheritis an Ihre Grenzen. Auch Ihr Tag hat schließlich nur 24 Stunden. Zum anderen vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern mit diesem Verhalten den Eindruck, dass Sie wenig Vertrauen in deren Fähigkeiten und Leistungen haben. Das aber wirkt extrem demotivierend und Sie laufen Gefahr, dass Ihre Leute irgendwann nur noch Dienst nach Vorschrift machen.

2. Zu wenig Entscheidungsfreude
Manche Führungskräfte überlegen länger und gründlicher als andere, bevor sie Entscheidungen treffen. Sie wägen alle möglichen Folgen ihres Handelns in der Zukunft ab.

Aber bedenken Sie:
Als Führungskraft müssen Sie zügig und eindeutig entscheiden und mit dem Risiko einer Fehlentscheidung leben können. Entscheidungsschwache Vorgesetzte können gerade engagierte und tüchtige Mitarbeiter stark frustrieren.

3. Zu wenig Berechenbarkeit.
Von Führungskräften werden heute mehr denn je Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an die launischen Märkte erwartet. Sie müssen sich schneller auf neue Gegebenheiten einstellen. Flexibilität ist grundsätzlich eine Stärke.

Aber bedenken Sie:
Flexibilität kann dann für Ihre Mitarbeiter als Schwäche erscheinen, wenn sie die Gründe Ihres Handelns nicht mehr nachvollziehen können und Sie deswegen als unberechenbar empfinden. Sorgen Sie deshalb für ein gewisses Maß an Kontinuität und informieren Sie Ihre Mitarbeiter bei Kursänderungen frühzeitig und umfassend. Nützlicher Nebeneffekt:

Dadurch müssen Sie jedes Mal schon im Vorfeld der geplanten Änderung genau überlegen, welche Vor- und Nachteile sie eigentlich genau hat.

2. Das Langfrist-Programm:

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