Welche Erfahrung haben Sie mit Karstadt gemacht?

Freitag 19. Juni 2009 von admin
Kategorie: Allgemein, Personal & Arbeitsrecht |
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190609_mittwochKarstadt

Von meinem Schuh-Erlebnis gestern habe ich ja bereits berichtet. Doch bei dem Bummel durch Düsseldorf sind wir natürlich auch an der Karstadt-Filiale vorbeigekommen. „Die Firma ist insolvent”, habe ich meinen Gästen erklärt.

„Da gehe ich sowieso nicht mehr rein”, bekam ich von unserem Besuch aus Österreich zu hören. „Wir waren mal in der Filiale in München. Die Verkäufer waren so etwas von unfreundlich. Daraufhin hat uns der Laden nicht mehr gesehen!”

Merkwürdigerweise habe ich diese Äußerungen in den letzten Wochen sehr häufig gehört. Eigentlich immer, wenn ich mich mit anderen Menschen über Karstadt unterhielt.

Ein Bekannter erzählte, dass er vor zwei Jahren in Duisburg bei Karstadt in der Herrenabteilung einen Kaschmir-Pullover kaufen wollte. „Ich habe bestimmt zehn Minuten gebraucht, um einen Verkäufer zu finden. Den habe ich gefragt: „Wo finde ich so einen Pullover?” Da hat er geantwortet: „Schauen Sie mal dahinten” und lässig mit der Hand in eine Ecke gezeigt. Auf meine Frage: „Können Sie mir das bitte zeigen, ich möchte nicht suchen”, bekam ich zur Antwort: „Das macht der Kollege, der ist aber gerade nicht da. Da müssen Sie noch warten.”

Natürlich hat mein Bekannter nicht gewartet – und auch nichts gekauft.

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Eine Mitarbeiterin des Verlags, in der Steins Woche erscheint, hatte mir zum Thema Karstadt berichtet: „Ich war mal in der Filiale in Bonn und hatte eine Frage. Zwei Verkäuferinnen tratschten privat miteinander und nahmen keinerlei Notiz von mir. Als ich mich schließlich räusperte und sagte: „Können Sie mir bitte helfen”, bekam ich ein „Sie sehen doch, dass wir beschäftigt sind” zur Antwort. Ich bin dann zur Konkurrenz gegangen …

Und schließlich ein Student, der in einer anderen Filiale mal ein Praktikum absolviert hatte, berichtete: „Wenn man hört, wie im Personalraum über die Kunden erzählt wird, braucht man sich über gar nichts zu wundern. Original-Zitat: ‚Der Kunde ist König? Das wäre ja noch schöner!’”

Tja. Können solche Erlebnisse mit ein Grund für die Karstadt-Insolvenz sein? Wie sind denn Ihre Erfahrungen damit? Schreiben Sie mir doch Ihre Erfahrungen als Kommentar hier unter den Artikel!

