Höhere Steuern oder ein Werbeverbot für Alkoholika?

Freitag 15. Januar 2010 von admin
Kategorie: Allgemein, Politik |
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150110_mittwochWas tun mit dem Besoffenen?

Ha, als wäre es Zufall! Heute erreicht mich eine Leserfrage: „Was tun, wenn ein Mitarbeiter auf der Betriebsfeier betrunken ist. Müssen wir den schützen?“ – und gleichzeitig tickert über meinen Bildschirm die Agenturmeldung: „Weltgesundheitsorganisation fordert: Alkohol soll teurer werden“

Die Idee dahinter: Eine Verteuerung von Bier, Wein oder Schnaps zeigt angeblich Wirkung bei den Verbrauchern – und zwar bei schweren Trinkern ebenso wie bei jugendlichen Konsumenten. Dazu die WHO: „Die Erhöhung der Preise für alkoholische Getränke ist eines der wirksamsten Mittel gegen den gefährlichen Alkoholgenuss.“

Sehr witzig die Reaktion des „Weltverband der Alkoholhersteller: Der „begrüßt“ das Papier („Tach!“) als wichtigen und konstruktiven Schritt im Kampf gegen den Alkoholismus. Und ergänzt: Höhere Steuern oder ein Werbeverbot für Alkoholika seien aber kein Allheilmittel gegen die Sucht.

Was sagt eigentlich die Partei „Die Linke“ dazu?

Eine deutliche Anhebung der Alkoholsteuer benachteiligt ja nun vor allem die ärmeren Trinker, die reichen Trinker können immer noch von Champagner auf Sekt umsteigen …

Das ist natürlich ein ernstes Thema. Doch warum wird eigentlich nicht einfach alles verboten, was schädlich ist. Ich kann es Ihnen verraten: Weil Sie dann leider verhungern würden …

Ich recherchiere derzeit für ein Buch zum Thema Nahrungsmittelskandale. Würg. Was da alles zusammenkommt, wenn man mal die Skandale der letzten Jahre nimmt … Also, da trink ich lieber. Das kann nicht ungesünder sein. Hier ein kleiner Auszug (im Buch beginnt die Tabelle bei 1971 – aber die ersten 25 Jahre erspare ich Ihnen lieber …)

Fast alle 3 Monate ereignet sich ein Lebensmittelskandal in Deutschland. Ein Gang durch den Supermarkt ähnelt mittlerweile einem russischen Roulette. Und wahrscheinlich haben Sie in den letzten Monat XY gegessen, ABC getrunken und ihr Baby mit Z gefüttert.

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Auch wenn sich die folgende Aufstellung wie ein Horror-Trip liest, ist sie wahrscheinlich nicht vollständig. Denn unzählige Skandale dringen gar nicht an die Öffentlichkeit und/oder werden bewusst verschleiert.

Der neueste Gammelfleisch-Skandal in Russland ist nur einer von vielen, wie Sie anhand der folgenden Chronik sehen. Die Auflistung zeigt vor allem eins: Die Kontrolle der Lebensmittelsicherheit ist in Deutschland und Europa nicht nur schlecht, sie ist miserabel – und das auf dem Rücken Ihrer Gesundheit!

2006
Gammelfleisch bei der Firma Berger Wild GmbH entdeckt
Hochgiftige und krebserregende Dioxine im Schweinefett entdeckt
Uralt-Rindfleisch von 1984 in Bulgarien entdeckt
Säfte in TETRA-Paks mit ITX-Druckchemikalie verunreinigt
Mit Glycerin gepanschten spanischer Wein mit der Bezeichnung „Gran Reserva“ aufgetaucht
Glassplitter im BAUER-Joghurt
Krebserregendes Benzol in Fruchtsaftgetränken
Nikotin in Hühnereiern gefunden
Kontamination von natürlichen Mineralwässern mit Uran
Lebensbedrohliche Infektionen durch Fäkal-Keime in Wasserspendern und in Geräten zur Herstellung von Sodawasser
Erneut radioaktiv belastete Mineralwässer (Radium)
Gen-Reis aus den USA in allen großen Handelsketten
Erneut verdorbenes Fleisch in Schlachtereien, Zerlege- und Verarbeitungsbetrieb entdeckt
Gen-Reis in Reisnudeln aus China
Krebserregende Nitrosamine in Kosmetika

