Da unser Schiff heute wieder einen Seetag hat, bleibt Zeit, ein Blick auf das wahre Bordleben zu werfen.
Insgesamt befinden sich nach Auskunft des Kapitäns Menschen aus 41 Nationen an Bord. Da sich das Gros der 2.700 Gäste aus Holländern, Italienern, Deutschen, Engländern und Franzosen sowie einigen versprengten Japanern zusammensetzt, müssen die übrigen 35 Nationen zum rund tausendköpfigen Personal gehören.
Die zahlende Kundschaft, setzt sich – unabhängig von der Nationalität – im Wesentlichen aus 4 Arten zusammen:
- Dicken Rentnern.
- Dünnen Rentnern (deutlich in der Minderheit).
- Dazwischen etliches Mittelalter ohne Kinder sowie ein schmaler Unterbau „Familie mit Kindern“.
Für die meisten der Rentner ist der Tagesablauf streng strukturiert. Er orientiert sich an de Essenszeiten:
- 5 Uhr: Frühstück für Frühaufsteher.
- Ab 8 Uhr: Frühstück in den Restaurants.
- 10 Uhr: die Pizzeria öffnet.
- 12 bis 15.00 Uhr: Mittagessen.
- 16 Uhr: Nachmittagskaffee.
- 18.00: Abendessen im Selbstbedienungsresturant.
- 18.30 Uhr und 21.00 Uhr: Essen im Restaurant.
- 21.00 Uhr: die Pizzeria schließt.
- 24.00 Uhr: Mitternachtssnack.
Dieser anstrengende Programmablauf lässt als weitere Unternehmung nur noch das Nickerchen am vorderen oder am hinteren Pool oder auf dem Sonnendeck zu. Wobei der gemeine Kreuzfahrer hierbei gleich zu Beginn der Reise sein festes Plätzchen belegt hat, dass es für den Rest der Fahrt zu verteidigen gilt. Rentner verteidigen ihren Platz dabei etwas strenger als das Mittelalter.
Zwar hat sich auch das Mittelalter in der Regel gleich zu Beginn der Fahrt für einen Pool entschieden, der für den Rest der Fahrt zum festen Anlauf- und Liegepunkt wird. Nur bei der Wahl der Liege zeigt man sich flexibler. Es darf auch mal eine Liege ein Stück mehr links oder rechts als am Vortag sein (sofern nicht bereits von einem sie hart verteidigendem Rentner belegt) – nur in der gleichen Reihe sollte die Liege auch für die Mittelalter-Gruppe schon stehen.
Eine Kreuzfahrt ist insofern für viele der Kreuzfahrer nichts anderes als eine Pauschalreise am Strand von Mallorca oder Fuerte Ventura, nur mit anderen Möglichkeiten:
Der Pool ist immer da – aber freundlicherweise wird er mitsamt einem selber durch die Landschaft und über das Meer transportiert.
Wem das nur am Pool liegen zu langweilig ist, kann sich an den Aktivitäten des Animationsteams beteiligen. „Basteln für Erwachsene“, „Wahl des Mister Schönste Beine“ oder den „Übungen für einen schlanken Bauch“, wobei merkwürdigerweise an den Übungen für den schlanken Bauch nur Menschen teil, die bereits einen schlanken Bauch haben. Die mit Bauch sitzen derweil in der Pizzeria, weil es noch ein wenig Zeit bis zum Programmpunkt „Öffnen des Selbstbedienungsrestaurants“ ist.
Meine Holde und ich aber haben irgendwie die Zeit nicht im Griff. Bislang haben wir es nicht ein einziges Mal geschafft, an einem dieser Angebote teilzunehmen. So sind uns, seit wir an Bord sind, auch das Wanderspiel „Ball und Tasse“ entgangen, das Gruppenspiel „Sultane gegen Omane“ und das Teamspiel „Arranka“. Selbst das „neckische Spiel für unsere erwachsenen Gäste“, „Fang den Luftballon“ haben wir verpasst. Ganz zu schweigen von den Bastelstunden.
