Gesehen, gekauft, verstaubt

Mittwoch 31. März 2010 von admin
Kategorie: Allgemein |
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dienstag_010410Dinge, die die Welt nicht braucht

Haben Sie schon mal Sachen gekauft, die Sie unbedingt haben mussten – und höchstens einmal? Und sie anschließend nie wieder gebraucht haben?

In meinem „Ich-spiele-den-ganzen-Tag-im-Hintergrund“-Radiosender geht es heute Vormittag genau um dieses Thema. Der Moderator hat gestern beim Aufräumen in seinem Keller ein altes Keyboard gefunden. Er hat es sich vor zehn Jahren im Supermarkt gekauft. Eine spontane Entscheidung. Dumm nur, dass er anschließend nichts damit anfangen konnte. Wobei es böse Zungen gibt, die behaupten, dass ein Großteil der Beziehungen ähnlich funktioniert.

Nun möchte der Moderator wissen, ob seine geschätzten Zuhörer auch schon einmal Dinge gekauft haben, die sie anschließend nie verwendet haben. Sein Telefon steht nicht mehr still – und der Computer mit dem „E-Mails ins Studio“ läuft zu.

Elke H. aus P. hat zum Beispiel einmal eine mobile Badewanne für das Wohnzimmer gekauft und beim Versuch des ersten Gebrauchs festgestellt, dass gleich zwei Dinge nicht stimmen. Erstens ist ihr Wohnzimmer zu klein, zweitens ist die Badewanne zu groß. „Ich habe sie dann nie benutzen können. Sie steht heute noch im Keller“, so die Aussage. Was zwei Fragen aufwirft: Warum badet sie dann nicht im Keller? Und hat sie (die Anschaffung erfolgte vor rund 8 Jahren) überhaupt jemals gebadet?

Thomas C. aus D. dagegen hat sich und seiner Freundin eine Hollywood-Schaukel geschenkt, über die sie sich auch sehr gefreut hätte, wenn die beiden damals nicht in einer Zwei-Zimmer-Wohnung eines Hochhauses in Freiburg gelebt hätten. Im fünften Stock.

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Peter W. aus F. hat sich bei einem Verkaufssender einen elektrischen Ananasschäler bestellt. „Ich konnte nicht anders. Die Vorführung hat mich so begeistert! …“ Peter W. aus F. hat sich dann auch erst nach der Bestellung daran erinnert, dass er unter einer Ananas-Allergie leidet …

Am schlimmsten aber hat es Günter S. aus R. bei K. getrieben. Er bestellt oder kauft eigentlich dauernd Dinge, die irgendwann irgendwer bestimmt einmal gebrauchen kann. Nur er selbst nicht.

Zum Beispiel den Profi-Hobel „Zobel-Max“:

Damit lassen sich Möbel hervorragend renovieren … verschönern … verändern. Doch was im Fernsehen sehr einfach aussah, entpuppte sich in der Praxis als … schwierig. Was an den beiden linken Händen von Günter S. aus R. bei K. liegen mag. Oder daran, dass die Welt gelegentlich schlecht ist. Auf jeden Fall:

Das mit dem Verändern hat ja ganz gut geklappt. Doch schon bei der Frage, ob es sich bei dieser Veränderung auch um eine Verschönerung handelt, gingen die Meinungen sehr weit auseinander. Wobei es sich hierbei – das sei der Fairness halber gesagt – nur um zwei Meinungen handelt: seine und die seiner Holden.

Zobel-Max ruht nun im Keller im Regal der „Niemals-Wiederkehrenden“.

Dort ruht auch seine manuelle Saftpresse „Ilka“:

Ilka wurde ihm auf einem Wochenmarkt vorgeführt. Der Verkäufer nahm rote Weintrauben, Granatapfel, Kirschen, stopfte sie in einen Behälter, den er anschließend mühelos auf Ilka setzte, drehte, und schwups, tollen Saft hatte. Als Günter S. aus R. bei K. das sah, konnte er spontan nicht mehr ohne Ilka leben und nahm sie für viel Geld mit nach Hause.

