Mailand, il mio amore, oder so …
Es gibt in Mailand eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten. Den Mailänder Dom. Die Galleria Vittorio Emanuele II. Die Scala. Den Palazzo Reale. Die Piazza Mercanti. Nicht zu vergessen: Das letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci will bewundert werden. Und wenn das Geld noch reicht, geht es ins Modeviertel rund um die Via Montenapoleone. Und natürlich darf ein Abstecher zum Mailänder Schloss nicht fehlen.
Meine Holde und ich waren heute in Mailand. Wir haben die Zufahrt zum Flughafen gesehen und das Novotel am selbigen.
Den Mailänder Dom haben wir nicht gesehen.
Auch nicht die Galleria Vittorio Emanuele II.
Die Scala haben wir links liegen lassen.
Ebenso den Palazzo Reale und die Piazza Mercanti inklusive Mercanti.
Das letzte Abendmahl wird weiterhin ohne uns verspeist.
Im Modeviertel haben wir keinen Umsatz gelassen.
Dafür sind wir auch nicht am Mailänder Schloss vorbeigekommen.
Das alles liegt aber nicht daran, dass meine Holde und ich zur Gruppe der Kulturbanausen gehören und sich in der Freizeit nur in den Liegestuhl hocken. Diese kalte Ignoranz hat einen anderen Grund. Wir sind in geheimer Mission unterwegs. Ihr Name: Rettet die Schwiegereltern!
Die sitzen seit zwei Tagen in Mailand fest und finden keine Möglichkeit, von dort fortzukommen. Alle Flüge sind aus vulkantechnischen Gründen gestrichen. Der Bahnhof ist dafür nicht nur überfüllt, sondern auch von außen von einer ca. 200 Meter langen Menschenschlange umstellt. Und Mietwagen sind nach Aussage des nicht mehr ganz so hilfsbereiten Personals etwa wieder am Sankt-Nimmerleins-Tag zu bekommen.
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Die Asche ist weg – die Fragen bleiben. Aber nicht mehr lange!
Durch die tagelangen Flugverbote sind viele Mitarbeiter nicht zur Arbeit gekommen. Nur:
- In welchen Fällen müssen Sie den Lohn fortzahlen, in welchen nicht?
- Welche Kosten müssen Sie als Arbeitgeber nun übernehmen, wenn der Arbeitnehmer auf einer Dienstreise gestrandet ist?
- Dürfen Sie abmahnen, wenn ein Arbeitnehmer unter „Sichtflugbedingungen“ nicht zu einem wichtigen Termin fliegen wollte?
- Was, wenn Arbeitnehmer jetzt noch ihren genehmigten Urlaub verschieben wollen?
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Lediglich die Hoteliers in der Stadt verhalten sich zivilisiert:
Für gestrandete Menschen beträgt der Zimmeraufschlag bescheidende 350 Prozent
gegenüber dem Normalpreis. Dafür hat aber jeder Verständnis. So ein Hotelier hat es nicht leicht. Den ganzen Tag muss er sich wüste Beschimpfungen ausgebeuteter Touristen und Gestrandeter anhören. Allein das rechtfertigt schon einen ordentlichen Zuschlag.
„Meine armen Eltern“, hat meine besorgte Holde schon am Freitag gejammert. Am Samstag wurde das Jammern nicht kleiner. Am Sonntagmorgen fuhren wir los. 817 Kilometer zeigt das Navigationssystem für die Strecke „Köln – Mailand Novotel am Flughafen“ an. Das ist ja ein Klacks. Zumal die Schwiegereltern von unserem Coup nichts wissen. Sie richten sich auf einen längeren Aufenthalt ein und überlegen bereits, wie sie die Rentenzahlungen der kommenden zwei bis drei Jahre für die avisierten nächsten Übernachtungen nach Italien umleiten.
Die Mailänder Hoteliers haben nämlich festgestellt, dass gleichzeitig mit dem Vulkanausbruch auch die Ferien in Italien begonnen haben. Das rechtfertigt einen Ferienzuschlag auf den Vulkanzuschlag. Außerdem könnte eventuell demnächst in Mailand eine Messe sein. All diese besonderen Umstände zwingen die armen Hoteliers dazu, auf den Vulkanzuschlag plus Ferienzuschlag noch einen „Es könnte ja Messe sein“-Zuschlag zu erheben. Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen.
Wir haben es da besser. Die Strecke von Köln nach Mailand ist sehr schön. Zumindest der deutsche Teil bis zur Schweizer Grenze. Der Grund liegt auf der Hand: In Deutschland weiß ich, wo die Blitzer sind. Aber da Reisen bekanntlich bildet, weiß ich es jetzt für die Strecke Basel – Mailand auch.
Wir passieren also Freiburg, Basel, diverse Seen und landen gegen 16.30 Uhr in Mailand. Und siehe da – im Foyer treffen wir die Schwiegereltern. Sie trauen sich nicht aus dem Hotel, weil der Hotelier sonst möglicherweise einen Rückkehrer-Zuschlag erhebt.
Auf den ersten Blick sind die beiden für uns aber nur schwer zu erkennen, was daran liegen mag, dass beiden die Kinnlade wie bei zwei Synchronturmspringern bis zum Boden gleichzeitig herunterklappt, als sie uns aufkreuzen sehen. Das macht das Wiedererkennen etwas schwerer.
