Stell dir vor. Deutschlands „größter Ausverkauf“ tobt, und du bst nicht dabei. Extra um Mitternacht habe ich mich aus dem Bett geschlichen, nachdem den ganzen Sonntag und Montag kein Durchkommen bei quelle.de war. Vermutlich sind die besten Schnäppchen schon weg, wenn ich endlich an der Reihe bin. Andererseits: Ich zermartere mir ja schon seit der Bekanntgabe von „Deutschlands größtem Ausverkauf“ das Gehirn, was ich denn nun kaufen möchte. Mir fällt nix ein.
Aber vielleicht fällt ja was ab. Ein Weihnachtsgeschenk für meine bezaubernde Holde zum Beispiel. Ein Schmuckstück fürs Schmuckstück – und das mit 30 % Rabatt. Obwohl – da müsste doch eigentlich noch ein bisschen mehr gehen. Bei meinem letzten Türkeiurlaub wurden echte Rolex für unter 10 Euro angeboten. Breitlings für 20 Euro. Und Aichas für 50 Euro. Aber die durfte ich nicht mitnehmen, meine Begleitung war dagegen.
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Aber was mache ich jetzt mit Quelle?
Nun habe ich mich entschlossen, durch meine tapfere Bestellung den verbliebenen 2.000 Quelle-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern bis Weihnachten ihre Jobs zu sichern – und dann ist kein Durchkommen.
Aber halt!
Vielleicht ist genau das ja der Fehler im Denk-System! Die Quelle-Mitarbeiter können ja gar nicht wollen, dass ich und all die anderen zigtausend Schnäppchenjäger vorbeischauen. Je schneller der Laden leergekauft ist, umso schneller wird dichtgemacht! Da steckt doch Logik hinter! Die Seite darf gar nicht funktionieren!
Clever, clever … So werden jetzt jeden Tag nur 10.000 Leute durchgelassen. 18 Millionen Artikel müssen verkauft werden. Was macht 18 Millionen durch 10.000? 1.800. Wenn also jeden Tag nur 10.000 Bestellungen durchgehen, dauert der Ausverkauf noch 1.800 Tage. Das sind 1.800/365 = 4,9 Jahre!
Na bitte! Das macht Sinn, das verstehe ich. Da sage noch einer, dass die in Fürth nicht rechnen können. Jetzt, wo der alte Vorstand weg ist, geht’s …


