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Google oder Staat? Wer ist die größere Datenkrake?
Freitag 26. Februar 2010 von admin
Kategorie: Allgemein, Politik |
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donnerstag_260210Google hat Ärger, warum bloß?

Google hat für sein neues „Google Street View“ so ziemlich alle Straßen Europas abfilmen lassen. Doch weil man Google nicht traut, ziehen die Menschen zahlreicher Länder gegen die Veröffentlichung der Straßenbilder zu Felde. Sie fühlen sich ausspioniert. Und auch die deutsche Verbraucherschutzministerin … wie hieß die denn doch … ach ja, Ilse Aigner, CSU, wird nicht müde, vor dem Kraken Google zu warnen.

Diese Warnung eines Regierungsmitglieds ist in etwa so zu verstehen wie die Warnung eines Anglers an die Fische: „Nicht anbeißen!“:

Denn klammheimlich hat sich der deutsche Staat seit Zeiten der Großen Koalition zum größten Datenkraken schlechthin entwickelt. Nur – während es sich gegen Google trefflich protestieren und wettern lässt, fällt dies gegen die gerade amtierende Regierung etwas schwerer. Der Weg durch die Instanzen ist lang und beschwerlich …

Deshalb muckt sich auch niemand darüber, dass derselbe Staat, der seinen Bürgern in der vergangenen Legislaturperiode eine lebenslange Kontrollnummer aufgedrückt hat, die von allen Behörden abgeglichen und verfolgt werden kann … der seit Anfang des Jahres die Arbeitgeber zwingt, auch so wichtige Daten wie Krankheit, Abmahnung, Urlaub usw. an Vater Staat zu melden (natürlich unter Angabe der persönlichen Kontrollnummer (der „lebenslangen Steuernummer“ des Einzelnen nämlich) …

Dabei macht das alles Sinn, denn:

Dieser ganze Wust von Daten wird in einen staatlichen Zentralrechner gespeist. Genau wie die Steuerdaten des Bürgers. Auch dafür gibt es ja einen staatlichen Zentralrechner. Und was für ein Zufall: Diese Zentralrechner können miteinander kommunizieren. Ups! Und wenn es nur das wäre …

Dank des flächendeckenden Mauterfassungssystems ist es natürlich möglich, auch die Bewegungen von privaten Pkws zu verfolgen. Da die Mauterfassung auch Steueraspekte berührt – genauso wie die Tatsache, dass jeder Autofahrer ja auch ein Pkw-Steuerzahler
ist –, gibt es auch hier – Zufall oh Zufall! – eine Verbindung mit dem Zentralrechner. Auch wenn beteuert wird, dass man diese Daten wirklich nicht nutzt.

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Und überhaupt, Google:

Google hat doch diesen Dienst „Google Earth“, mit dem sich Landstriche, Häuser, Grundstücke usw. vortrefflich am PC-Bildschirm betrachten lassen. Und wer guckt? Vater Staat! Bei der Berechnung der Grundsteuer, der Abwasserabgaben, der Zuwendungen an Landwirte …

Müsste da Vater Staat nicht ein Loblied auf „Google Street View“ jubeln?

Braucht er doch gar nicht mehr. Er weiß doch sowieso schon alles von Ihnen und mir!

 

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