Doch natürlich gibt es dann nach einem mehrfach betonten „Ihr seid bekloppt!“ nicht nur ein großes Hallo, sondern auch einen doppelten Espresso, während eilig die Koffer herbeigeschleppt werden. Das Hotelpersonal schaut ein wenig betrübt. Gerade kam in den Nachrichten, dass der Luftraum weiterhin gesperrt bleibt. Solche widrigen Umständen erfordern natürlich einen sofortigen „Erschwernis-Aufschlag“ auf den Vulkanzuschlag, den Ferienzuschlag und den „Es könnte ja Messe sein“-Zuschlag. Doch zumindest bei diesen beiden netten deutschen Touristen, die seit zwei Tagen verzweifelt in der Hotellobby herumhängen, gehen sie leer aus. Ätsch!
Pünktlich um 17.15 Uhr, gefolgt von noch etwa fünfzehn „Ihr seid wirklich bekloppt!“, startet die Fahrt zurück. Wieder zeigt das Navigationsgerät 817 Kilometer an, was sehr beruhigend ist. Also handelt es sich um die gleiche Strecke, nur rückwärts. Das ist schon deshalb beruhigend, weil ich auf der deutschen Seite aus langjähriger Erfahrung weiß, wo die Blitzer stehen. Was die Schweizer Seite betrifft, weiß ich das jetzt übrigens auch. Ich bin sehr froh darüber, denn ich habe meinen Fotoapparat vergessen und kann aus diesem Grund keine eigenen Fotos von unserer einzigartigen Rettungsaktion machen. Die werden mir jetzt aber nachgeschickt.
Gegen 1.00 Uhr (der Stau vor dem Gotthard-Tunnel hat uns eine Stunde lang die umliegende Landschaft ausgiebig bewundern lassen) treffen wir wieder im Rheinland ein. An Bord zwei glückliche Schwiegereltern, die wir passgenau vor ihrer Haustür absetzen. Mit mehreren „Ihr seid absolut bekloppt!“ werden wir herzlich nach Hause entlassen, nicht ohne vorher zu beschließen, die erfolgreich abgeschlossene Odyssee am kommenden Wochenende bei einem Festmahl zu begießen.
Und was macht der brave Deutsche nach so einer langen Autofahrt?
Geht er gleich zu Bett? Natürlich nicht! Ich gehe an den Computer, um nachzuschauen, was ein Erinnerungsfoto, geschossen auf einer Schweizer Autobahn, so kostet. Google braucht nicht lange, um die Antwort zu liefern. Und jetzt weiß ich, dass meine Schwiegereltern unrecht haben. Ich bin gar nicht bekloppt. Ich werde es gerade …
Nun ja, „selber Schuld“, kann da der geneigte Leser antworten. Und natürlich haben Sie recht. Deshalb hier die Warnung an alle Kinder unter 18: Lasst euch nie beim Zuschnellfahren mit dem elterlichen Auto erwischen. Und für alle anderen Leser hier der erste Gratis-Download für diese Ausgabe – und es ist WIRKLICH reiner Zufall, dass der so schön zum Thema passt:


Danke!! Die immer noch entsetzten, aber gleichzeitig sehr dankbaren Schwiegereltern. Solch einen Schwiegersohn muss man erst einmal finden. Über das hübsche!? Erinnerungsfoto reden wir noch, wir möchten es als Erinnerung einrahmen.
ich wollte Holde eltern auch nach Kabul schicken…
aber
bwr-media wird von Reisen-Rettungs-Kosten total kaput gehen also Konkurs anmelden oder wie Anna Karenina sich unter Zug werfen…
Schwabenland Ba-Wü schickt Senjoren nicht nach Kasachstan…aber nach Mallorca oder ZürichSee…(Kostengünstig Urne zu vergraben)
es gibt echt bessere Ziele
Schwaben für Köln
und Katastrophe Touristen…
aber
Mainland – Katzensprung für Zugverkehr und echt günstig
der jeniger der am Tag über 1700 km und mit Foto für Flensbururg fährt…
nicht nur beklopft!!!
bei uns Odessa Mitbürger IV Hartz- …
verlangen je Stunde / 10 Euro so Fahrt von Köln – Mailand – Köln… kostet alleine Lohn über 1700 Euro…
so viel schulden (Holde wegen liebste beklobte Eltern,… wenn nicht BW-Media für Reisekosten
berechnet)
Ich kann jeder Zeit kostenlose Rechnung zu erstellen
“Odessa Vordergrund Verein” bitte aber spenden…
Kurrani (Lolita…
Aber Zugfahrt 2 Personen Mailand – Köln max. 500 Euro..
die 2 Rentner Kabulreise auch über Ostern min.2.000. Euro
Rettungskosten “openend” da Auto muss über 4000 km und Iraq, Iran, Türkei usw. fahren….
viel Spass bei nächsten Einsatz…
Da Deutsche Rentner reisen im ganzen Welt “Nonstop” egal wie hoch Rente ist…
Es ist ein Glück solche Holde zu haben besonders “bekloppte Schwiegereltern” da bwr-media überglücklich um Reisekosten abzurechnen…