Dafür lohnt es sich zu streiten
In meinem Newsletter „Personal-News“ habe ich am Freitag den Leserbrief eines Unternehmers veröffentlicht, der sich (zu Recht) darüber beklagt, dass er am Gängelband der Arbeitsgerichte hängt. Dazu schreibt eine Leserin eine Antwort-Mail, deren letzter Satz mir gut gefällt.
Also, ich streite dann auch mal. Für ein neues Auto. Für einen neuen Steif-Teddy, da meiner doch sehr abgegriffen ist. Und für einen neuen Flachbildfernseher … mal schauen, wie es ausgeht. Hier der Brief:
Dieser Unternehmer hat mir voll aus der Seele gesprochen!
Wir sind ein metallverarbeitender Zulieferbetrieb und an den Metall-Tarif gebunden. Bei fast jeder Tariferhöhung erhalten wir von unseren Kunden eine freundliche Aufforderung, aufgrund ihrer gestiegenen Personalkosten unsere Preise um so und so viel Prozent zu senken. Als ob bei uns die Löhne nicht auch steigen würden. Es gibt nur 2 Möglichkeiten:
Rationalisieren, was das Zeug hergibt (und damit Arbeitsplätze wegrationalisieren), oder auf die Wünsche des Kunden nach Preisreduzierung nicht eingehen und den Kunden dadurch verlieren, was man sich natürlich nicht leisten kann, ganz abgesehen davon, dass dadurch natürlich Arbeitsplätze noch mehr gefährdet sind.
Vor 30 Jahren haben wir übertarifliche Löhne bezahlt. Mittlerweile zahlen wir nur noch, was tariflich vorgeschrieben ist. Und natürlich sind wir die bösen Arbeitgeber, die immer mehr Arbeitsplätze vernichten.
Vor ca. 1 Jahr mussten wir einem Maschinenarbeiter kündigen, weil sein Arbeitsplatz total weggefallen ist. Vor Gericht kämpfte er erfolglos um den Erhalt seines Arbeitsplatzes. Als Argument gab er an, dass sein Mercedes nun schon 6 Jahre alt sei und er sich ohne Arbeit keinen neuen Mercedes leisten könne. Dies ist wirklich gesagt worden!!!
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