Unterwegs kaufte er rote Weintrauben, Granatapfel und Kirschen. Zu Hause stopfte er sie vor den staunenden Augen seiner Holden in den Behälter, den er nicht ohne Mühe auf Ilka setzte, drehte, und schwups, eine Riesensauerei produziert hatte. Einige der Flecken sind heute noch zu sehen. Merkwürdigerweise bekommt seine Holde auch solche im Gesicht, wenn sie sich daran erinnert.

Direkt neben Ilka lagert der Reiskocher „Arabia“:

Ein sehr schönes Modell. Damit lässt sich Reis für eine arabische Großfamilie im Handumdrehen zubereiten. Beansprucht man die Dienste von Arabia allerdings nur für die Zubereitung von Reis für zwei Personen, führt dies unweigerlich zu strengem Geruch, beißendem Qualm und verbranntem Reis. Solange Günter S. aus R. bei K. noch keine Familie in den Ausmaßen einer arabischen Großfamilie hat, ruht Arabia nun friedlich im Keller im Regal der „Niemals-Wiederkehrenden“.

Aber Günter S. aus R. bei K. gibt nicht auf. Es gibt noch viele andere Dinge zu entdecken, von denen er heute noch gar nicht weiß, dass er schon morgen nicht mehr ohne sie leben kann.

Im Moment liebäugelt er mit dem Küchen-Doppel-Mixer „Super-Doub“ aus dem Fernsehen, der sogar Beton zerkleinern kann. Er weiß zwar noch nicht, warum er einen Küchen-Doppel-Mixer braucht, der Beton zerkleinern kann. Auch ist ihm nicht entgangen, dass der Mann, der im Fernsehen damit Suppe … Pudding … Eis … Püree und Tapetenkleister zubereiten kann, mindestens 15 Aufsätze im Einsatz hat, der
Original-Küchen-Mixer „Super-Doub“ aber nur mit einem Aufsatz geliefert wird … aber irgendetwas sagt ihm: „Du musst ihn haben. Du kannst nicht mehr ohne ihn leben.“

Außerdem ist im Regal, dort unten im Keller, noch eine Menge Platz. Gleich neben Ilka.

Apropos Platz: Ist noch Platz auf Ihrem Rechner? Für diesen zweiten Gratis-Download sollte auf jeden Fall Platz da sein. Denn er bringt Ihnen bares Geld!

2 Kommentare zu “Gesehen, gekauft, verstaubt”

  1. Von Yvonne:

    Ja ja, was den Herren die Technik ist der Damenwelt die Mode.
    Ich kenne viele weibliche Kleiderschränke in denen wunderschöne Teile vor sich hinvegetieren, die als Schnäppchen gekauft wurden nur leider nicht in der entsprechenden Größe, allerdimgs unter dem Vorwand der Damen, bald wieder in diese Größe mach einer Diät hineinzupassen. So sollte neben dem Regal für ILKA auch ein Regal für die \Ich-war-billig-und-bin-sehr-schick-nur-leider-passt-meine-Käuferin-nicht-in-mich-hinein-und-wird-dies-auch-nie\ -Kleidungsstücke aufgebaut werden. Natürlich doppelt so groß wie das Regal der Herren. Soviel Anstand sollte sein.
    Allerdings freuen sich über solche Fehlkäufe immer wieder die Freundinnen, die diese Kleidungsstück dann doch tragen können und so noch viiieeel günstiger an das \erjagte\ gelangen…

  2. Von Nicole:

    Tztztz, wer läßt denn noch in Zeiten von ebay ungenutzte Dinge im Keller Staub ansetzen? ;-)

    Frohe Ostern wünscht

    Nicole aus C.-N. bei B.

 

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