Der Mann mit dem Hot-Dog-Stand

Freitag 5. Dezember 2008 von admin
Kategorie: Allgemein, Politik |
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Mache ich jetzt eine Freude

Kürzlich traf ich Frau Jakobus. Eine Frau, die im Verlag arbeitet, in dem auch Steins Woche erscheint. Sie ist eine treue Leserin von Steins Woche, aber auch von meinem kostenlosen Arbeitsrechts-Newsletter – den Sie natürlich auch gerne gratis abonnieren können.

Allein die Tatsache, dass Frau Jakobus eine treue Leserin ist, zeigt aber, welch erlesenen Geschmack sie hat. Und einer Frau mit diesem guten Geschmack kann man natürlich keine Bitte abschlagen.

Also: Kürzlich traf ich Frau Jakobus. Sie sagte: „Herr Stein, Sie haben doch mal diese Würstchenbude-Geschichte gebracht. Haben Sie die noch?“

Mit solchen Fragen kann man mich ganz schön in Verlegenheit bringen. Denn meine Ablage im Computer ist etwas wirr. (Meine Holde meint, dass in diesem Zusammenhang der Satz: „Wie der Herr, so das Gescherr“ durchaus angebracht ist. Ich sehe das naturgemäß ganz anders.)

Doch wie auch immer:

Ich habe also mein Word-Desktop-Search unter dem Begriff „Würstchen-Bude“ alle Dokumente durchsuchen lassen – nichts. Ich habe dieses Google-Search installiert, 15 Stunden gewartet, bis die Initalisierung abgeschlossen ist. Habe wieder Würtchenbude eingegeben – und, wieder nichts!

So musste ich Frau Jakobus irgendwann eine Mail schicken: „Ich finde es nicht.“

Doch heute, heute ist es passiert!

Ich habe diese Geschichte zufällig wiedergefunden. Und jetzt weiß ich auch, warum die Suche nach „Würstchenbude“ nichts eingebracht hat. Es geht gar nicht um eine Würstchenbude. Es geht um einen Hot-Dog-Stand … Hiermit ziehe ich alle gegen Google und Microsoft ausgesprochenen Flüche zurück!

Und hier nun die Geschichte:

Es war einmal ein Mann in Amerika, der wohnte an einer Überlandstraße und verdiente sich seinen Unterhalt mit dem Verkauf von Hot Dogs am Straßenrand. Seine Ohren waren nicht so gut, darum hörte er nie Radio. Seine Augen waren nicht so gut, darum las er nie Zeitung. Gut waren aber seine Hot Dogs, die er verkaufte, und er stellte Schilder an die Straße, um dies der Welt mitzuteilen. Auch stand er selbst an der Straße und rief: „Ein Hot Dog gefällig?“ Und immer mehr Leute kauften bei ihm.

Er erhöhte seine Bestellung für Würstchen und Brötchen. Er kaufte sich einen größeren Ofen, um mit dem Geschäft Schritt zu halten. Schließlich brauchte er einen Helfer und holte seinen Sohn vom College zurück. Und Folgendes geschah:

Der Sohn sagte: „Vater, hast du denn nicht im Radio gehört? Hast du denn nicht in der Zeitung gelesen? Wir haben eine riesige Rezession! In Europa ist die Lage schlimm. Bei uns in Amerika ist sie noch schlimmer. Alles geht vor die Hunde.“ Worauf der Vater sagte: „Mein Sohn war auf dem College. Er liest Zeitung und hört Radio. Er wird es ja wohl wissen.“

Daraufhin reduzierte er seine Bestellung für Würstchen und Brötchen, nahm seine Reklameschilder herein und sparte sich die Mühe, sich selbst an die Straße zu stellen und seine Hot Dogs anzupreisen. Und praktisch über Nacht brach sein Geschäft zusammen. „Du hast Recht mein Junge“, sagte der Vater zum Sohn. „Wir befinden uns in einer gewaltigen Rezession.“

That’s life …

 

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