Wie wir Bürger von allen Parteien auf den Arm genommen werden!

Freitag 15. Mai 2009 von admin
Kategorie: Allgemein, Lohn & Gehalt, Politik, Steuern |
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geldbuendelSteuern rauf

Seit heute ist es amtlich. Deutschland ist ein Hochsteuerland! Das hat die OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, mal wieder schwarz auf weiß nachgewiesen. Der Haken an der Sache:

Bis auf die Bundeskanzlerin denkt derzeit kein Politiker über mögliche Steuersenkungen nach der kommenden Bundestagswahl nach. Gut, mit Ausnahme der FDP, aber die sagt das ja vor jeder Wahl.

  • Oskar Lafontaine träumt mit den Linken von einer Managersteuer von 80 Prozent. Das heißt, er würde den jetzigen Steuersatz gerne verdoppeln.
  • Die SPD will die Reichensteuer „ausbauen”. Was im Wesentlichen heißt, dass die Grenze, ab der man reich ist, drastisch gesenkt wird.
  • Die Grünen wollen mehr Ökosteuern und eine Vermögensteuer. Gerne auch eine Vermögenszuwachssteuer.
  • Die CSU weiß nicht, was sie will …

Nun ja! Warten wir mal ab, wie die Wahl ausgeht. Steigen werden die Steuern wohl unter jeder Konstellation. Und das muss man dann einfach sportlich sehen:

In der Liste der OECD-Länder liegt Deutschland in Bezug auf die höchsten Steuern und Abgaben nur auf Platz 2. Wir sind also nur das zweitteuerste Land! Aber wer will denn schon Zweiter sein? Der zweite Platz ist einfach blöd.

Denken Sie doch mal nach:

  • Wer war der erste Mann auf dem Mond? Armstrong. Richtig. Aber wer war der zweite?
  • Wer war der erste Mensch, der mit dem Flugzeug den Atlantik überquerte? Richtig, Lindbergh. Aber wer war der zweite?
  • Wer war der erste Papst? Petrus. Richtig. Aber wer war der zweite?

Sie sehen, Nummer 2 zu sein, ist einfach doof. Also: Steuern rauf. Wir wollen Meister werden!

Doch halt!

Vielleicht denken Sie gerade: Hat der Stein denn vergessen, dass die Steuern schon deshalb sinken, weil doch das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, dass man die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung besser absetzen können muss?”

Hahahahahahahahahahaha!

Das Urteil hat der Finanzminister natürlich zur Kenntnis genommen und es in seinem Gesetzentwurf „Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung” ausreichend gewürdigt …

So, und jetzt zeige ich Ihnen mal, wie die Bürger des Landes von allen Parteien verar… auf den Arm genommen werden:

  • Das Bundesverfassungsgericht hat also entschieden: Die Beiträge, die die Arbeitnehmer und privat Versicherten in Deutschland zur Kranken- und Pflegeversicherung tragen, müssen steuermindernd berücksichtigt werden. Punkt.
  • Der Bundesfinanzminister hat zähneknirschend entschieden: „Dann müssen wir das eben tun.”
  • Dann hat er seine Ministerialbeamten gebeten, Vorschläge zur Kompensation der Steuerausfälle zu machen. Diese wurden auch schnell gefunden.
  • Dann hat er kluge Menschen engagiert, die sich einen schönen Namen für das Gesetz ausgedacht haben „Bürgerentlastungsgesetz” … und alles wird gut. Für den Finanzminister.

Denn:

Nach dem Gesetzestext können nur Arbeitnehmer bis zu einem Jahresbruttoeinkommen von 23.839 Euro (= rund 1.850 Euro/Monat bei je ½ Weihnachts- und Urlaubsgeld) mehr Sozialbeiträge absetzen können als bisher. Das betrifft etwa 12 % der Vollzeit-Arbeitnehmer. Für 88 % der Vollzeit-Arbeitnehmer wird es teurer. Sie zahlen dann mehr Steuern als vor dem „Bürgerentlastungsgesetz”! Der Grund:

Nach dem „Bürgerentlastungsgesetz” können Steuerzahler künftig zwar ihre Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge absetzen. Aber:

Gleichzeitig wird die Abzugsfähigkeit gestrichen (!) für Beiträge an:

  • Unfallversicherung,
  • Berufsunfähigkeitsversicherung,
  • Haftpflichtversicherung und
  • Arbeitslosenversicherung.

Fazit:

Werden Steuern gesenkt, wird es teuer für Sie. Vielleicht hatte das ja die Kanzlerin im Sinn, als sie Steuersenkungen forderte. Aber was bedeutet dann die Forderung nach Steuererhöhungen der anderen Parteien? Ach, man will gar nicht darüber nachdenken …

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5 Kommentare zu “Wie wir Bürger von allen Parteien auf den Arm genommen werden!”

