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Was sagen Sie zum Medienecho der Trunkenfahrt der Bischöfin
Freitag 26. Februar 2010 von admin
Kategorie: Allgemein |
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dienstag_260210„Die Liebe, die der Wein gemacht“

Kennen Sie Rex Gildo? Der Mann war Schlagerstar, bummelte seinerzeit mit der Sängerin Gitte gerne des Nachts im Stadtpark unter den Laternen, feierte unentwegt die Fiesta Mexicana und liebte die Liebe, die der Wein gemacht. Zumindest sang er davon:

„Die Liebe, die der Wein gemacht,
die hält nur ein paar Stunden.
Was du mir schwörst in dieser Nacht,
hat nur der Geist im Wein erfunden.“

Seit heute gibt es eine neue Version des Liedes. Es handelt sich um den
„Evangelische-Kirche-Remix:“

„Die Flasche, die sie leergemacht –
Das konnte doch nicht klappen.
Die Polizei in dieser Nacht,
die nahm ihr gleich den Lappen …

Na gut, das passiert auch anderen. Allerdings ausgesprochen selten ist das bislang einer Bischöfin passiert. Entsprechend groß ist heute das Medienecho auf die Trunkenheitsfahrt der Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche und Landesbischöfin Margot Käßmann.

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Doch dieses gewaltige Medienecho ist ein ganz klein wenig ungerecht! Denn Bibelkenner wissen: Die Bibel trieft nur so vor Wein. Und vermutlich kam Frau Bischöfin nur von einer harmlosen Bibelstunde der Theaterlaienspielgruppe „Die frommen Hannoveraner“. Eine Truppe frommer Laiendarsteller, die gerne die Hochzeit zu Kana nachspielen, jene Hochzeit, auf der der junge Jesus Wasser in Wein verwandelt, nachdem die feierfröhliche Hochzeitsgesellschaft sämtliche Vorräte des Hochzeitspaares vernichtet hat.

Ausgesprochen gerne wird von dieser Theatergruppe auch das letzte Abendmahl nachgespielt. Vor allem die Szene, in der Jesus das Brot bricht und den Wein reicht. Aus Kaloriengründen wird hierbei auf das Brot verzichtet.

Ebenfalls großer Beliebtheit erfreut sich die Darstellung der Wiederauferstehung. Aus einem einfachen Grund: Schon in Joel 4, 18 steht, dass am Ende aller Zeiten paradiesische Zustände herrschen werden. Der Prophet Joel malt sich und den Gläubigen ein Endzeit-Bild, in dem Jerusalems Berge voller Wein sind.

Und mal ganz ehrlich:
Wenn schon Gott den Wein schuf (so steht es zumindest im Psalm 104, 15) – dann kann dessen Genuss doch nicht verboten sein.

Wobei es doch einen winzig kleinen Haken an der Sache gibt:

Erstens brauchte sich in den Jahren, als die Bibel niedergeschrieben wurde, niemand um seinen Führerschein Sorgen zu machen. Zum anderen – steht denn nicht auch bei Paulus geschrieben, dass Trunkenbolde niemals das Himmelreich erben werden? Eine für eine Bischöfin irgendwie unbefriedigende Situation.

Andererseits – wer will denn heute noch etwas erben? Bei der hohen Erbschaftsteuer …

Wie gut, wenn es da noch etwas kostenlos gibt! Den zweiten Download zu dieser Ausgabe von Steins Woche nämlich. Hier ist er schon:

2 Kommentare zu “Was sagen Sie zum Medienecho der Trunkenfahrt der Bischöfin”

  1. Von Herbert Becker:

    Sehr geehrter Herr Stein,

    ich schätze Sie sehr, was die Fachberichte angehen.
    Aber Ihre Anmerkungen und Äußerungen zum Fall der ehemaligen Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche und Landesbischöfin Margot Käßmann finde ich geschmacklos und Pfui!!!!!

  2. Von Karl-Heinz Andes:

    Sehr geehrter Herr Stein,
    ich habe Ihren Artikel über Frau Margot Käßmann gelesen.
    Am Rande erwähnt, ich bin katholisch erzogen worden, zwischenzeitlich aus der Kirche ausgetreten und konfessionslos.
    Also gehe ich das Thema pragmatisch, ohne große Emotionen an.
    Frau Käßmann ist das passiert, was vielen anderen Mitbürgern hätte auch passieren können.
    Nur, Frau Käßmann ist eben nicht ein beliebiger Mitbürger, sondern die Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche und Landesbischöfin gewesen, und das ist halt ein kleiner Unterschied.

    Es ist mühsam darüber zu referieren, dass ein Taxi preiswerter und ohne Zweifel weniger folgenreich gewesen wäre.

    Frau Käßmann ist sicher eine geradlinige, qualifizierte Frau der Kirche, sie hat die entsprechenden Konsequenzen aus dem Fehler gezogen.
    Ich finde, dass das entsprechend gewürdigt werden sollte und weder Spott noch Häme verdient.
    Allenthalben Respekt, so mancher Politiker könnte sich ein Beispiel daran nehmen.

 

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