Seit 7 Jahren abgelaufener Räucherfisch und Fischkonserven aufgetaucht
2007
Illegale Tiermehlexporte
Dioxine und PCB im Dorschleber-Konserven
Babymilch Bebivita, der Firmen Milupa und dm mit dem gefährlichen Mikroorganismus (Enterobacter sakazakii) gefunden
Erneut schädigende Acrylamidwerte in Kartoffel-Chips
Guarkern-Mehl mit Dioxinen belastet
Döner-Skandal: Fleischabfälle werden zu Döner verarbeitet
Mastschweine werden in BIO-Schweine umdeklariert
2008
Fleischverarbeiter verarbeiten vergammelte Schweineköpfe zu Wurstfleisch
Mit Coli-Bakterien verseuchtes Hackfleisch taucht in Frankreich auf
In italienischer Mozzarella-Käse werden Spuren des krebserregenden Dioxin gefunden
Italienischer Wein durch Zusatz von krebserregenden Stoffen und Salzsäure massiv gepanscht
Schlachtabfälle werden als Lebensmittel verkauft
Zusatzstoffe sowie Schimmelbefall in bayrischer Milch
Wein und Sekt mit Glycerin gepanscht
Vergammelter Käse aus Italien kommt als Gorgonzola und Mozzarella in den Handel
Trinkwasser (Leitungswasser) enthält das giftige Schwermetall Uran
China: Baby-Milchpulver und Gastronomie-Milchpulver der Firma Nestlé  sind durch Melamin vergiftet. Viele Babys sterben.
Mit Melamin belastete Kekse etc. tauchen in Deutschland auf.
Birnen aus der Türkei mit verbotenen Pflanzenschutzmitteln belastet
Trauben mit Pestiziden belastet
Mit krebserregendem Dioxin und PCB belastetes Schweinefleisch aus Irland ist in den Handel gelangtMit krebserregendem Dioxin und PCB belastetes Schweinefleisch aus Irland ist in den Handel gelangt
2009
Schon wieder Gammelfleisch aufgetaucht
Salmonellen in EDEKA-Mettwurst
Plastiksplitter in Eis von Nestlé-Schöller
Türkei: Mit giftigem Methanol (Methylalkohol) verpanschter Schnaps kostet deutschen Schülern das Leben
Krebserregendes Asbest in Babypuder
Billiger Kunst-Käse (Analog-Käse) aus Wasser, Pflanzenöl, Milcheiweiß, Stärke, Salz, Geschmacksverstärkern und synthetischen Aromen ist auf dem Vormarsch
Banjo-Riegel der Firma Mars werden wegen  einer mikrobakteriellen Belastung aus dem Handel genommen
Salmonellen in der Mettwurst der Firma Tillmann‘s
Cocain in „Red Bull“ gefunden
Bohnen-Eintopf der Firma Erasco ist mikrobiologisch verdorben
Wieder giftige Pestizide in Gewürzen gefunden
Antibiotikum Natamycin in argentinischem Wein
Glasstücke im IGLO-Tiefkühl-Gemüse
2010
35 Jahre altes Gammelfleisch aus Südamerika in Russland beschlagnahmt
Verbotenes Anti-Pilzmittel in argentinischem Wein
Ein häufiger Bestandteil in Plastikverpackungen der Lebensmittel – Bisphenol A (BPA) führt zu Herzerkrankunge

Ja dann ,wohl bekommts!

 

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