Peer Steinbrück, unser Finanzminister, oder der halbe Rest der Welt?
Nur zur Erinnerung: Unser Finanzminister ist ein großer Fan des Schachspiels, von gutem Wein und von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt. Was er definitiv nicht ist: Ein Fan von schuldenfinanzierten Konjunkturprogrammen. Und dafür bekommt er im Moment eine Menge Prügel. Nicht von seiner Chefin, der Bundeskanzlerin, sondern von außerhalb:
Der frischgebackene Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugmann schrieb in einer gestern veröffentlichten Kolumne auf der Internetseite der New York Times:
Der deutsche Finanzminister richtet derzeit eine „beachtliche Menge Schaden“ an. Und weiter: „Die Weltwirtschaft befindet sich in einem Furcht einflößenden Sturzflug, der überall sichtbar ist. Und Mr. Steinbrück bleibt strikt gegen staatliche Ausgabenprogramme.”
Nach Meinung von Krugmann braucht man in dieser schwierigen Wirtschaftslage ein koordiniertes Vorgehen. „Aber man bekommt keine Koordinierung hin, wenn die Verantwortlichen in Europas größter Volkswirtschaft nicht mitmachen.“
Der konkrete Vorwurf: Deutschland verhindert eine wirksame europäische Antwort auf den Abschwung. Das wiederum würde deutlich zur Schärfe des globalen Abschwungs beitragen. Das Fazit des Nobelpreisträgers: Die deutsche Regierung ist dumm.
Hmm?!
Nun bin ich kein Nobelpreisträger. Aber ich habe gelernt, dass man Schulden irgendwann zurückzahlen muss. Und dass man spätestens ab dann den eigenen finanziellen Spielraum einengen muss. Jeder Häuslebauer weiß das.
Und wenn Sie jetzt einen Blick auf die Schuldenuhr der Bundesrepublik werfen, sehen Sie, dass die aufgehäuften Schulden derzeit bei rund 1.516 Billionen Euro liegen. Mit über 18.400 Euro steht jeder Bürger der Republik, egal ob frisch geboren oder Greis, derzeit in der Kreide.
Schon diese Zahl ist dramatisch. Doch darin sind die aufgelaufenen Pensionsverpflichtungen (die ungedeckt sind) noch gar nicht enthalten.
Was also tun? Dem Ertrinkenden raten, das Wasser zu trinken, statt darin zu ertrinken? Oder ihm das Schwimmen im Schnellkurs beibringen? Beides birgt gewisse Risiken.
Was meinen Sie denn zu dem Thema? Schulden anhäufen – oder sparen? Oder ist das nur die Frage – um in der Wortwahl von Herrn Krugmann zu bleiben, zwischen dumm und dümmer? Ich freue mich auf Ihre Meinung.

