Zwei spielfreie Tage. Was in aller Welt kann man da anfangen?

Freitag 2. Juli 2010 von admin
Kategorie: Allgemein |
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mittwoch_020710Spielfrei

Ist das nicht schrecklich? Zwei spielfreie Tage. Was in aller Welt kann ich heute anfangen? Und wie war das noch … damals … bevor die WM begann?

Wie ein Junkie auf Entzug starre ich auf den fußballfreien Fernseher. Der Ball rollt nicht. Die Fanmeilen sind leer. Die Vuvuzelas stumm. Keine Spiele. Keine Tore. Nach 56 Spielen in nur 19 Tagen macht die WM zwei Tage Pause. So etwas ist doch unendlich. Das ist so, als würde man einem Kettenraucher die Zigaretten wegnehmen. Oder Tiger Woods die Nachbarinnen.
Und wo sind Netzer und Kahn? Wo Herr Klopp und Herr Klinsmann?

Doch wenn es nur das wäre … Morgen ist ja auch noch ein spielfreier Tag. Und in der kommenden Woche sieht es noch schlimmer aus …

Am 3.7. zwei Spiele … Dann Pause bis zum 6.7. Und am 8.7. und 9.7. wieder spielfrei … Furchtbar. Gab es denn wirklich ein Leben vor der WM? Wahrscheinlich werden diese Tage genau so, wie es Loriot in seinem legendären Sketch „Der kaputte Fernseher“ beschrieben hat:

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  • Sie: Wieso geht der Fernseher denn grade heute kaputt?
  • Er: Die bauen die Geräte absichtlich so, dass sie schnell kaputtgehen.
  • Sie: Ich muss nicht unbedingt fernsehen.
  • Er: Ich auch nicht. Nicht nur, weil heute der Apparat kaputt ist – ich meine sowieso – ich sehe sowieso nicht gerne Fernsehen.
  • Sie: Es ist ja auch wirklich nichts im Fernsehen, was man gern sehen möchte.
  • Er: Heute brauchen wir – Gott sein Dank! – überhaupt nicht erst in den blöden Kasten zu gucken.
  • Sie: Nee, es sieht aber so aus, als ob du hinguckst.
  • Er: Ich?
  • Sie: Ja.
  • Er: Nein! Ich sehe nur ganz allgemein in diese Richtung. Aber du guckst hin. Du guckst da immer hin.
  • Sie: Ich? Ich gucke dahin? Wie kommst du denn darauf?
  • Er: Es sieht so aus.
  • Sie: Das kann gar nicht so aussehen, ich gucke nämlich vorbei. Ich gucke absichtlich vorbei. Und wenn du ein kleines bisschen mehr auf mich achten würdest, hättest du bemerken können, dass ich absichtlich vorbeigucke. Aber du interessierst dich ja überhaupt nicht für mich.
  • Er: Jajaja! Jaja!
  • Sie: Wir können doch einfach mal ganz woanders hingucken.
  • Er: Woanders? Wohin denn?
  • Sie: Zur Seite, oder nach hinten.
  • Er: Nach hinten? Ich soll nach hinten sehen? Nur weil der Fernseher kaputt ist, soll ich nach hinten sehen? Ich lass mir doch von einem Fernsehgerät nicht vorschreiben, wo ich hinsehen soll!
  • Sie: Was wäre denn heute für ein Programm gewesen?
  • Er: Eine Unterhaltungssendung.
  • Sie: Ach.
  • Er: Es ist schon eine Unverschämtheit, was einem so Abend für Abend im Fernsehen geboten wird. Ich weiß gar nicht, warum man sich das überhaupt noch ansieht. Lesen könnte man stattdessen, Karten spielen oder ins Kino gehen oder ins Theater. Stattdessen sitzt man da und glotzt auf dieses blöde Fernsehprogramm.
  • Sie: Heute ist der Apparat ja nu kaputt.
  • Er: Gott sei Dank! Da kann man sich wenigstens mal unterhalten.
  • Sie: Oder früh ins Bett gehen.
  • Er: Ich gehe nach den Spätnachrichten der Tagesschau ins Bett.
  • Sie: Aber der Fernseher ist doch kaputt.
  • Er: (laut): Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe.

Und ich bleibe heute auch auf. Ich lasse mir doch von der FIFA nicht vorschreiben, wann ich keinen Fußball zu gucken habe … Oder doch?

 

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