Wer hatte eig. die Idee, Vuvuzelas zur WM zuzulassen?
Ich gebe es ja zu – ich habe auch eine Vuvuzela. Allerdings habe ich mir die auch schon vor einiger Zeit in Österreich gekauft – und kann deshalb so recht nichts damit anfangen. Denn sie ist nicht schwarz-rot-gold, sondern rot und weiß. Und ich weiß überhaupt nicht, wie man da reinbläst, damit da solche Geräusche herauskommen wie jene, die seit Tagen aus Afrika zu uns dringen…
Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, Vuvuzelas zur WM zuzulassen? Ach ja, Herr Blatter. Der Fifa-Präsident. Der sagt nämlich: „Es ist afrikanische Kultur, wir sind in Afrika und müssen den Afrikanern so viel Kulturausübung erlauben, wie sie nur wollen.“
Das klingt ja gut und nach Völkerverständigung (sofern man sich angesichts zehntausender tönender Vuvuzelas überhaupt verständigen kann). Nuuuuuuuuuur: Wieso ist die Vuvuzela ur-afrikanisch? Sie ist erst vor neun Jahren erfunden worden.
Dazu meint dann auch gleich der Vuvuzela-Experte und Musikethnologe Bernd Clausen von der Universität Würzburg: „Signalinstrumente wie ausgehöhlte Antilopenhörner gibt es in vielen afrikanischen Kulturen und man setzte sie etwa im Schamanismus ein. Das sind jedoch kaum Instrumente mit der schallverstärkenden Trichteröffnung der Vuvuzela, und schon gar keine Plastikgeräte.“ Wo der Experte Recht hat, hat er Recht. Aber vielleicht konnten einfach nicht genug Antilopen geliefert werden. Allerdings berichten Experten, dass sich die Tiere zuweilen heftig wehren, wenn man in ihre Hörner blasen will.
Doch auch zur Kritik an der Globalisierung trägt die Vuvuzela bei:
„Besonders die Medien und die globalen Transportsysteme trieben die Verbreitung in Windeseile an, wobei es auch rasch Produzenten außerhalb Südafrikas gab.“
Das klingt nach einer guten Geschäftsidee. Doch Achtung:
Gründen Sie jetzt KEINE eigene Vuvuzela-Fabrik. Das geht schief. Denn der Vuvuzela-Experte Clausen sagt: „Die Vuvuzela ist eng verbunden mit diesem Event und dessen gemeinsamem Erleben. Fällt dieser Kontext weg, so verstummt und verstaubt das Instrument.“
Ich habe übrigens auch schon meine eigene „Vuvuzela-Erfahrung“ gemacht – mit der, die ich in Österreich gekauft habe:
Es geschah just an dem Tag, an dem ich sie kaufte. Denn als ich mit meinem Neuerwerb nach Hause kam, lag meine Holde im Bett und hielt ein Mittagsschläfchen. Ich dachte, ich überrasche sie mit einem neuen Weckruf. Und obwohl ich am Anfang geschrieben habe, dass ich überhaupt nicht weiß, wie man vorne in die Vuvuzela hineinbläst, um hinten die Geräusche herauszubekommen, die seit Tagen aus Afrika zu uns dringen … ein einziges Mal ist es mir doch gelungen, diesen Ton zu erzeugen.
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