Seit heute bin ich fest davon überzeugt, dass meine Holde mit einem Sieg der deutschen Nationalmannschaft über Argentinien rechnet. Sie hat nämlich unsere Toiletten neu ausgestattet. Mit neuem Toilettenpapier. Aber nicht etwa eines mit Blümchen oder eines in einer besonders bunten Farbe – sondern mit WM-Fußballpapier. Genauer: mit der „Zewa Halbzeit-Edition“ . „Mit Fußballkuriositäten auf jeder Rolle“, verkündet die Packung.
Nun soll es ja immer noch Menschen geben, die von sich behaupten: „Fußball geht mir am … (Sie wissen schon) vorbei.“ Mit der Zewa Halbzeit-Edition kommt dieser Aussage eine ganz neue Bedeutung zu.
Dabei sind die „Fußballkuriositäten auf jeder Rolle“ durchaus berichtenswert – führen allerdings, wie sich bei einer ersten Überprüfung herausstellt, zu einem höheren Toilettenpapierverbrauch. Schließlich möchte der geneigte Leser alle Sprüche kennen, die auf der sich gerade in Gebrauch befindlichen Rolle stehen.
Doch hat meine Holde die Rollen wirklich angeschafft, weil sie davon ausgeht, dass
Deutschland gegen Argentinien gewinnt? Oder hat sie sie nur deshalb gekauft, um einen Spruch zu unterstreichen, den sie neulich durchaus kritisch in Richtung einiger fußballschauender Männer (mich eingeschlossen) geworfen hat: „Wenn es um Fußball geht, redet ihr echt nur Scheiß.“
Wie auch immer:
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36 Grad und es wird immer heißer …
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Checkliste
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Dank der Zewa Halbzeit-Edition weiß ich jetzt wichtige,
smalltalkgeeignete Dinge. Wussten Sie zum Beispiel, dass in der EM-Vorbereitung zur EM 2008 Müllmänner aus Österreich und der Schweiz gegeneinander spielten? Das Spiel endete 7:2 für Österreich.
Ich weiß jetzt auch, dass der Engländer David Pratt 2008 in England bei einem Amateurliga-Spiel schon nach 3 Sekunden Spielzeit die rote Karte bekam. Oder dass 1988 in einem Spiel 44 Elfmeter nötig waren (Endstand: 20:19), um den Sieger zu ermitteln. Auch wann und wo das torreichste WM-Endrundenspiel aller Zeiten stattfand, weiß ich jetzt. Es war 1954 bei der Partie Österreich gegen die Schweiz (diesmal mit den richtigen Spielern). Sie endete 7:5. Ach ja, und das schnellste Tor in der WM-Geschichte erzielte übrigens 2002 Hakan Sükür (Türkei) beim Spiel gegen Südkorea 15 Sekunden nach dem Anpfiff.
Und was darf in der Zewa Halbzeit-Edition nicht fehlen? Richtig. Die Arschkarte. Auch die Herkunft dieses Begriffs wird – passend zum Anlass – erklärt: Der Begriff „Arschkarte“ entstand deshalb, weil Schiedsrichter in der Schwarz-Weiß-Fernsehzeit die rote Karte aus der Gesäßtasche zogen.
Da sage noch einer, dass man nicht doch an jedem noch so kleinen Ort der Welt etwas lernen kann. Oder heißt das jetzt: „Auf jedem noch so kleinen Ort?“ Na, vielleicht bringt Zewa mal die PISA-Pausen-Edition heraus. „Nachhilfe gegen den Durchfall am Ende des Schuljahrs“ oder so ähnlich. Wenn es so weit ist, werde ich berichten.