  1. Von Ute Mayer-Knobelspieß:

    Sehr geehrter Herr Stein,

    schön, wie Sie einem das immer wieder erläutern können! Es geht also mal wieder an den Geldbeutel der “Mittelschicht”. Sofort kommt mir folgende Frage in den Sinn:
    Hat das Bundesverfassungsgericht denn die Beschränkung auf eine bestimmte Einkommenshöhe gebilligt? Eigentlich gilt dieses Gesetz doch für alle Gehaltsempfänger gleich, so habe ich Ihre Formulierung zumindest verstanden. Wird die Abzugsfähigkeit bei den “Vielverdienern” und daher privat Versicherten auch gestrichen (Stichwort: soziale Gerechtigkeit?) Nun, wie auch immer, Sie haben mich gerade in meiner gestern getroffenen Entscheidung bestätigt, meine letztes Jahr abgeschlossene BU sofort zu kündigen. Warum? Weil ich (Jahrgang 1964) eher arbeitslos als berufsunfähig werde. Und die bis dahin einbezahlten Beiträge – immerhin 70,– € monatlich! -, wenn ich Glück habe, nur noch die Hälfte wert sind. Da gehe ich lieber einmal im Monat mit meiner Familie gut essen und investiere in unser leibliches und seelisches Wohl. Ganz nach Demokrit: “Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde, das Glücksgefühl ist in der Seele zu Hause.” Und von den paar Kröten, die in 15 Jahren aus meinen Lebensversicherungen noch rausspringen – wenn es sie noch gibt – kaufe ich ein Wohnmobil, als Altersvorsorge und -ruhesitz. Ich wünsche Ihnen ein harmonisches Wochenende, viele Grüße, auch an Ihre bezaubernde Holde, Ute Mayer-Knobelspieß

  2. Von Günter Stein:

    Die Grüße an die Holde sind schon ausgerichtet. Warum nur Kleinverdiener profitieren liegt an der Kompensation durch durch Wegfall der Abzugsmöglichkeiten. Daraus ergibt sich rechnerisch, dass nur Menschen bis zu dieser Einkommensgrenze besser dastehen. Das Urteil hat der Fianzmninster schon richtig umgesetzt. Aber von Kompensation hatten die Richter nicht gesprochen ….

  3. Von Anne:

    Hallo, ich finde es ja nett und hilfreich über Vorteile und Steuereinsparungen informiert zu werden.
    Aber es wird nie zu heiß gegessen, wie es gekocht wird.
    Wem ist schon bekannt, das es 2002 ein Gesetz gegeben hat, welches klar diffiniert, das kein deutscher Bürger verpflichtet ist,Steuererklärungen abzugeben und Steuern zu zahlen? Denn unser deutsches Grundgesetz ist keine Verfasung und beinhaltet keine Steuerpflicht.

  4. Von War Petrus der erste Papst? | Religion24:

    [...] aus dem lateinischen "papa") gilt nach heutigem Verständnis der erste Nachfolger des Petrus.Petrus war zwar nach christlichem Selbstverständnis Stellvertreter Christi auf Erden, aber als erst… WordPress › [...]

  5. Von Lolita:

    Mein Computer fast gesperrt von Bundespolizei!!!
    2 Tage davor habe ich Virusschutz abgelehnt …
    eine Programm, so sehr wollte sie sich zu verkaufen
    so muss ich ab jetzt 100 Euro wegen “Kinderpornografie” zahlen, entschuldige, ich habe tatsächlich meine Katzen Babys mal aufgenommen bei Fütterung des Muttermilch
    und meine Name Lolita geschrieben?)
    an Terroristen: wahrscheinlich E-Mail geschrieben… so zusagen irgendwo Meinung über Steuerpolitik veröffentlicht… ich “züchte” lasse frei laufen meine Katzen
    und heute habe ich mein Lieblings Oskar Lafontaine aufgenommen bei Günter Jauch (ARD 02.10.11)…
    Oskar Lafontaine ein Politiker der vielleicht was bringt wenn ein Zukunft gibt…
    jemand sagte: je mehr ich Menschen kenne will ich Tiere haben,,,
    oder so
    Meinung von Hunden
    Katzen usw hören…
    bald wir sind echt so weit und niemand vertraut den gesunden Verstand.
    Die Tiere verdienen mehr Liebe als Menschen.

    Ich habe Privates an BWR-Medien tatsächlich was geschrieben… “Ich kann kein Deutsch und richtig schreiben so klaue ich oft perfekte Texten was wichtiges betrifft… und immer öfter von Herr Stein weil Herr Oskar Lafontaine mir keine Texte zu schickt…

    Und er könnte was aus Politik in Deutschland was zu machen… sagt wahrscheinlich jeder —
    Meinung…
    aber…
    Sagt jemand du hast eben die was bezahlt an “Virusprogramm” und
    naja
    so ist Politik der der Geld hat will den Anteil, Beteiligung,,,
    auch nicht doch das Geld produziert das Geld
    und je höhe Einkommen desto höhe Steuer aber
    Geld nicht immer Geld produziert und was moralisch und unmoralisch steht immer noch nicht ganz klare..
    so etwa wie 10 Geboten von Bibel…

 

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