Da hatte ich mir ja fest vorgenommen, nicht mehr über das Thema „Hartz-IV“ zu schreiben. Zumindest vorläufig nicht. Und da flattert mir heute die Pressemitteilung über gleich zwei neue Studien ins Haus. Und jetzt ist es damit amtlich: Arbeiten lohnt sich nicht mehr … Na ja, zumindest nicht für alle.
Die eine Studie stammt von der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Ihr Titel: „Wie generös ist Hartz IV im internationalen Vergleich?“ Die Studie zeigt:
Alleinerziehende Langzeitarbeitslose mit zwei Kindern müssen fast zwei Drittel des Durchschnittslohns oder 2.140 Euro brutto verdienen, ehe sich Arbeit für sie wieder lohnt.
Denn: Ein Alleinerziehender oder verheirateter Alleinverdiener mit zwei Kindern muss ein Einkommen von mehr als 60 Prozent des Durchschnittslohns erzielen, ehe das Nettoeinkommen merklich über dem liegt, was ihm an Sozialtransfers laut den geltenden
Hartz-IV-Regelungen zusteht. (In dieser Rechnung sind allerdings die Kosten für Kinderbetreuung und die Schwierigkeiten, in Deutschland einen Betreuungsplatz zu erhalten, noch nicht berücksichtigt.)
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Ein Grund dafür ist, dass Anreize zur Arbeitsaufnahme, etwa in Form von Freibeträgen im ALG II oder der Mini-Jobs, vor allem auf geringfügige Beschäftigung konzentriert sind.
Gleichzeitig unterliegen regulär beschäftigte Personen schon bei einem geringen Verdienst einer relativ hohen Steuer- und Abgabenbelastung.
Die Lösung, die die OECD vorschlägt:
Eine zielgerichtete finanzielle Unterstützung für existenzsichernde Erwerbseinkommen, wie etwa in Irland, die Anreize zur Aufnahme von nichtgeringfügiger Beschäftigung verstärken.
In Frankreich steigt das Nettoeinkommen bei Arbeitsaufnahme schon ab dem ersten Euro stetig an. In Schweden liegt die Schwelle bei 20 Prozent des Durchschnittslohns, in der Schweiz bei 50 Prozent des Durchschnittslohns. In Irland liegt für Alleinerziehende ab einer bestimmten Wochenarbeitszeit das Nettoeinkommen sogar über dem Bruttolohn.
Übrigens:
Referenzwert für das Durchschnittseinkommen sind die Gehälter von Vollzeitarbeitnehmern in der Privatwirtschaft. Für Deutschland lag dieses Referenzeinkommen im Jahr 2008 bei 41.400 Euro brutto.
Die andere Studie stammt vom Institut für Weltwirtschaft mit Sitz in Kiel (IfW). Auch diese Studie belegt: Für viele Hartz-IV-Empfänger rechnet sich ein regulärer Job nicht.
So hat zum Beispiel eine gering qualifizierte Alleinerziehende mit zwei Kindern (im Dienstleistungsbereich) mit einem regulären Job 1.392 Euro netto. Mit Hartz IV wären es dagegen 1.498 Euro pro Monat – mehr als 100 Euro mehr!
„Das Hartz-IV-System wirkt wie eine Falle, in der sich Arbeit nicht lohnt“, lautet die Schlussfolgerung der Studie. Dazu IfW-Experte Alfred Boss: „Wir haben ein Problem.“
Ja, das haben wir wohl.
