Warum Hauptschülerinnen früher Schwanger werden

Freitag 21. Mai 2010 von admin
Kategorie: Allgemein |
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montag_210510Quadratur des Kreises

Eine meiner ganz treuen Leserinnen ist „Lolita“. Das mag daran liegen, dass deren Lebensgefährte ebenfalls Günter heißt. So etwas verbindet.

Doch diesmal bekomme ich Schimpfe von ihr. Lolita ist auf steinsblog.de auf meine Aufstellung über Hartz-Leistungen IV gestoßen. Sie findet, dass man auf dem Thema „Hartz“ nicht herumreiten solle.

Doch als ich ihre Mail lese, kommt mir sofort wieder die Erinnerung an den vergangenen Freitag hoch. Mit meinem Freund Günter (der heißt nun auch wirklich so, Sie haben es also gleich mit drei Günters zu tun) hatte ich eine anregende Unterhaltung. Er ist bei einer großen Wohnungsbaugesellschaft beschäftigt. Dazu gehören etliche Wohnungen aus dem „sozialen Wohnungsbau“. Er erzählt:

Unsere Mieter haben die Verpflichtung, die Hausflure zu putzen. Das geht reihum. Jede Woche ist ein anderer Mieter dran. Die Sache hat nur einen Haken: Das Gros der Hartz-IV-Empfänger putzt nicht.

„Es gibt keine Sanktionsmöglichkeiten mehr!“, berichtet Günter. Während „normale“ Wohnungsmieter, die „vergessen“ zu putzen, mit einer (kleinen) Geldstrafe belegt werden, wenn sie die Hausflure und Hausanlagen nicht in Ordnung halten, hat ein Bonner Gutmensch-Richter entschieden: Hartz-IV-Empfängern darf man keine Strafe auferlegen. „Das Geld ist zum Leben da, nicht um Sanktionen zu befriedigen“, so der Richter. Folge: Keiner putzt mehr  und hält sauber … und entsprechend verkommen einige der Häuser. Und nicht nur das:

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Mittlerweile klagen einige der dort wohnenden, nicht putzenden Menschen gegen die „unhaltbaren Zustände“. Sie verlangen, dass dann halt auf Kosten der Wohnungsbaugesellschaft geputzt wird. „Das wäre ja wohl eine Selbstverständlichkeit.“

Eine Ausnahme?

Vielleicht so eine wie der neue „junge Mädchen-Sport“ in den gleichen Siedlungen, von dem mir kürzlich eine Stadtverordnete berichtete. Bei den dort wohnenden „Problemfamilien“ hat es sich bei den 15- und 16-jährigen herumgesprochen, dass sie mit einem Baby eine eigene Wohnung „für lau“ bekommen. Und siehe da: Die Zahl der jungen Mädchen, die schwanger werden, steigt tatsächlich stetig an.

Mein Freund Günter behauptet übrigens von sich, dass er als Hausverwalter in diesen Siedlungen mittlerweile eine „Trefferquote von knapp 80 %“ hat. Er wettet mit seinen Kollegen, welches Mädchen als Nächstes schwanger wird und eine eigene Wohnung fordert. Sein Fazit: „Bisher habe ich fast noch immer Recht gehabt!“

Aber nun gut – Sie haben Recht. Das sind alles Einzelfälle. Und es ist ungerecht, diese herauszugreifen. Auch wenn eine aktuelle Studie beschreibt:

„Die Schulbildung hat einen massiven Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, minderjährig schwanger zu werden. Hauptschülerinnen sind erheblich häufiger betroffen (54%) als Gymnasiastinnen (11%), und zwar in allen Altersgruppen. Da in der Population der Jugendlichen Hauptschüler und Gymnasiasten etwa gleich häufig sind, kann man davon ausgehen, dass das Risiko einer Hauptschülerin etwa fünfmal so hoch ist, minderjährig schwanger zu werden, wie das einer Gymnasiastin.“

Und dass die Zahl der Hauptschüler und Schulabbrecher seit Jahren steigt … nein, ich schreibe nicht mehr drüber. Sonst setzt es Schimpfe von Lolita.

Keine Schimpfe, sondern einen interessanten Gratis-Download habe ich für Sie noch über … hier ist er schon:

4 Kommentare zu “Warum Hauptschülerinnen früher Schwanger werden”

  1. Von Margit:

    Hallo Herr Stein,

    2 meiner Söhne waren in der Hauptschule und beim Ältesten hat der damalige Kultusminister Mayer-Vorfelder in Baden-Würtemberg vorgeschlagen bzw. ich weiß jetzt nicht mehr ob es später auch dann beschlossen wurde zu meiner Zeit jedenfalls nicht.: Das Thema Verhütungsmittel darf nur nach Anfrage durch die Schüler behandelt werden. Wir Eltern (man beachte – Hauptschuleltern) haben in der Klassenpflegschaftssitzung darüber diskutiert ob unser Kultusminister noch alle Tassen im Schrank hat. Wir diskutierten ob es nicht sinnvoll wäre, die Folgen einer Mutter- bzw. Vaterschaft besonders in der Hauptschule als dringenstens Problem im Sexual- oder Sozialkundeunterricht zu behandeln. Dieses Thema hat mich als Elternvertreter während meiner vielen Hauptschuljahre belastet, denn es tat sich nichts. Das war der Stand Anfang der 80er-Jahre.
    Heute sieht man die Folgen.

