Dass heute Weltfrauentag ist, weiß ich ausführlich in den Newslettern „Personal-News“, „F.A.Q. Personal Daily – Ihre Frage bitte“ und „Sozialversicherung und Lohnsteuer aktuell“ zu würdigen. (Newsletter, die Sie übrigens auch kostenlos abonnieren können, falls noch nicht geschehen. Klicken Sie einfach den jeweiligen Titel an. Die Newsletter sind natürlich kostenlos.)
Was ich bei der Würdigung dieses Tages allerdings nicht berücksichtigt habe, ist der Umstand, dass auch meine über alles geliebte Holde diese Newsletter liest. Schon allein, um auf dem Laufenden darüber zu sein, was ich wann und wo über sie schreibe.
„So so, heute ist also Weltfrauentag“, sagt sie, nachdem sie den Newsletter „Sozialversicherung und Lohnsteuer aktuell“ mit wenig schmeichelhaften Zitaten von Harald Schmidt und Stefan Raab zu diesem Tag gelesen hat. „Wie wirst du mich als die Frau an deiner Seite denn heute würdigen?“
Ich schaue sie verblüfft an. Darüber habe ich mir, ganz ehrlich, überhaupt keine Gedanken gemacht. Warum auch? Ehre ich meine Holde denn nicht das ganze Jahr über? Zumindest in weiten Teilen davon. Also auf jeden Fall häufiger, als an nur einem einzigen Tag im Jahr.
„Du wieder“, sage ich verächtlich. „Reichen dir denn Valentinstag, Namenstag, Geburtstag, der Tag des ersten Kusses und der Tag der letzten Versöhnung nicht aus? Denk daran“, ergänz ich mahnend, „der Speicherchip im männlichen Gehirn, der für das Speichern irgendwelcher Gedenktage verantwortlich ist, hat nur ein begrenztes Volumen.“
„Das dein Chip ein begrenztes Volumen hat, ist mir bereits mehrfach aufgefallen“, sagt meine Holde schnippisch. „Trotzdem finde ich, dass du dir zum Weltfrauentag etwas für mich einfallen lassen könntest. Irgendetwas Romantisches.“
———————————————————————————————————————————————————-
- Anzeige -
Möchten Sie beim Thema Firmenwagen auf einen Schlag mehrere Hundert Euro sparen?
Dann machen Sie Ihren Klick hier zum lohnendsten des Jahres. Denn mit diesem Klick gelangen Sie zu unserem neuen Gratis-pdf-Ratgeber „Besteuerung von Firmenwagen“. Er verrät Ihnen – anhand konkreter Praxisbeispiele –, wie Sie bei Abschreibung, Privatnutzung und Co. die wirklich günstigste Methode ermitteln, und zeigt, wie Betriebsprüfer versuchen, beim Thema „Firmenwagen“ Geld in die Kasse des Finanzamts zu pumpen.
Ihr Vorteil:
Mit diesem Wissensvorsprung wissen Sie genau, worauf es ankommt. Sie profitieren gleich doppelt. Von der Ersparnis, weil Sie genau wissen, wie Sie IHREN Firmenwagen am günstigsten abrechnen – und weil der Betriebsprüfer bei Ihnen leer ausgeht.
Deshalb :
Nutzen Sie diese Vorteile. Klicken Sie gleich hier und fordern Sie unseren neuen Gratis-pdf-Ratgeber „Besteuerung von Firmenwagen“ gleich an.
———————————————————————————————————————————————————-
Ich schüttele den Kopf. „Beim Weltfrauentag geht es um Gleichberechtigung. Um die Vereinbarkeit von Beruf und Haushalt, um Lohngleichheit und was weiß ich noch alles. Eigentlich könnte man den Tag auch gleich abschaffen. Ist doch schon alles erledigt.“
„Erledigt“, schnaubt meine Holde und verzieht ihren Mund. „Die meisten Frauen in Deutschland verdienen immer noch weniger als die Männer. Im gleichen Beruf übrigens.“
„Das ist ein Durchschnittssatz“, sage ich. „Die Frauen verdienen deshalb weniger, weil sie kürzer arbeiten. Teilzeit und so.“
„Und warum tun sie das?“
„Weil ja irgendwer auf die Kinder aufpassen muss!“
„Siehst du“, sagt meine Holde triumphierend. „Genau darum geht es. Es sind immer noch wir Frauen, bei denen alles hängen bleibt. Die Arbeit, der Haushalt, die Kinder.“
„Jetzt fang nicht wieder damit an“, sage ich und verdrehe die Augen. „Es sind nun mal die Frauen, die die Kinder kriegen und die Männer, die derweil zur Arbeit gehen.“
Kaum habe ich den Satz ausgesprochen, schon bemerke ich an der Reaktion meiner Holden, dass er einer jener Sätze aus der Kategorie „eher unglücklich“ ist. Aber gut, das lässt sich nicht mehr ändern. Nun ist er draußen. Und da steht er nun zwischen mir und meiner Holden und wabert hässlich vor sich hin.