Aber ich weiß auch schon, was jetzt einige Menschen denken: „Dann müssen wir eben sehr hohe Mindestlöhne vereinbaren.“ Das sind aber genau die Menschen, die dadurch bedingte Preiserhöhungen energisch ablehnen – und sich dann die Haare lieber zu Hause schwarzschneiden lassen, als in den Friseurladen zu gehen …



Welch ein Unsinn, Herr Stein! Selbstverständlich kann es nur darum gehen, die Niedriglöhne anzuheben, um einen Abstand zu Hartz IV (zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel) zu erreichen. Wäre da nicht die maßlose Profitgier vieler Unternehmer, dann müßten wegen eines generellen Mindestlohnes in Höhe von 10 Euro in diesem Land kaum Preise steigen. Da müßten die Herrschaften eben mal von ihren überzogenen Gewinn-Erwartungen herunter und sich mit einstelliger Umsatzrendite zufrieden geben. Stattdessen heißt es: Der shareholder value muß bleiben, folglich müssen die Kosten runter. Welch fataler Irrglaube! Und weil sie die Schwarz-Friseuse ansprechen: nehmen wir doch mal folgendes Beispiel. In einer Friseurkette kostet der Herren-Haarschnitt unterirdische 11 Euro. Im Schnitt schafft die Friseuse pro Stunde drei Herren. Gehen wir mal davon aus, sie bekommt 7 Euro in der Stunde. Gäbe man ihr statdessen 10 Euro, wäre der Haarschnitt pro Person (wie gesagt, drei Kunden pro Stunde) gerade mal einen Euro teurer. 12 Euro für einmal scheren – na und? Mir wäre es lieber, der Haarschnitt würde 15 Euro kosten, und die Friseuse würde ein ordentliches Gehalt bekommen. Dann könnte sie sich nämlich wiederum einen etwas teureren Friseur leisten, weil sie nicht mehr jeden Euro zweimal umdrehen müßte…
Okay – Gegenfragen:
Wie viele Unternehmen haben wir in Deutschland …..
Wie viele davon sind Aktiengesellschaften ….
Wie viele sind Inhabergeführt und haben nichts, gar nichts, null nix, niente, mit shareholder value zu tun?
Wer die Zahlen kennt, spricht nicht mehr von diesem Shareholder-Unsinn. Es geht da um Minderheiten. Das Gros der Unternehmen hat nichts, aber auch gar nichts damit zu tun. Und nur eineispiel: Diese gierigen Einzelhändler haben im SChnitt eine Rendite von 1 % … was sind das für gierige Menschen .. beschäftigen Mitarbeiter … und könnten mit jedem Sparbuch reicher werden. Also bitte, wenn schon nachplappern, dann richtig.
ich frage mich immer häufiger, wann die lohnnebenkostendebatte zu wirklichen Ergebnissen führt. Die Problematik ist doch, dass wenige über ihre Arbeit sehr vieles vom Staat mitfinanzieren. Wäre die Brutto-Nettobilanz eine bessere, bräuchte man keine Mindestlohndebatten. Und ausserdem: hartz IV ist wie jede Transferleistung vom Staat höchst unsozial. Statt den Menschen eine Aufgabe und damit das Gefühl des Gebrauchtwerdens zu geben, wird jedliches Engagement durch saogenanntes 1-€-jobben unterbunden. Wer fühlt sich da gewertschätzt, als 1-€-Jobber betitelt zu werden?? Warum also nicht einen ersten und zweiten Arbeitsmarkt einführen?
HartzIV Mensch kann sicher an keinem Kreuzfahrt teilnehmen , wie andere Dinge tun wie Auslandsreisen… Da Mensch wird über System so überwacht, selbt Samstag bedeutet Arbeitstag und darf (laut Arbeitsamt)ohne Erlaubniss, Genehmigung von Behörden Stadt und Land nicht verlassen…
Deswegen Neid auf Hartz IV Empfänger soll echt nicht zu gross sein…
Und über Irrland muss ich noch nachforschen, da die hälfte von Lettland dort Unterkunft gefunden haben. Laut obere Studien (OECD)soll Lettland aber die beste Land für “Nicht Ausnutzer” sein.
Der Sinn der Sache aber, wollte nicht einige Kommunismus einführen? Da Deutschland fast am Ziel… nur mit Hartz IV Politik will nicht direkt es ansprechen…
Etwas Verrückt: da Wiederspricht sich alles aber wahr…
Herr Stein nehmen Sie bitte meine Kritik nicht persöhnlich