Ich bin NEU!
Einverstanden? Na dann: RUF MICH AN.
Freitag 5. März 2010 von admin
Kategorie: Allgemein, Politik |
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050310_montagWir können doch drüber reden …

Warum bin ich nicht selbst darauf gekommen? Alle tun es. Und keiner hat ein schlechtes Gewissen dabei. Die Dame von der 0900-Nummer, die mich abends anbrüllt: „Ruf mich an!“ – und für den Anruf eine Menge Geld nimmt. Auch wenn sie mir das vorher gar nicht gesagt hat.
Rechtsanwälte tun es. Sie lassen sich Gespräche mit Mandanten teilweise fürstlich bezahlen – sofern man nicht privat mit ihnen befreundet ist oder der Einfachheit halber einen heiratet.
Psychologen und Psychiater tun es ebenfalls. Auch sie werden dafür bezahlt, um mit Ihnen zu sprechen.

Und wenn 0900-Damen, Rechtsanwälte und Psychiater es tun – dann kann es doch nicht verwerflich sein, wenn ein, sagen wir mal Ministerpräsident, auch Geld dafür haben möchte, wenn er zum Volk herabsteigt, um mit ihm zu sprechen. Natürlich nicht mit dem gemeinen Volk. Gespräche mit diesem gibt es auf dringenden Rat seiner Berater gratis, weshalb der Kontakt zum gemeinen Volk auf ein Minimum beschränkt wird.

„Aber das Volk der Unternehmer und Arbeitgeber“, so flüstert es eines Tages einer dieser Berater ins Ohr des Ministerpräsidenten, „das ist sicherlich bereit, Geld dafür zu bezahlen, um mit ihnen zu sprechen. Wir könnten das ja staffeln. Ein ‚Guten Tag Herr Ministerpräsident‘ kostet 1.000 Euro. Sie lächeln dafür huldvoll und antworten kurz mit ‚Guten Tag‘. Sie müssten sich dabei aber wegdrehen, damit nicht jemand ein Foto mit Ihnen und diesem Billigunternehmer macht. Das gibt es erst ab 3.000 Euro. Wenn jemand so viel zahlt, ist auch ein kurzes Foto drin. Aber ohne Händedruck.“

Der Ministerpräsident hört sich die Worte seines Beraters nachdenklich an. „Aber ich kann doch die Unternehmer nicht gegen Geld in die Staatskanzlei kommen lassen?“ Der Berater strahlt. „Daran habe ich natürlich gedacht, Herr Ministerpräsident. Wir machen das anders … Wir haben doch so viele Messen und Ausstellungen …“ Der Ministerpräsident seufzt laut. „Ja, schrecklich. Und immer soll ich bei den Eröffnungen dabei sein. All die vielen Menschen, schrecklich. Dafür müsste es Schmerzensgeld geben!“

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„So machen Sie ganz elegant Schluss mit dem Reisekosten-Chaos“

Seitdem am 1.1.2010 die Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen mehr als halbiert worden ist, herrscht beim Thema Reisekostenabrechnung regelrechtes Chaos. Denn Nebenleistungen müssen weiterhin mit 19 % versteuert werden. Oder gar nicht. Beispiel Internet: Wird es gratis vom Hotel gestellt, fällt es unter die Leistung Zimmer. Zahlen Sie dafür, sind 19 Prozent fällig.

Oder denken Sie an das leidige Thema Frühstück:

4,50 Euro werden Ihnen vom Staat angerechnet. Auf den Zimmerpreis. Dumm nur, dass das Zimmer eine 19-Prozent-Leistung ist, das Frühstück dagegen immer eine 7-Prozent-Leistung … Und wie rechnen Sie da richtig?

Genau diese Antwort liefert Ihnen jetzt der neue Gratis-Download „Umsatzsteuer-Reduzierung im Hotelgewerbe – So rechnen Sie jetzt immer richtig“.

Der ist wichtiger denn je:

Pikanterweise hat die Finanzverwaltung ihre Betriebsprüfer angehalten, bei Fehlern in den Hotelabrechnungen Ihnen den kompletten Vorsteuerabzug zu verwehren. So soll bei Ihnen wieder hereingeholt werden, was man den Hoteliers geschenkt hat.

Doch Sie kann das nicht schrecken!

Denn mit dem neuen Gratis-Download „Umsatzsteuer-Reduzierung im Hotelgewerbe – So rechnen Sie jetzt immer richtig“ – (1 Klick hier genügt) – sind Sie ab sofort wieder auf der sicheren Seite. Er verrät Ihnen:

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  • Welche Leistungen ermäßigt sind – welche nicht – und wie Sie bei Ihren Abrechnungen stets die richtige Unterscheidung treffen
  • Was unbedingt auf jede Ihrer Hotelrechnungen stehen sollte – und wie Sie das blitzschnell überprüfen
  • Welche 5 Fehler Sie unbedingt vermeiden müssen, damit der Betriebsprüfer nicht strahlt, sondern ein langes Gesicht bei Ihnen macht
  • Und, und, und

Meine Empfehlung:

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„Eben, das ist es“, Herr Ministerpräsident. „Ab sofort ist alles anders! Jetzt halten Sie nur noch an den Ständen der Unternehmen, die dafür bezahlt haben. 4.500 Euro für ein ganz kurzes Gespräch mit Händedruck. Und 6.000 Euro für ein Gespräch von mindestens 2 Minuten plus Foto, plus Händedruck. Natürlich geht das Geld an die Partei. Es soll ja kein Geschmäckle haben. Was halten Sie davon?“

„Hm, ich weiß nicht so recht. Wie machen die das denn im Fernsehen mit den Frauen, die man rufen kann. Da könnte ich hier in der Kanzlei bleiben.“

„Herr Ministerpräsident, das ist eine wunderbare Idee. Wir könnten damit den Geldeingang optimieren. Allerdings fürchte ich, dass die Presse doch die ein oder andere Anmerkung machen würde, wenn Sie jetzt schon 0900-Nummer anbieten. Die Zeit ist einfach noch nicht so weit. Da draußen“ – mit einer wegwerfenden Geste zeigt der Berater Richtung Fenster – „da draußen ist Dschungel, da herrscht pure Anarchie. Eigentlich kann man einem ehrlich Regierenden gar nicht mehr zumuten, nach draußen auf die Straße zu gehen …“

„Das sagt mein Justizminister auch immer“, murmelt der Ministerpräsident mit kummervoller Miene. „Wie schön wäre mein Land, wenn es das Volk nicht gäbe. Aber man wird diese Leute einfach nicht los!“

Mit einem entschlossenen Ruck setzt sich der bislang im Regierungssessel tief versunkene Ministerpräsident gerade aufrecht. Er hat eine Entscheidung getroffen.

„Sie haben Recht. So machen wir das.  Wenn ich mich schon nach da draußen wage, soll das den Menschen auch etwas wert sein. Außerdem ist es für einen guten Zweck. Für die Partei. Der geht das Geld zu. Sorgen Sie aber bitte dafür, dass mir im Gegenzug die lohnabhängigen Mitgliedsbeiträge erlassen werden. Jeden Monat habe ich die gleiche Diskussion mit meiner Frau: ‚Was die Partei wieder kostet … Kann man da nicht weniger zahlen? … Die rauben dich aus‘.“

„Kein Problem, Herr Ministerpräsident. Ich habe schon in der Zentrale vorgefühlt. Die machen das.“
„Gut.“ Der Ministerpräsident nickt begeistert. „Dann ist ja alles in Ordnung. Obwohl … mit wem haben Sie denn da gesprochen?“
„Mit dem Chef persönlich, Herr Ministerpräsident!“
„Aber, aber … bin denn nicht ich der Chef?“
„Genau, Herr Ministerpräsident. Und haben wir nicht gerade miteinander gesprochen?“
„Ja, aber …“
„Kein Aber, Herr Ministerpräsident. Wer sich so für die Partei einsetzt, der darf doch auch mit Entgegenkommen rechnen!“
„Ja.“
„Darf ich das als ‚Ja‘ werten?“
„Ja.“
„Sehen Sie, Herr Ministerpräsident. Es ist was wert, wenn man miteinander redet.“
„Donnerlüttchen. Da haben Sie Recht!“

Tja – und damit bin ich bei meiner Geschäftsidee. Was für die Damen von 0900 und den Ministerpräsidenten gilt, kann doch für arme Schreiberlinge nicht schlecht sein. Deshalb hier meine neue Tarifliste:

  • E-Mail an mich ohne Antwort: 1 Euro
  • E-Mail mit kurzer Antwort („Bestätige ich dankend den Erhalt Ihrer leider im Spamordner vernichteten Wortmeldung“): 5 Euro
  • Anruf bei mir und Verbindung mit meinem stets freundlich klingenden Anrufbeantworter: 10 Euro
  • Anruf bei mir, verbunden mit der telefonischen Auskunft: „Ich habe keine Zeit, rufen Sie im nächsten Jahr noch mal an“: 20 Euro
  • Anruf bei mir, verbunden mit einem kurzen Gespräch über Gott und die Welt: 100 Euro.
  • Treffen mit mir, ohne Fotos, ohne Händeschütteln und ohne warme Worte: 500 Euro
  • Treffen mit mir mit Fotos und Händeschütteln bei der Überreichung des Überraschungsaufklebers „Steins Woche“: 800 Euro
  • Treffen mit Foto, Händeschütteln, Überraschungsaufkleber und mindestens 5-minütigem persönlichem Gespräch: 1.000 Euro

Einverstanden? Na dann: RUF MICH AN. 0900 – xx xxx xxxxx.

Nachtrag:
Wieso beschleicht mich gerade der Verdacht, dass die Idee vielleicht doch nicht ganz so gut ist? Also gut, zur Entschädigung für meine unverschämten Forderungen lasse mich mir etwas anderes einfallen. Meine Idee dreht sich um den neuen Spezialreport, der die Folgen solcher konspirativen Treffen zwischen Politik und bestimmten Wirtschaftsteilnehmern „repariert“, damit Sie nicht länger damit zu kämpfen haben:

 

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