16 Kommentare zu “Welche Erfahrung haben Sie mit Karstadt gemacht?”

  1. Von Andrea W.:

    Hallo Herr Stein,

    zum Thema “Servicewüste Deutschland”, wie man das von Ihnen eröffnete Thema ja auch umschreiben könnte, muss ich immer meinen Senf dazu geben. Es wird ja immer wieder auf den deutschen Verkäuferinnen und Verkäufern herum gehackt und ich fühle mich in solchen Momenten immer genötigt, diese Berufsgruppe in Schutz zu nehmen.
    Ich sage immer: “Wie man in den Wald hinein schreit…” usw.
    Gerne wird in diesem Zusammenhang ja auch von Amerika geschwärmt, wie freundlich die Leute da doch wären. Nun, ich war zwar nur im Urlaub in Amerika, aber dort habe ich auch auf der Straße eigentlich immer nur recht freundliche Menschen getroffen. Und dann schaue man sich diesbezüglich mal in Deutschland um.
    Außerdem schon im Schulunterricht wurde uns eingebläut, dass man immer mit “Excuse me please…” anfängt. Also auch dort entschuldigt man sich, wenn man von jemandem etwas möchte.
    Ich muss sagen, ich wurde in Geschäften, wenn auch einmal nicht übermäßig freundlich dann aber zumindest mit gebührendem Respekt bedient.
    Was soll das eigentlich heißen, “der Kunde ist König”? Darf ein König unfreundlich und respektlos sein, nur weil er König ist? Sind die Menschen, die in Kaufhäusern arbeiten nur Menschen 2. Klasse?
    Und so werden die Verkäuferinnen und Verkäufer wirklich leider immer wieder behandelt!
    Ich habe als Schülerin selbst einmal aushilfsweise im Verkauf gearbeitet, und kann ein Lied davon singen. Bei mir kam es immer auf die Art der Fragestellung an, wie hilfsbereit ich war. Wenn jemand sagte: “Entschuldigung, wo finde ich denn die Marmelade?” dann bin ich immer gerne mit gegangen und habe den Kunden den Weg gewiesen. Auf Fragen aber wie: “Hey, wo habt’n ihr das Mehl schon wieder?” war ich für das Mehl oder was auch immer nicht zuständig. Und man kann sich echt gar nicht vorstellen, wie oft ich tatsächlich nicht zuständig war!
    Jeder, der sich über die “Servicewüste Deutschland” beschwert sollte sich einmal selbst beobachten, wie er oder sie auf den Verkäufer oder die Verkäuferin zugeht, und zwar nicht nur mit Worten, sondern der Gesichtsausdruck spielt auch eine Rolle.
    Und man sollte sich dann auch einmal überlegen, ob man selbst immer gut gelaunt wäre, wenn man bei immer längeren Ladenöffnungszeiten seine Familie immer seltener zu Gesicht bekommt, weil irgendwelche Heinis es nicht schaffen, bis 18 Uhr ihren Senf gekauft zu haben, und das für einen, mit Verlaub gesagt, Hungerlohn!

    Viele Grüße
    Andrea W.

  2. Von Franz Thaeter:

    Guten Tag

    Die Geschichten über die Kundenbetreuung habe ich mit Interesse gelesen. Meiner Tochter ist nachstehendes passiert. Besonders die Antwort (siehe unten) zeigt die Einstellung von (satten Unternehmen)

    Nachstehend gestatten sie mir noch eine Frage? Wir haben ein Modehaus ca. 2.500 qm. Eine Behindertentoilette ist im Untergeschoss vor 15 Jahren eingebaut. Durch Vandalismus (Windeln usw. in den Ausguss ist sie nicht mehr funktionsfähig.) Eine Instandsetzung kostet ca. 15.000 €. Wir haben jetzt von der Stadt nach verschiedenen Gesprächen einen Bußgeldbescheid von 5 000,– € (fünftausend) als Zwangsgeld erhalten. Zahlbar bis 31.07.2009. Wenn wir bis September 2009 den Mangel nicht beseitigen, erhöht sich das Zwangsgeld nochmals auf 10.000,–

    Wenn ich jetzt die Antwort von Rossmann lese, verstehe ich die Welt allerdings nicht mehr . Haben Sie einen gangbaren Lösungsweg?

    Jetzt o. g. Vorgang bei Rossmann.

    Brief meiner Tochter als Auslöser

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    heute war ich (Hochschwanger) zusammen mit meinem 3-jährigen Sohn in
    ihrem Hause in Hamburg/Poppenbüttel einkaufen. Mein Sohn gerade trocken,
    musste zum WC. Zusammen machen wir uns auf die Suche nach einer
    Verkäuferin, was sich allerdings als Erfolglos herausstellte.

    Eine Mitarbeiterin war an der Kasse und dabei hat man meiner Ansicht
    nach nicht zu stören. Ich bat meinen Sohn noch etwas auszuhalten.

    Wie es mit Kindern so ist, hör ich noch ein “Mama” und schon ist die
    Büxe nass und eben auch der Boden. Genau in diesem Moment kommt ihre
    Mitarbeiterin (nicht die Dame von der Kasse) und raunzt mich an, dass
    ihr so ein “Mist” noch gerade gefehlt hätte und ob ich mein Kind nicht
    trocken bekommen könnte.

