Wenn Sie einen Kollegen oder Mitarbeiter nicht riechen können…

Freitag 15. Mai 2009 von admin
Kategorie: Allgemein, Personal & Arbeitsrecht |
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mann_mit_schweissEtikette, Etikette oder: Hau ab, du stinkst!

Hatten Sie schon mal eine Kollegin oder einen Kollegen, die/der so richtig müffelte. Und das nicht nur ausnahmsweise mal an einem Tag aufgrund einer durchzechten Nacht oder eines Ehestreites mit anschließendem Ausschluss aus der Wohnung, sondern dauerhaft?

Meine Schwester rief gerade an und jammerte mir die Ohren über eine solche Kollegin vor. „Ich leg der mal ein Deo in die Schublade”, so ihre Idee.

Falsch! So sollten Sie es nicht machen. Zumindest nicht als stilvoller Mensch. Es gibt eine bessere Lösung:

Wenn Sie einen Kollegen oder Mitarbeiter nicht riechen können

Ein Thema, das gemeinhin tabu ist: Wenn Sie einen Kollegen oder Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes nicht riechen können. Kann die Person krank sein oder ist sie einfach nur ungepflegt? Ganz gleich, welche Erklärung es geben mag: Sie sollten unbedingt vermeiden, den Betreffenden vor allen anderen bloßzustellen.

Kein Deo schenken, sondern ein ehrliches Gespräch führen

Ein ehrliches Gespräch unter vier Augen ist die fairste Alternative: Sorgen Sie aber bitte für eine angenehme Gesprächsatmosphäre – also nicht zwischen Tür und Angel, nicht hinterm Schreibtisch verschanzt, sondern von Angesicht zu Angesicht. Und dann:

  • Fassen Sie sich kurz. So ein Gespräch kann durchaus nur drei Minuten dauern, schließlich soll es keine persönliche Anschuldigung werden.
  • Versichern Sie dem Kollegen oder Mitarbeiter zunächst, dass Sie keineswegs an seiner Arbeit etwas auszusetzen haben.
  • Kommen Sie dann sofort zum Punkt: „Lieber Herr Müller, mir ist aufgefallen, dass Sie in letzter Zeit ein bisschen ungepflegt wirken. Manchmal geht von Ihnen ein etwas strenger Geruch aus. Sind Sie vielleicht krank, ohne dass wir etwas davon wissen?”

  • Vermeiden Sie Verallgemeinerungen. Halten Sie dem Kollegen nicht Dinge vor, wie beispielsweise dass sein Geruch schon seit Jahren Stein des Anstoßes bei allen Mitarbeitern sei.

Im Notfall auch unpersönlich

Um vollkommen unauffällig zu agieren, können Sie natürlich auch eine Rund-Mail an alle schicken, in der Sie noch einmal auf die Gepflogenheiten im Unternehmen generell hinweisen und betonen, was das Unternehmen nach außen repräsentiert.

Wie das mit dem Deo doch geht

Da fällt mir noch eine Geschichte ein, die mir während eines Seminars erzählt wurde:

Eine Managerin löste einmal das Problem, indem sie sich ein Deo besorgte, nach Feierabend die Kollegin mit dem Körpergeruch unter vier Augen in eine Kneipe einlud und ihr, unter Hinweis auf ihr eigenes Deo in der Büroschublade, erklärte: „Ich merke oft gar nicht, wenn ich während der Arbeit ins Schwitzen gerate. Würdest du mich bitte in so einem Fall darauf aufmerksam machen. Wollen wir das gegenseitig so vereinbaren?” Die Botschaft kam an, denn die Managerin begab sich mit ihrer Kollegin auf eine Ebene – und stellte sie nicht bloß.

Sie sehen: Es gibt einen Weg. Und nicht feige sein!

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