  2. Von Name *Thomas Böhm:

    Das ist ein dümmlicher Artikel auf dem Niveau von Westerwelles Leistungsgesellschaft.
    Wenn eine Gesellschaft für Bildung, gerade für die Schwächsten in Haupt- und Sonderschule, nicht genug Geld für Hilfen ausgibt, braucht man sich über eine soziale Verrohung nicht zu wundern. Die Rechnung für diese Politik wird noch sehr hoch werden!
    Aber die bürgerlichen parteien sind mit Hilfen für Banken und deren Aktionäre ja so beschäftigt, daß für soziale Dinge kein Geld übrig ist, siehe Bafög-Erhöhung.

  3. Von Peter S.H.:

    Sie bekommen nicht nur Schimpfe von Lolita, Herr Stein!

    Was wollen Sie denn mit diesen ganzen Aufzählungen eigentlich zum Ausdruck bringen? Dass Hartz IV-Empfänger faul sind? Dass sie verantwortungslos sind? Dass sie berechnend sind? Dass sie dumm sind?

    In Ihrer Pauschalität bedienen Sie unterschwellig genau die Vorurteile derjenigen Menschen, die die sog. Unterschicht nur aus dem Fernsehen und aus der Zeitung kennt.

    Dies schreibt Ihnen ein Jurist der ehrenamtlich für die Caritas arbeitet und die “Unterschicht” ein klein wenig kennengelernt hat. Mit Beiträgen dieser Art vergrößern sie nur die bestehende Kluft zwischen den sozialen Schichten. Aber was ist das schon gegen Ihren Freund den Hausverwalter Günter und die von ganz Ihnen pauschal zitierte Studie. Schlechte Meinungsmache ist das!

  4. Von Lolita:

    Ehrlich habe nicht erwartet so eine offene keiner Antwort auf meine Fragen und „Schimpfen“ wurde mit Kritik bisschen verwechselt, uns verbindet eben Name Günter, so fange damit auch:
    Günter Nr.3 scheint ein Angestellter zu sein, so ihm soll piep egal sein wie viele Kinder von welchen Müttern in nicht seine Häuser leben. Dann Kehrwoche so Sache an sich, oft braucht man keine Kehrwoche zu machen, so blitz über mehreren Wochen alles, kein Staub und nix zu finden… In manche Städten wo Stadtreinigung nicht zu sehen, dafür aber einiges am Gehweg… Hätte diese Günther Nr.3 Aussicht bei Städtereinigung ausgeübt und Kommunen dafür bestraft, dass deutsche Städte inzwischen so aussehen…
    Bei Günther Nr.2 im seinem Haus leben keine Mütter mit Kindern, da in ein Zimmer – WG nicht so einfach sich zu vermehren… Denn Konzept habe ich angeboten, statt an Familien mit Kinder zu vermieten, nehmen wir lieber Alleinstehende und die können tun was sie wolle, nur wenn ein Kind in Sicht , bitte melden sie dann auch bei Günther Nr. 3 . Er ist dafür doch da die schwachen Familien zu unterstützen.
    Was Günther Nr. 1 betrifft, da sage ich Problem lag an Einnahmen und Ausgaben sowie das Thema Neid wurde angesprochen.
    Wenn Günther Nr. 1 weniger verdient wie ein Hartz IV-Empfänger und aber kann sein Lebensunterhalt nicht über Hartz IV aufstocken… bedeutet es was schief gelaufen:
    Alleinstehende können problemlos Unterhalt aufstocken.
    Ich habe auch Pech da mit Günther Nr. 2 unter einem Dach lebe, so was ungerechtes, und bekomme kein Cent von Stadt dazu zu meinem Minieinkomm von 400 noch Euro.
    Könnte sein das die Holde Problemzone für Günter Nr.1 ist? Wenn es um Aufstocken von Hartz IV geht, dass sie zu viel verdient oder zu sehr vermögend wäre?
    Ich kann mehr schlecht vorstellen dass Günther Nr. 1 sich auch mit Vermietungen beschäftigt, sonst hätte Herr Günther Stein das Thema nicht so oberflähig angesprochen.
    Und was für mich neues aber: eine Strafe für nicht gemachte Kehrwoche…. Das war aber Witz des Tages.
    Viele liebe Grüße an alle beteiligten Günters mit „h“ und ohne
    Lolita

 

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