    Ich war erst völlig perplex und konterte, dass ich vergebens auf der
    Suche nach ihr gewesen wäre um nach einem WC zu fragen. Da wird mir in
    einem derartig frechen Ton geantwortet, dass es keine Toiletten gebe und
    mein Kind draußen pinkeln solle.

    Selbstverständlich habe ich dann den Boden gesäubert, wo mir eine andere
    Kundin im übrigen anbot zu helfen, weil es offensichtlich für mich
    schwierig war mich zu bücken. und habe ihr Geschäft verlassen. von einem
    weiteren Gespräch mit ihrer Mitarbeiterin habe ich Abstand genommen,
    weil so ein Niveau bin ich von ihnen nicht gewohnt. Mir ist völlig klar,
    dass in ihren Filialen keine öffentlichen WCs sind, sondern nur den
    Mitarbeitern zur Verfügung stehen.

    Aber wir reden hier von Kleinkindern!! Ich bin selber im Einzelhandel
    tätig und kenne den Job, er ist nicht leicht immer gut gelaunt und zuvor
    kommend zu sein. Aber es ist mein Job und dem Kunden gegenüber habe ich
    mich zusammen zu reißen. Zumal wir hier von einer der Umsatzstärksten
    Kundengruppen sprechen, wenn ich mich nicht irre.

    Mit freundlichen Grüßen
    ————————-
    Antwort von der Verwaltung (Nach 3 Wochen)

    Sehr geehrte Frau Saturna,
    vielen Dank für Ihr Schreiben und die damit verbundene Kritik.

    Wir bedauern den entstandenen Ärger sehr, möchten Ihnen jedoch mitteilen, dass eine gesetzliche Verpflichtung, den Kunden Toiletten zur Verfügung zu stellen, seit langem nicht mehr besteht. Seitens der Berufsgenossenschaft dürfen Personaltoiletten von Kunden aus hygienischen Gründen nur in Ausnahme-Fällen benutzt werden.

    Da sich die Toiletten zudem in den Personalräumen befinden, die in den meisten Fällen nur durch unsere Lagerräume zu erreichen sind und sich weiterhin dort auch das Büro und der Tresor (bezüglich des Tresors ist es versicherungstechnisch ebenfalls nicht erlaubt, dass sich Betriebsfremde dort aufhalten) müsste eine der Angestellten als Begleitung mitgehen und vor der Toiletten warten. Wir bitten um Verständnis, dass es aufgrund des genau eingeteilten Personaleinsatzes in unseren Verkaufsstellen nicht immer machbar ist. Lässt es sich zeitlich einrichten, wird Schwangeren, Kleinkindern oder auch älteren Herrschaften die Möglichkeit des Toilettengangs gewährt, obwohl die existierenden Einschränkungen dagegen sprechen.

    Wir würden uns freuen, hiermit zur Klärung des Sachverhaltes beigetragen zu haben und würden uns freuen, Sie und Ihre Familie auch weiterhin als zufriedenen Kunden bei uns begrüßen zu dürfen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hidi Rosmary Sophie Arthur

    Dirk Rossmann GmbH
    Kundenservice
    Isernhägener Straße 16
    30938 Burgwedel

    mit freundlichen Grüssen
    Franz Thaeter
    Abdena Str. 1-2 ~ 26721 Emden

     04921 58 72 95
     0151 252 1678 4

     04921 90 34 52

  3. Von CV:

    Hallo,

    ich möchte eine Lanze brechen für Karstadt. Ich wurde immer höflich und freundlich bedient bei Karstadt in Nürnberg, an der Lorenzkirche. Ich war erst am Samstag mit meiner kleinen Tochter bei Karstadt und wir haben nach einer Mütze geschaut. Es war sofort eine Verkäuferin da und fragte ob sie mir helfen kann und hat das ganze Sortiment durchsucht um eine passende Mütze zu finden. Ich war vorher bei Kaufhof und My Toys und hier wurde ich komplett ignoriert und keine Verkäuferin hat nachgefragt ob sie helfen kann.

    Karstadt wäre nicht in dieser Lage wenn das Management sie nicht in diese Lage gebracht hätten. “Der Fisch fängt vom Kopf her das stinken an!”

    Gruß
    CV

  4. Von FL:

    Hallo und guten Tag!

    Also, nach diversen ähnlichen Begebenheiten würde ich so beginnen:

    „ Ich störe nur sehr ungern Ihre hochgeistige Konversation…!“

  5. Von BH:

    Wie wäre ein Gesprächseinstieg in einem Geschäft gegenüber dem Verkaufspersonal:

    „Guten Tag! Ich möchte Ihren Arbeitsplatz sicherer machen, wenn Sie mir erstklassigen Service bieten.“

    Mit freundlichen Grüßen
    BH

  6. Von DM:

    Hallo Herr Stein,

    ich habe in den letzten Jahren eine Methode für mich gefunden, die ganz gut funktioniert. Voraussetzung dafür ist allerdings die Anwesenheit von mindestens einer Person vom Verkaufspersonal.

    Ich gehe direkt auf die Person zu und sage: “Guten Tag, können Sie mir bitte einen Kollegen oder eine Kollegin schicken, die sich mit …………..(Produktname) auskennt?” Entweder kennt sich die Person selber damit aus und ich werde meistens sehr gut bedient, das Personal will sich ja nicht blamieren, wenn es schon von sich behauptet sich auszukennen.

    Oder aber die Person geht tatsächlich los und organisiert jemanden, der sich wirklich auskennt. Würde diese das nicht tun, entstünde bei mir ja der Verdacht der Verweigerung dem Kunden gegenüber.

    Spaß macht es auch, das Verkaufspersonal direkt zu fragen:”Können Sie mir bitte (immer schön freundlich bleiben, das stärkt das Selbstbewusstsein des Verkaufspersonals und das will ich ja gleich noch schwächen) weiterhelfen?” Die, die keine Lust haben antworten meistens mit einem kurzen: “Nein” und glauben damit sei die Sache für sie erledigt.

    Aber nicht mit mir, dann bin ich wieder am Zuge und sage:”Dann holen Sie mir bitte jemanden der mir weiterhelfen kann.” Das sitzt dann, hat bisher immer funktioniert.

    Mit freundlichen Grüßen
    DM

  7. Von RG:

    Hallo Herr Stein,

    aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass sich Unternehmen wirklich einen Gefallen tun, wenn sie Testkäufer in ihre Firmen schicken lassen. Ich bin z.B. für ein renommiertes Marktforschungsunternehmen als “Mystery Shopper”
    tätig und weiß daher, dass in Läden, die regelmäßig geprüft werden, der Service erheblich besser ist, besonders, wenn die Mitarbeiter von den Tests wissen. Und sollte es einmal Ausreißer geben, dann wird das Fehlverhalten ziemlich schnell korrigiert, was ich dann auch selbst erfahren durfte, denn die beiden einzigen negativen Erfahrungen wiederholten sich bei einem zweiten Besuch nicht mehr.

    Ansonsten helfen bei Ladenketten auch schon einmal Beschwerden an die Zentrale über die Internetseiten. Ich habe immer zumindest eine Entschuldigung erhalten. In einem extremen Fall bei einer Möbelkette war meine Beschwerde letztlich die, die das Fass zum Überlaufen gebracht hatte, woraufhin die komplette Küchenmannschaft des Restaurants des Möblers ausgetauscht wurde.

    Selbstverständlich spare ich aber auch bei Extraleistungen nicht mit Lob.

    Viele Grüße
    RG

  8. Von JB:

    Hallo Herr Stein,

    Nein, entschuldigen braucht man sich da wirklich nicht. Ich sage dann einfach „Guten Tag.“ Wenn dann nichts kommt kann das „Guten Tag“ eben auch mal etwas nachdrücklicher und lauter werden.

    Mit freundlichen Grüßen aus Berlin,
    JB

  9. Von KF:

    Gute Tag Herr Stein

    Was heißt hier höflich bleiben.

    Das geschilderte Verhalten der Verkäuferinnen ist so unhöflich dass eine freundliche Anrede in so einer Situation nicht mehr unbedingt notwendig ist.

    Und man muss sich nicht alles gefallen lassen.

    Ein „netter“ Einstieg wäre: Arbeiten sie gerade oder soll ich mein Geld gleich zur Konkurrenz tragen.

    Oder

    Nachdem sie gerade Pause haben können sie mir bitte den Geschäftsführer ans Telefon holen.

    Oder

    Ich sehe sie haben gerade keine Freude an Ihrer Arbeit. Suchen sie sich doch bitte einen anderen Job und stellen sie eine engagierte und freundliche Verkäuferin ein. Wenn sie das erfolgreich geschafft haben sagen sie mir Bescheid. Auf Wiedersehen.

    Es ist einfach schade dass diese Sorte Verkäuferin nicht kapiert dass Ihr Gehalt nicht von Karstadt oder Douglas oder Esprit gezahlt wird, sondern von zufriedenen Kunden die ihr Geld im Laden zurücklassen. Vielleicht sollte man wie in manchen Gastronomiebetrieben kein Gehalt zahlen sondern eine Umsatzbeteiligung.

    Jeden Abend gibt es Kassensturz und dann werden die zustehenden Prozente mitgenommen. Das hätte sicherlich motivierende Wirkung.

    Schöne Grüße
    KF

  10. Von TS:

    Hallo Herr Stein,

    ich bin begeisterter Leser Ihrer Steins-Woche!

    Zu Ihrer heutigen Frage hätte ich einen Vorschlag, der aus meiner Sicht nicht unhöflich ist. Wie wäre es mit dem Gesprächseinstieg: “Arbeiten Sie für dieses Geschäft? Dann hätte ich eine Frage……..”

    Zur Zeit entschuldige ich mich auch immer, wenn ich eine Frage habe, weil ich es so gelernt habe. Der Dienstleistungsgedanke hier in Deutschland lässt im Einzelhandel doch einiges zu wünschen über. Da ich selbst im Dienstleistungsbereich arbeite, fällt mir das verstärkt auf. Es ist ja nicht nur, dass die Verkäufer/innen unfreundlich sind, man sieht ihnen förmlich die Unlust an der Arbeit an. Da kommt man sich vor, wie der “Störfaktor Kunde”.

    Schöne Grüße
    TS

  11. Von SW:

    Sehr geehrter Herr Stein,

    ich habe mal als Studentin im Lager der Fa. Karstadt gejobbt.Damals galten noch Mark und Pfennig.

    Ein Artikel, der im Einkauf 4 DM kostete, wurde mit 20 DM ausgezeichnet, also eine Gewinnspanne von 500 %.
    Waren, die sich in Großstadtfilialen (Hannover bzw. Braunschweig) schlecht verkauften, wurden in kleineren Städten (Celle bzw. Wolfenbüttel) angeboten und schließlichin schlecht gehenden Filialen (Salzgitter) endgelagert.

    Im Lager war es durchaus üblich und geduldet, dass männliche Mitglieder der Buchhaltung die Lagerarbeiterinnen zum Feierabend “gefilzt” haben.

    Nach diesem Job habe ich nie wieder etwas bei Karstadt gekauft.

    Mit freundlichen Grüßen
    SW

  12. Von TS:

    Guten Morgen Herr Stein,

    ich lese immer gerne Steins Woche, das mal als Erstes!

    Ihrem Ausführungen über die fehlende Kundenunfreundlichkeit bei Karstadt kann ich nur zustimmen. Leider trifft das auch sehr viele andere Geschäfte, darunter Douglas, Esprit und Ernstings Family.

