Wenn Sie sich am Wochenende die eine oder andere Talkshow angeschaut haben, stehen Sie vermutlich genau wie ich jetzt mit einem großen Fragezeichen auf der Stirn in der Gegend rum. Es ist unglaublich, wie sehr sich selbst „Fachleute“ widersprechen und uneinig darüber sind, ob die Maßnahmen, die die Bundesregierung zur Rettung der Konjunktur und als „Schutzschirm für die Arbeitsplätze“ beschlossen hat, Wirkung entfalten werden, oder nicht.
Natürlich – derzeit ist vieles Ungewiss, und kein Mensch kann sagen, wie die Wirtschafts- und Arbeitswelt am Ende dieser Rezession aussieht. Aber kann man von hochbezahlten Spezialisten nicht verlangen, dass Sie wenigstens die ein- oder andere Leitplanke einhauen. Offensichtlich traut sich das derzeit keiner.
Deshalb finde ich das Rumgehaue auf den konjunkturpolitischen Maßnahmen einigermaßen ärgerlich. Nicht, dass ich ein besonderer Fan der Großen Koalition bin. Aber immerhin wurde – im Rekordtempo – etwas auf den Weg gebracht.
Nun können Sie einwenden …
… „und wie ist das mit den Konsumschecks? 500 Euro für jeden. Das würde doch helfen …“
Genau das ist ja derzeit überall zu hören. Doch hilft das wirklich?
Die Idee mit den unseligen Konsumschecks stammt aus der Regierung Bush, die bislang nicht unbedingt als leuchtendes Vorbild für ökonomischen Sachverstand galt. In diesem Jahr hat jeder amerikanische Haushalt einen Scheck über 500 Dollar bekommen. Ja – und der Konsum wurde angekurbelt. Zusammengebrochen ist die Wirtschaft trotzdem.
Und im Übrigen: Wer bezahlt denn die 500 Euro, falls unser Finanzminister doch noch zum Scheckbuch greifen sollte? Der Steuerzahler selber. Das ist, wie wenn Sie Ihrem Lebenspartner oder Ihrer Lebenspartnerin unter dem Weihnachtsbaum sagen: „Hier Schatz, ich habe Geld von Deinem Konto abgehoben. Kauf Dir was Schönes dafür …“
Mein Fazit: Nix genaues weiß man nicht. Und in so einer Situation ist besonnenes Vorgehen meist besser als hektischer Aktionismus, so oder so.

