Nicht traurig sein. Das Geld ist ja nicht weg. Es ist jetzt nur woanders

Freitag 9. Januar 2009 von admin
Kategorie: Allgemein, Politik |
Merken »
RSS Feed »
Versenden »
Kommentieren »
Twitter Mich »

Staatsbanken

Es ist etwa eineinhalb Jahre her, als mich ein guter Freund beiseite nahm und mir vertraulich sagte: „Ich habe jetzt im großen Stil Aktien der Commerzbank gekauft. Ein ganz sicherer Tipp. Solltest du auch machen. Die werden noch in ungeahnte Höhen steigen …“

Heute werde ich ihn anrufen. Was denn seine Aktien so machen. Eigentlich hatte ich ursprünglich die Absicht, persönlich vorbeizugehen. Doch ich fürchte, die persönliche Konfrontation wird mir nicht gut bekommen.

Seit gestern steht fest: Die Commerzbank wird teilverstaatlicht. Die Banker dort haben sich so verzockt, dass sie nun zum zweiten Mal Geld vom Steuerzahler brauchen. Und die Bundesregierung hat sich das so gedacht: „Gut, wenn die Geld vom Steuerzahler brauchen, können wir dem ja für sein Geld einen Teil der Bank schenken.“

Dieses Geschäft kann man sich schenken …

Nur zur Erinnerung: Die KfW-Bank (das ist die Bank, die noch schnell zig Millionen an die Lehman-Bank überwies, kurz bevor die pleiteging) ist eine staatliche Bank. Die Landesbanken (die sich durch die Reihe verzockt haben), sind staatliche oder halbstaatliche Banken … Was also plant der Staat mit der Commerzbank? Oder wird die Bank übernommen, weil deren unerfolgreiches Agieren so gut zu den übrigen staatlichen Banken passt?

Nichts Genaues weiß man jedoch. Ich weiß nur: Meine Aktienstrategie hat sich in den letzten Jahren bewährt. Ich habe mir vor etwa 10 Jahren die letzten richtigen Aktien gekauft – und seitdem liegen die im Depot und schaukeln vor sich hin. Mal waren sie viel wert, dann wieder wenig. Dann wieder viel. Dann wieder wenig. Mein Depotauszug liest sich am Jahresende immer wieder ein Schicksalsbericht der Weltmärkte …

Und was machen die anderen?

Die rappeln sich wieder auf – und zeigen Humor. So habe ich gestern im Schaufenster einer Bank ein Plakat mit der Aufschrift gelesen: „Konservativ ist wieder in.“ Empfohlen werden konservative Geldanlagen und „Ihr Bankberater berät sie gerne.“

Ich werde vielleicht mal hingehen. Um mir den Bankberater anzuschauen. Der ist nämlich der gleiche, der mir noch vor einem Jahr Lehman-Zertifikate (!) andrehen wollte. Mal schauen, wie der in konservativ macht …

Aber wie heißt es so schön, wenn man Börsengeld verloren hat? Nicht traurig sein. Das Geld ist ja nicht weg. Es ist jetzt nur woanders …

Ganz in diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie an diesem Wochenende hin und weg sind von den schönen Erlebnissen, die Sie haben werden, und verbleibe mit besten Grüßen
Ihr Günster Stein

 

Artikel kommentieren

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus!