Wieso stinkt Geld eigentlich nicht?

Freitag 30. Oktober 2009 von admin
Kategorie: Allgemein, Politik |
Merken »
RSS Feed »
Versenden »
Kommentieren »
Twitter Mich »

301009_donnerstagAlles Käse oder was?

Offensichtlich führt die Wirtschaftskrise im Bankensektor zu erstaunlichen Auswirkungen. In Russland ist eine Bank gerade stolzer Besitzer von 40.000 Schweinen geworden. Ein Landwirt, der seine Kredite nicht mehr bedienen kann, hat die Schweine seiner Bank vermacht.

Die Banker sind etwas verwirrt. Sie stellen gerade fest, dass der Unterschied zwischen lebenden Schweinen und den banküblichen Schweinereien doch recht groß ist. Zumal sich der gemeine Banker in der Regel mit anderen Viechern wesentlich besser auskennt und deren Hege und Pflege mit einer gewissen Intensität betreibt.

Melkkühe zum Beispiel. Diese Spezies ist dem Banker wohl bekannt und wird, je nach Größe des Euters, sogar von speziellen „Key Accountern“ betreut. Aus gutem Grund: Melkkühe sind der Schlüssel zum Bonus.

Ebenfalls gut umsorgt und liebevoll mit den besten Tipps zur Prämiensteigerung eingedeckt werden Goldesel, dumme Gänse, äh, reiche Witwen und Glückspilze, also solche Menschen, die im Lotto gewonnen oder die Oma beerbt haben und deren Geld es nun gilt, binnen kürzester Zeit in Besitz der Bank zu bringen.

So ist es nicht verwunderlich, dass die russische Bank, es handelt sich übrigens um die „National Reserve Bank“ des Milliardärs Alexander Lebedew, nun Schwierigkeiten hat, Bankangestellte zu finden, die die Hege und Pflege der 40.000 Schweine übernehmen.

Die, die sich mit echten Schweinereien auskennen, sind unabkömmlich, da für das Kerngeschäft unverzichtbar. Die, die nur Ferkeleien im Kopf haben, darf man nicht aus den Augen lassen. Und die, die schon von Staats wegen bestellt sind, den Schweinestall auszumisten, sind aufgrund diverser Sonderzuwendungen leider nicht bereit, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen.

———————————————————————————————————–
- Anzeige –

Gratis-Download

Egal, ob Sie Arbeitgeber oder Arbeitnehmer sind:
Hier erhalten Sie GRATIS die Antworten auf wirklich ALLE entscheidenden Fragen rund um Mutterschutz und Elternzeit!

Stehen Sie vor einer dieser Fragen:

  • Wann darf Ihr Mitarbeiter wie viel Elternzeit nehmen?
  • Muss die Elternzeit schriftlich angemeldet werden?
  • Was ist, wenn Ihre Mitarbeiterin die Elternzeit mündlich verlangt … oder ohne konkrete An-gaben zu Hause bleibt?
  • Recht auf Teilzeit während der Elternzeit: Sind Sie verpflichtet, den bisherigen Ganztagsjob in eine Teilzeitstelle umzuwandeln?
  • Und so weiter…

Wenn Sie zu mindestens einer Frage eine Antwort haben wollen -– dann klicken Sie gleich hier – und freuen Sie sich auf den kostenlosen Spezialreport „Mutterschutz und Elternzeit“, der Ihnen diese Antwort sofort liefert. Er kommt als PDF-Gratis-Download sofort zu Ihnen.
Klicken Sie einfach hier!

—————————————————————————————————————

Ein ganz anderes Problem hat die Credem, eine italienische Bank

Ihr wurden jetzt 270.000 Parmesan-Räder übereignet. Diese Räder lagern jetzt in einer gut gekühlten Lagerhalle, und auch hier findet die Bank kaum geeignetes Personal in den eigenen Reihen, das sich um die Hege und Pflege des Käses kümmert.

„Pecunia non olet“ stimmt eben nicht immer. Geld stinkt manchmal doch.

Nun könnte man meinen, dass vielleicht einfach einige Banker der Real Estate Bank aus Deutschland, die derzeit aufgrund Geld- und Kundenmangels nicht ganz so viel zu tun haben, einfach von Deutschland nach Italien beordert werden könnten. Mit Geschäften, die zum Himmel stinken, kennen sich diese Banker schließlich bestens aus. Doch die wollen nicht so recht.

Erstens wirft Parmesan kaum Prämien und Boni ab, er krümelt – und es gibt ihn zudem an jeder Ecke, was dem Geschäft viel von seinem Reiz nimmt. Zum anderen haben die Real-Estate-Banker in den letzten Jahren bereits so viel Käse gemacht, dass ihr Bedarf an solchem auf viele Jahre hinaus gedeckt ist. Der Bedarf des Steuerzahlers übrigens auch.

Bleibt die Frage:

Wieso stinkt Geld eigentlich nicht – es sei denn, es liegt in Form von 270.000 Käselaibern oder in Form von 40.000 Schafen auf der Bank?

Wenn Sie die Antwort wirklich wissen wollen:

Die lateinische Redewendung „Pecunia non olet“, „Geld stinkt nicht“ hat ihren Ursprung in der Tatsache, dass über Jahrtausende hinweg gefaulter Urin als Mittel für die Ledergerbung und als Wäschereinigungsmittel eingesetzt wurde. (Wenn Ihnen also am Wochenende Ihr Waschmittel ausgeht und Sie unbedingt noch eine Ladung Wäsche waschen wollen – keine Sorge. Sie haben immer alles da, um munter weiterwaschen zu können …)

Im alten Rom wurden an belebten Straßen sogar amphorenartige Latrinen aufgestellt, um den Urin einzusammeln, der von den Gerbern und Wäschern benötigt wurde. (Bahnhofsunterführungen, die heutzutage ein treffliches Sammelbecken hierfür darstellen, gab es ja noch nicht.)

Doch auch im alten Rom war es nicht anders als heute. Weil nicht nur die Menschen viel Urin produzierten, sondern der Staat auch viel Mist baute, waren die Staatskassen chronisch leer. Und so kam Kaiser Vespasian (69 bis 79 n. Chr.) auf die Idee, auf diese öffentlichen Toiletten eine spezielle Latrinensteuer zu erheben.

Überliefert ist, dass Vespasian diese Steuer, die sein Sohn Titus für einigermaßen bescheuert hielt, rechtfertigte, indem er ihm Geld aus den ersten Einnahmen unter die Nase hielt und fragte, ob ihn der Geruch störe: Suscitans num odore offenderetur.
Als der Sohnemann verneinte, antwortete der Vater: Atqui ex lotio est – Und doch kommt es von Urin.

Letztendlich bleibt festzustellen, dass es die italienischen Banker heute dann doch ein wenig besser haben als die Kollegen in Russland. 40.000 Schweine machen nämlich deutlich mehr Mist und ja, äh, auch Urin, als 270.000 Räder Parmesan.

Übrigens:

Wenn Sie mal nach Paris oder Italien kommen, nutzen Sie ruhig die „Vespasienne“ beziehungsweise die „Vespasiani“, die öffentlichen Toiletten. Für ein köngliches, äh, kaiserliches Geschäft. Denn jetzt wissen Sie ja, warum die Toiletten dort so heißen.

 

Artikel kommentieren

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus!