Steins Blog

26. September 2008

Deutschlands Unternehmer scheinen nicht mehr willkommen zu sein

Unlustige Geschenke

Ein Freund ruft an. Er ist Unternehmer – und empört! Sein Finanzamt hat ihm mitgeteilt, dass er eine Körperschaftsteuererstattung in Höhe von 130.000 Euro zu erwarten hat. So weit, so gut. Aber:

In dem Bescheid steht auch, dass man diese Rückzahlung über 10 Jahre zinsfrei strecken werde. Ihm also in den kommenden 10 Jahren jeweils 13.000 Euro zurückzahlen werde, bis die Schuld abgearbeitet ist…

Mal abgesehen davon, dass mein Freund nicht mehr der Jüngste ist. Ich halte das für eine bodenlose Frechheit – und für einen weiteren Beweis dafür, dass in Deutschland Unternehmer nicht mehr willkommen sind. Da nimmt sich der Staat einfach so einen zinslosen Kredit. Behält Geld, das ihm nicht gehört. Welch unglaubliche Frechheit.

Das wirklich Schlimme daran: Das Bundesverfassungsgericht hat zu diesem gewaltigen „Wir entziehen Deutschlands Unternehmern und Arbeitgebern dringend gebrauchte Liquidität“ auch noch ein okay gegeben. Der Staat dürfe das.

Das passt zu der Haltung, die Deutschlands Finanzämter beim Vorsteuerabzug zeigen. Sie wissen: Als Unternehmer oder Selbstständiger zahlen Sie auf alle Rechnungen Mehrwertsteuer, die gesondert ausgewiesen wird. Dafür stellen Sie in Ihren eigenen Rechnungen Mehrwertsteuer in Rechnung. Haben Sie in einem Monat mehr Umsatzsteuer gezahlt, als Sie selber in Rechnung gestellt haben, besitzen Sie ein Guthaben. Und was passiert damit?

FRÜHER wurde Ihnen das Guthaben dann erstattet. JETZT behält das Finanzamt dieses Guthaben (vor allem bei gerade gegründeten Unternehmen) – um es irgendwann später mal zu verrechnen. Auch hier also das gleiche Spiel:

Der Staat nimmt sich anderer Leute Geld als zinslosen Kredit – ohne Rücksicht darauf, ob dieses Geld im Unternehmen dringend benötigt wird, oder nicht.

Machen Sie das aber mal umgekehrt…

So ganz nach dem Motto: „Liebes Finanzamt, ich schulde dir Geld. Aber das kann ich ja zinslos über die nächsten 10 Jahre abstottern.“ Probieren Sie das mal. Sie können gar nicht so schnell gucken, wie Sie wie einst Peter Graf, Vater von Ex-Tennisprofi Steffie Graf, mit Fußfesseln aus dem Haus geholt werden (Nun gut, der hatte das allerdings auch verdient …).

Was mich dabei wirklich ärgert: EU und „Bundesregierung“ haben noch vor wenigen Jahren vollmundig verkündet: „Wir wollen die Innovativsten in der Welt werden und ein Gründerklima schaffen, das den Boden für neue Unternehmen, mehr Arbeitsplätze und unternehmerische Freiheit schafft.“ Ha ha ha. Dieses Versprechen war und ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt ist.

Was dagegen hilft?

Konsequent zurückschlagen. “Unternehmens-Steuern aktuell” hilft Ihnen dabei!

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