    Vor einigen Wochen war ich im sog. Rathaus Center, sehr praktisch, da es dort ähnlich einer Mall viele Geschäfte gibt, alles schön zusammen. Erst mal bin ich in den Douglas, wollte mal ein paar neue Parfums schnuppern….ganze zwei Verkäuferinnen im großen Laden, beide an der Kasse beschäftigt. Also warte ich bis die eine frei ist…und warte und warte. Kaum war sie nämlich mit ihrer Kundschaft fertig, fing sie – vor mir und der anderen Kundin – ein Privatgespräch an, ohne mich auch nur mit dem Blick zu würdigen. Ich habe sie dann freundlich mit dem Satz „Entschuldigung!“ unterbrochen und fragte nach, ob es von dem Parfum xy eine Probe gäbe. So schnell konnte ich gar nicht fertig sprechen, als sie mir klar machte, dass sie keine Probe davon hätten. Gerade im Douglas ist mir schon sehr oft aufgefallen, dass die Verkäuferinnen dort (ehrlich gesagt, für mich sind das meist arrogante Tussis) sich lieber um ihre Optik kümmern anstatt um die Kunden. Das ich dort jetzt nichts mehr kaufe, versteht sich von selbst. Sie hätte mir ja zumindest am Tester einen Streifen anbieten können. Das wäre aber wohl mit Arbeit verbunden…

    Dann bin ich weiter, wollte mich mal nach Hosen umschauen. Gehe also in den Espritladen. Kein Kunde weit und breit, dafür zwei Verkäuferinnen, die sich sehr angeregt unterhalten. Privat! Ich stelle mich an den Kleiderständer direkt neben sie und gucke sie an. Einzig ein gehuschtes Hallo kam von dort, man will ja nicht gestört werden. Keine Frage, ob ich etwas bestimmtes suche oder mich nur umschauen möchte. Erst nach ca. 4-5 Minuten wird mir diese Frage mal gestellt. Auch hier werde ich nicht mehr hingehen.

    Ein absolutes „Knüllererlebnis“ hatte ich jedoch vor einigen Monaten in Ernstings Family. Ich mit meiner kleinen Tochter in diesen Laden, mal gucken, was es so gibt. Zwei Verkäuferinnen tratschend an der Kasse, während eine von ihnen nebenbei eine Kundin bedient. Ich muss nicht erwähnen, dass das Gespräch teilprivat bzw. privat war. Endlich ist die Kundin weg (aus Sicht der Verkäuferinnen), ich werde weiterhin ignoriert. Meine Tochter interessiert sich sehr für einen kleinen Rasenmäher und fährt damit Probe. Ich finde ihn auch cool und Papa hat ja schließlich auch so einen, allerdings in Rot und nicht in Grün wie das Ausstellungsstück. Ich will gerade auf die Damen zugehen und fragen, ob es den auch in Rot gäbe, als sie sich in Richtung Räumlichkeiten „Nur für Angestellte“ begeben, ohne ihr Gespräch zu unterbrechen. Ich warte einen Moment ab, aber da sie keinerlei Anstalten machen, da wieder rauszukommen ohne wirklich dringenden Grund, gehe ich hin, samt Kind und Rasenmäher, und erlaube mir die Konversation zu unterbrechen. Wieder beginne ich mit „Entschuldigung, aber ich hätte eine Frage“. Darauf bekam ich zur Antwort, sie kämen gleich wieder vor. Ich war inzwischen ja schon etwas sauer und wollte ja nicht den restlichen Tag dort verbringen also sagte ich, sie könnten sich ja später weiterunterhalten. Die Blicke waren nicht sehr freundlich und ich bekam zur Antwort, sie würden gerade „Übergabe“ machen!!!! Wirklich eine Frechheit, hatte ich doch genug Gesprächsfetzen mitbekommen, um zu wissen, dass das nicht ganz der Wahrheit entsprach. Ich bekam dann doch noch meine Antwort und kaufte meiner Tochter den roten Rasenmäher. Wäre sie nicht gewesen, hätte ich sicherlich nichts dort gekauft.

