Steins Blog

24. November 2008

Zuviel Pessimismus …

Was ist der Unterschied zwischen Großbritannien und Deutschland? In Großbritannien werden als Folge der Rezession die Steuern gesenkt und der Premierminister verkündet: „Wir werden alles tun, um zu helfen.“ In Deutschland bleiben die Steuern (mit Ausnahme der eher bedeutungslosen Kfz-Steuer) da wo sie sind, und die Kanzlerin verkündet in der „Welt am Sonntag“: „Die Zeiten werden noch viel schlechter.“

Besser lässt sich der Kontrast nicht zeigen, wie unterschiedlich Regierungen mit der Rezession umgehen. Dabei wären JETZT Maßnahmen dringend erforderlich, um die Stimmung in Deutschland nicht weiter absinken zu lassen. Ökonomen wissen: Über Erfolg oder Nicht-Erfolg in Krisenzeiten entscheidet auch immer, ob Pessimismus vorherrscht („Es wird alles noch viel Schlimmer“) – oder realistischer Optimismus („Wir können das schaffen“).

Was die Kanzlerin reitet, dem geneigten Volk über die „Welt am Sonntag“ mitzuteilen, dass das kommende Jahr ein Jahr schlechter Nachrichten wird – ich weiß es nicht. Es geht doch nicht um Realitätsverweigerung. Es geht darum, auch die Chancen aufzuzeigen, die mit einer solchen Krise einhergehen. Beispiel:

Noch bis in den Sommer hinein waren die Weltmärkte vollkommen überhitzt. Explodierende Rohstoff- und Energiekosten, bis zur gesundheitlichen Überbelastung arbeitende Werktätige … Nun beruhigt sich erst einmal alles ein wenig – und die Zeit kann durchaus genutzt werden, um die Hausaufgaben zu machen! Beispiel Rohöl – und damit Heizkosten und Co.

Auch wenn Rohöl jetzt wieder zum Barrelpreis von 50 Dollar zu haben ist. Das ändert nichts daran, dass Erdöl eine endliche Ressource ist. Also heißt es jetzt, sich in Ruhe Gedanken darüber zu machen, wie der zwangsläufig auf mittlere Sicht steigende und auch sehr hoch werdende Ölpreis aufgefangen werden kann. Denn das Öl teuer, und eines Tages sehr sehr teuer sein wird – und zwar dauerhaft – daran gibt es nicht einen einzigen Zweifel.

Beispiel Leiharbeitnehmer:

Diese ungeliebte Arbeitsform entpuppt sich der derzeit für viele in Unternehmen fest angestellte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als wahrer Segen. Denn nicht die Festangestellten sind es, die jetzt in Rezessionszeiten gehen müssen, sondern die Leiharbeitnehmer.

Was aber, wenn die Konjunktur wieder anzieht. Sollen dann wieder Heerscharen von Leiharbeitnehmern kommen?

Das ist unwahrscheinlich!

Derzeit findet eine rasante Marktbereinigung unter den Zeitarbeitsfirmen statt. Auch Leiharbeitnehmer werden damit in Konjunkturzeiten zu einem knappen Gut.

JETZT ist es deshalb an der Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie die langfristige Personalpolitik im Unternehmen aussieht.

Fazit:

Sie kennen doch den Spruch: „Es gibt viel zu tun, packen wir es an.“ Dieser Spruch gilt heute mehr denn je!

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