Heute Morgen lese ich in der Financial Times Deutschland, dass Karstadt plötzlich wieder Gewinne macht. Dazu schreibe ich in meinem (kostenlosen) Newsletter „Arbeitsrecht und Führung” (wenn Sie ihn mal anschauen möchten, einfach hier klicken):
Was denn nun? Erst pleite und dann doch gewinnträchtig? Wenn Sie heute die Financial Times Deutschland aufschlagen, können Sie erfahren, dass die Karstadt-Kaufhäuser des zerbröselnden Arcandor-Konzerns angeblich besser laufen als bekannt. Nach FTD-Informationen hat die Sparte im ersten Halbjahr des bis März laufenden Geschäftsjahrs einen operativen Gewinn von 7 Mio. Euro eingefahren. Zum Vergleich: Im gesamten vorigen Geschäftsjahr hatte Karstadt operativ einen Verlust von 272 Mio. Euro erlitten.
Also da würde ich doch gerne einen Blick in die Bücher werfen, ob das alles so stimmt. Denn:
Für den Gesamtkonzern ist die Gesundung der Warenhäuser ein wichtiges Argument, um eine rasche Zerschlagung und Abwicklung abzuwenden. Der Generalbevollmächtigte Horst Piepenburg arbeitet an einem Plan zur Fortführung des insolventen Unternehmens. In den nächsten Tagen will er Gläubiger und Insolvenzgericht von seinem Konzept überzeugen.
Oder andersherum: In der letzten Woche war Karstadt pleite, um Steuerbürgers Geld zur Rettung zu bekommen. In dieser Woche schreibt Karstadt Gewinn, um nicht abgewickelt zu werden. Ein Schelm, der Böses dabei denkt, oder?
Pünktlich dazu bekomme ich eine Mail eines Lesers, der schreibt:
Nun melde ich mich auch einmal, weil es mich auch ehrlich gesagt nervt! Millionen Steuergelder für ein Unternehmen hinzulegen, welches in meinen Augen gar kein vernünftiges Sanierungsprogramm hinlegen konnte, diese Millionen aber auch noch einfordern! Frechheit! Die Konsumenten haben, zum Glück, mitentschieden. Es ist wirklich lange her, dass ich persönlich bei Karstadt eingekauft habe! Meistens sind die Kaufhäuser in der Innenstadt schlecht zu erreichen (schöne Grüße an die Abteilung der „Stadträte”). Hohe Parkkosten in der Innenstadt oder im Parkhaus … und günstig ist auch was anderes, dazu die mitarbeiterfreundlichen Arbeitszeiten! Öffnungszeiten max. bis 20 Uhr am Donnerstag, sonst 18 Uhr?! Das können andere Unternehmen besser! Sollen diese Unternehmen doch Karstadt etc. kaufen und wirklich nur noch die Häuser bestehen lassen, die wirtschaftlich rentabel sind. Wohlfahrtsunternehmen im Zeichen der Weltwirtschaftskrise können nicht wahr sein!
Aber was sagt unser Außenminister dazu, der sich derzeit auch für das Innere interessiert, weil er ja Bundeskanzler werden will:
„Es kann doch nicht sein, dass der Arbeitsminister für Arbeit kämpft und der Wirtschaftsminister für Insolvenzen.”
Sprich: Während der Wirtschaftsminister keine Gelder der arbeitenden Bevölkerung zu Karstadt umleiten möchte, will der Arbeitsminister es schon. Wie auch der Außenminister. Ist ja auch nicht deren Geld.
Und wie sieht es der Steuerzahler?
Die Antwort liefert heute stern.de:
„Die Krise macht ihn zum neuen Star: Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist bei den Wählern beliebt – er erreicht den besten Wert, der je für einen Wirtschaftsminister im Deutschlandtrend gemessen wurde.”
Das nenne ich mal eine Abstimmung mit den Füßen …
So – und jetzt bleibt mir nur noch, Ihnen ein schönes Wochenende zu wünschen. Viel Sonne, wenig Fliegen – und wenn Sie am Samstag Zeit haben, schauen Sie doch mal bei Karstadt rein. Das könnte ja – rein theoretisch – ein historischer Besuch werden.
Und nicht vergessen:
Die Menschen lassen sich lieber durch Lob ruinieren als durch Kritik bessern. Sagt George Bernard Shaw. Mal schauen, ob er Recht hat!
Ihr Günter Stein



Hallo,
ich möchte eine Lanze brechen für Karstadt. Ich wurde immer höflich und freundlich bedient bei Karstadt in Nürnberg, an der Lorenzkirche. Ich war erst am Samstag mit meiner kleinen Tochter bei Karstadt und wir haben nach einer Mütze geschaut. Es war sofort eine Verkäuferin da und fragte ob sie mir helfen kann und hat das ganze Sortiment durchsucht um eine passende Mütze zu finden. Ich war vorher bei Kaufhof und My Toys und hier wurde ich komplett ignoriert und keine Verkäuferin hat nachgefragt ob sie helfen kann.
Karstadt wäre nicht in dieser Lage wenn das Management sie nicht in diese Lage gebracht hätten. “Der Fisch fängt vom Kopf her das stinken an!”
Gruß
CV