„Und genau wegen Männern wie dir brauchen wir auch in Deutschland den Weltfrauentag noch sehr, sehr lange“, zischt die Holde – und verschwindet.
Da sitze ich nun eingeklemmt zwischen Weltfrauentag und einer Frau, die nunmehr felsenfest davon überzeugt ist, einen Kerl an ihrer Seite zu wissen, der sich in der Tabelle der „vollkommen unbelehrbaren Männer“ zweifelsohne auf einem der vorderen Spitzenplätze widerfindet.
Um es ganz deutlich zu sagen: Das ist zutiefst ungerecht. Und ich kann nun einmal nichts dafür, dass es die Frauen sind, die die Kinder kriegen. Genau so wenig, wie ich etwas dafür kann, dass Frauen besser Auto fahren (schreibt heute zumindest die BILD-Zeitung unter Berufung auf eine Studie des Automobilclubs ACE ) und Männer tatsächlich besser einparken können (schreibt die Allianz nach Auswertung von ein paar Tausend Schadensmeldungen).Es gibt einfach ein paar Dinge, die sind naturgegeben. Basta.
Wütend klappe ich meinen Laptop zu. Spontan beschließe ich, meine kleine montägliche Discounter-Runde zu starten um zu schauen, was Aldi, Lidl und Co. so im Angebot haben. Und, na gut, wenn es denn sein muss, vielleicht fällt mir auch eine kleine nette Geste zum Weltfrauentag ein. Wie war das noch? Schenkt man an diesem Tag den Damen nicht eine rote Rose? Das kann ich zum Einfädeln der Versöhnung ja auch einmal probieren.
Auf dem Weg zum ersten Discounter komme ich – wie es der Zufall will – an einem Blumengeschäft vorbei. „Was man hat, hat man“, denke ich – und halte an. Schnell ist die Rose kauft – und weiter geht es.
Die Discounter-Runde selbst verläuft eher ereignislos. Irgendwie ist die Aktionsware auch nicht mehr das, was sie früher war. Zurück im Auto stelle ich die Nachrichten an – und betrachte zufrieden die langstielige rote Rose. Doch was in aller Welt erzählt mir da der Mensch im Radio?
Ausgerechnet Alice Schwarzer, Deutschlands oberste Frauenwächterin, schreibt heute in der Frankfurter Rundschau einen flammenden Appell für …. für die ABSCHAFFUNG des Weltfrauentags. Sie hält ihn für überholt, sozialistisch und eine Verhöhnung der Frauen. Stattdessen, so ihr Vorschlag, solle man einen Tag „für alle Menschen“, für „Mann und Frau“ eben einführen. Und zwar an allen 365 Tagen des Jahres …
Ha! Mit funkelnden Augen blicke ich auf die rote Rose auf dem Beifahrersitz und fahre nach Hause.
„Hast Du gehört“, rufe ich schon in der Tür. „Hast du DAS gehört?“
„Was?“, fragt meine Holde und beäugt mich skeptisch.
„Hast du gehört, was Alice Schwarzer gesagt hat, Deutschlands Oberfrauenwächterin?“
„Habe ich nicht“, sagt meine Holde ungeduldig. Derweil schaut sie auf die rote Rose, die ich in der Hand halte. „Du willst dich wohl versöhnen, oder?“
„Ja, vorhin wollte ich das noch. Aber jetzt … jetzt ist alles anders.“
„Was ist alles anders?“ Ich ernte einen hochskeptischen Blick.
„Na, dass mit dem Weltfrauentag und so. Wenn ich dir nämlich jetzt diese Rose überreiche, dann nur, weil das ab heute der „Mann und Frau-Tag“ ist. Der ‚Mann-und-Frau-Gedenktag‘. Hat Frau Schweizer gesagt. Weil der Weltfrauentag nämlich vollkommen gegen die Frau ist.“
„Aha“, sagt meine Holde, und schaut mich mit meinem Blick an, mit dem man ansonsten gestrandete Walfische oder hinkende Dackel anzuschauen pflegt. Ich lasse mich nicht beirren.
„Also, diese Rose ist für dich. Für den letzten Weltfrauentag. Und ab sofort ist Mann-Frau-Gedenktag. Jetzt bist du an der Reihe – und ich setze mich jetzt ins Arbeitszimmer und warte, was du dir einfallen lässt.“
Tja, und da sitze ich nun. Langsam senkt sich die Nacht über das Land. Die Straßenlaternen gehen an. In einigen Häusern der Nachbarschaft herrscht schon Dunkelheit. Der Mond zieht seine einsamen Bahnen … Und ich werde Alice Schwarzer jetzt einen geharnischten Brief schreiben. Was nutzen denn ihre Ideen, wenn nicht mal die eigene Holde mitzieht? Ach, Emanzipation ist ein so schwieriges Geschäft …



Ein Mann muss in seinem Leben:
- ein Haus bauen,
- einen Baum pflanzen und
- einen Sohn zeugen.
Die Frau muss:
- das Haus putzen
- den Baum giessen und
- den Sohn erziehen.
Sagt das nicht schon alles…?