    Wie Sie sehen, passiert das nicht nur bei Karstadt, sondern auch in extrem vielen anderen Geschäften. Ich ertappe mich auch immer wieder, dass ich Gespräche von Verkäuferinnen unterbreche mit „Entschuldigung!“. Hinterher ärgere ich mich immer. Für was bitte entschuldige ich mich eigentlich? Dafür dass ich bereit bin mein hart erarbeitetes Geld in einem Geschäft zu lassen und das Gehalt von lustlosen, ignoranten Tussis ohne jegliches Interesse an ihrem „Beruf“ mit zu finanzieren? Ich hoffe, mir fällt bald ein besserer Einstieg zur Gesprächsunterbrechung ein, ohne gleich unfreundlich zu wirken.

    In diesem Sinne eine schöne Woche!
    TS

  13. Von TS:

    Sehr geehrter Herr Stein,

    ich bin sehr verblüfft gewesen solche Äußerungen über die Karstadt-Mitarbeiter zu lesen. Ich war bis jetzt der Meinung, dass mein Fall bloß eine Ausnahme gewesen war.
    Normalerweise kaufe ich sehr selten in den großen Kaufhäusern ein, doch vor ca. einem Jahr haben es mir zwei Bilder in einer Filiale in Hannover angetan. Die Bilder hängen zwar jetzt in meinem Wohnzimmer, aber das Einkaufserlebnis habe ich bis jetzt nicht vergessen. Ich möchte nicht auf die Details eingehen, aber die ganze Angelegenheit war sehr unangenehm.
    Ich hatte das Gefühl, dass die Verkäuferin mir einen riesen Gefallen getan hat in dem sie mit mir überhaupt gesprochen hatte. Das ich Geld zahle, war ihr wohl nich klar bzw. nicht wichtig.

    Mit freundlichen Grüßen
    TS

  14. Von IH:

    Guten Tag, wir leben in Düsseldorf, da gibt es drei Kaufhof und eine Karstadt-Filiale.

    In den letzten 20 Jahren haben wir vielleicht zweimal etwas bei Karstadt gekauft, es reizte einfach nicht. Jüngstes Erlebnis: mein Mann, etwas üppig geraten, wurde von mir alleine (!!!) ind die Stadt mit dem Auftrag geschickt, eine beige und ein schwarzes Jackett zu kaufen. Er suchte auch bei Karstadt. Ein Verkäufer rief durch die Abteilung: „Kann ich Ihnen helfen“. Mein Mann rief zurück: „Ich suche ein Jackett in Größe 31!“ Die lautstarke Antwort: „Wir führen nur bis Größe 30“ drehte sich um und verschwand. Mein Mann auch, ging zum Kaufhof auf die andere Straßenseite, wurde höflich beraten und kaufte dort zwei Jacketts in Größe 30, die ihm wundersamerweise auch passten…..

    Als wir dieses Erlebnis im Bekanntenkreis erzählten, hatten alle, wirklich alle, entsprechende Beispiele von/ über/ gegen Karstadt auf Lager.

    Mit freundlichen Grüßen
    IH

  15. Von Dr. Karl-Heinz Decker:

    Sehr geehrter Herr Stein,

    Unfreundlichkeit ist leider heutzutage die am häufigsten anzutreffende Umgangsform in Kaufhäusern, wobei es durchaus Ausnahmen gibt. Ich kaufe inzwischen lieber in etwas teueren Häusern ein, in denen aber die Bedienung stimmt. Zudem habe ich einen kleinen Trick: Ich spreche grundsätzlich ältere Verkäuferinnen und Verkäufer an, dann stimmt meist alles.
    Andererseits: Wir beklagen uns über die Unfreundlichkeit des Verkaufspersonals, wollen aber möglichst billig einkaufen. Nun, wer billig einkaufen möchte, der bekommt auch billigen Service. Und wenn wir uns ansehen, an welchem Ende der Lohnskala das Verkaufspersonal steht, dann erklärt dieses Vieles. Welche Motivation wollen Sie von jemandem erwarten, der von vielen Kunden angeraunzt und von seinem Brötchengeber schlecht bezahlt wird?

  16. Von Guenter Stein:

    Guter Punkt. Nur: Wer in teuren Kaufhäusern arbeitet hat meist auch eine andere Ausbildung als jemand, der für 7,50 Euro Stunde jobbt, oder?
    Grüße
    GS

 

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