„Wir müssen auch nicht alles mitmachen“, meint meine Holde tröstend zu mir, als ich ihr aus dem täglich neu an die Gäste verteilten Tagesprogramm vorlese, was wir wieder alles nicht geschafft haben. „Wir sind ja zur Erholung hier!“
Und damit hat sie recht. Außerdem gibt es ja noch das Abendprogramm: die „Faschingsparty für unsere Gäste – Kostümbasteln ab 22 Uhr, Karnevalsfeier ab 23 Uhr“ oder den „Karaoke-Wettbewerb mit unserem Disk-Jockey Mike ab 23 Uhr.”
Wem das zu spät ist, der kann schon um 19.30 Uhr im großen Theater „I have a dream“ anschauen, „Die Show unserer Mannschaft für Sie!“ Allerdings empfiehlt es sich, bei solchen Shows etwas weiter hinten zu sitzen, da ein Sitzplatz in der vorderen Reihe unzweifelhaft die eigene Teilhabe am Spektakel auf der Bühne bedeutet. Weshalb meine Holde stets in der letzten Reihe sitzt. Sicher ist sicher. Wobei ich eigentlich sagen müsste: „Sitzen würde“. Denn natürlich haben wir es bislang auch noch nicht einmal zu einer der Shows geschafft. Und genau das ist das Merkwürdige an Bord eines solchen Schiffes:
Eigentlich könnte man den ganzen Tag so viel tun – aber am Ende hat man nichts getan. Der Tag ist blitzschnell um – und man hat keine Ahnung, wo die Zeit geblieben ist. Womit der Beweis erbracht ist: Einfach mal Nichtstun ist eine Tätigkeit, bei der die Zeit rasend schnell vergeht. Und – ja, ich gebe es zu, es ist herrlich erholsam. Trotzdem:
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Morgen, morgen nehme ich ganz bestimmt am Bastelkurs teil. Um 17 Uhr steht: „Wir basteln Keramik“ auf dem Programm. Allerdings zeitgleich mit „Bauch Beine Po – Teil 2“ und der „Herausforderung Playstation“ die allerdings mit dem „Tischtennis-Turnier auf Deck 5“ kollidiert.
Na ja, bis morgen ist ja noch ein bisschen Zeit. Und so lange verteidige ich meine Liege!



ein Kreuzfahrt oder Teilnahme ist identisch wie ein Platz in Altenheim zu buchen.
Es gibt oft, dass ältere Menschen es merken: so günstig und so viel Frass und Zimmerbetreung und “bastelkurse” usw selbst im Altenheim wird nicht angeboten. Altenheim ab 7000 Euro Monatskosten bietet keine sichere Liegeplatz, dafür 1 Bett im Doppelzimmer und inkl. einer/em Schnarche/er.
So Buchung von Kreuzfahrt soll als Altervorsorge sein und zukunftorientiert als Probe und sehr zum Empfehlen.
Da ein Schiff kann gleich für 6 Monate buchen um nicht nur Rente zu sparen, sondern auch gleich unnötige Kosten für Altenheim umzugehen…
Ich habe Glück, Kreuzfahrt für 30 Tage ausprobieren: ein Schiff von Ostdeutschland etwa 70-Jahren Herstellung und Supernova aus Frankreich mit Italienische Besatzung. Mich begleitete Ludmila, bei andere reiste Stephan mit und vor unseren Augen waren VIP, so wie junge Menschen (Ukrainische Bedienung wie am Tisch, Tänzer, VIP die um sonst reisen…)
Bei Supernova Schiff mit Stephan haben wir statt Abendessen Großtennis gespielt, dabei viele Bälle im Ozean versenkt wurde. Wenn sich gut vorbereitest, kann Kreuzfahrt auch riesege Spass werden.
Aber Beitrag war so in schwarzen getroffen,und so realistisch, ich habe auch wieder übernommen auf web-seiten: http://www.grundlich.de/16.html
Kann Rechtschreibung kaum prüfen.. so hoffe mich werden trotzdem verstehen…