Lügen Sie schon oder essen Sie kein Bio?
Endlich habe ich eine überzeugende Erklärung bekommen. Stimmig. Wissenschaftlich fundiert – und in der Zeitung „Die Welt“ veröffentlicht. Schon seit einiger Zeit mache ich mir ein wenig Sorgen um meine Ex-Frau, die ein fließend kreatives Verhältnis zur Wahrheit entwickelt hat. Und was steht da in „Die Welt“?:
Bio-Esser lügen öfter!
Daran gemessen, müsste meine Ex in den letzten zwei Jahren größere Mengen an Bio-Nahrung verputzt haben, aber gut, das ist eine andere Geschichte … Doch immerhin verrät die Studie das an dem Satz: „Man ist, was man isst“, durchaus etwas dran ist!
Sie können sich ja jetzt mal messerscharf einschätzen – oder auch Ihre Liebsten und alle anderen – und schon wissen Sie Bescheid:
| Genießer | Health-Food-Junkie | Sensationssucher | Stress- und Frustesser |
| Lieben gute Gespräche, Kultur und verabscheuen Stress. Handy im Restaurant – das gibt es bei ihnen nicht. Wenn sie solche Menschen einladen oder um sich haben: Bringen Sie Zeit mit – und Stoffservietten. | Politisch korrekte Menschen, aber in der Regel nicht sehr tolerant, sondern eher von der strengen Sorte.
In Tabellen aufbereitete Informationen bereiten ihnen die größte Freude! Was schreibt die Studie? „Jemand, der den ganzen Tag damit verbringt, nur Tofu und Quinoa-Kekse zu essen, fühlt sich so heilig wie jemand, der sein ganzes Leben den Obdachlosen gewidmet hat.“ |
In dieser Gruppe befinden sich die meisten Männer. Dieser Typ will stets neue Reize und Abenteuer erleben. Kulinarisch steht er auf scharfe, salzige und deftige Speisen – leider mit Tendenz zur ungesunden Nahrung.
Wer zu dieser Gruppe gehört, neigt zu Besserwisserei, Bequemlichkeit und Egoismus, auch im … Na ja, Sie wissen schon. |
Jeder Dritte Deutsche zählt angeblich zu dieser Gruppe. Was daran liegt, dass der Mensch schon vor Urzeiten angesichts aufziehender Unbequemlichkeiten erst mal die Nahrungsspeicher aufgefüllt hat. Man weiß ja nie …
Man findet die meisten Frauen in der Gruppe der Frustesser. Der Grund: Frauen essen zum Trost gerne Süßes, weil sie schon als Kinder zum Trost gerne mal ein Bonbon bekommen haben, Jungs dagegen nur einen Klaps auf die Schulter: „Indianer kennen keinen Schmerz!“ Nun ja … |
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| Der Gesundesser | Der Bio-Esser | Der Schnell-Schlinger |
| In dieser Gruppe überwiegt der Frauenanteil. Mehr Obst und Gemüse, dafür weniger Alkohol und Fleisch.
Menschen dieser Gruppe sind besonders kompromissbereit und offen für neue Erfahrungen, doch ihr Innerstes geben sie nicht ohne weiteres preis. Das hält er lieber unter der Schale. Genauso wie die Banane, die er gerne isst. |
Ein Psychologenteam der Universität Toronto ließ mal seine Probanden zunächst biologische oder konventionelle Lebensmittel einkaufen, und danach stellte man ihnen Aufgaben, in denen ethisches Handeln gefordert wird. Das Ergebnis:
Die Bio-Konsumenten verhielten sich im Ethiktest ziemlich asozial. Sie waren knauseriger, egoistischer – und zeigten eine größere Bereitschaft zum Lügen. Warum? Die Studienleiterin: „Bio-Esser haben einen typischen ethischen Ausweichreflex, ganz nach dem Motto: ‚Wenn ich die Umwelt durch Kauf von Bioprodukten schütze, habe ich meine moralischen Verpflichtungen bereits erfüllt – und dann kann ich mich auch als unsozialer Egoist aufführen.‘ Ich lass das jetzt einfach mal so stehen … |
Um mehr über die Persönlichkeit seines Gegenübers zu erfahren, sollte man nicht nur darauf achten, was das Gegenüber isst, sondern auch, wie.
Der Schnellschlinger, gerne am Thai-Imbiss, im Restaurantbereich der „Tanke“ oder mit Pizza gesehen, will effizient, schnell und multifunktional sein – aber er ist es nicht … Immerhin bringt er durch seine Essgewohnheit zum Ausdruck, dass ihm die Zeit für alles fehlt … Irgendwo ist dieser Mensch nach Meinung der Forscher in der Steinzeit stehen geblieben. Denn das gierige Herunterschlingen stammt noch aus einer Zeit, in der es nur einen Platz gab, an dem das Essen sicher vor Konkurrenten und Verderben war: im eigenen Magen. |
Und nachdem das nun alles geklärt ist, folgt hier auch schon mein zweiter Download-Tipp für Sie – zum langsamen Konsumieren:
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