Worte, die ich unterschreiben kann
90 Jahre alt ist er. Und so hellwach, als wäre er 50. Sein Wort hat Gewicht. Denn seine Worte sind gewichtig. Ich spreche von Helmut Schmidt, Altkanzler dieser Republik. Vor- und Nachdenker. Jetzt hat er auf zeit.de Fragen zum aktuellen Stand der Politik beantwortet. Eine der Fragen lautete:
ZEITmagazin: Würden Sie sagen, dass das politische Personal heute, im Vergleich etwa zu Ihrer aktiven Zeit, eher mittelmäßig ist?
Die Antwort von Helmut Schmidt:
„Da will ich mir kein Urteil anmaßen. Zu dem Entschluss, einen Teil des Lebens der Politik zu widmen, gehört ein starkes moralisches Motiv.
Für diejenigen, die in der Nachkriegszeit in die Politik gingen, war die Motivlage eindeutig:
Sie wollten ihr Land und ihre Gesellschaft wieder aufbauen, sie wollten eine Zukunft ohne Krieg und Barbarei, Karrierestreben spielte kaum eine Rolle.
Inzwischen haben Jüngere die politische Führung übernommen, denen das moralische Motiv der Kriegsgeneration womöglich fehlt. Das gilt auch für die Managerklasse: Viele Manager fühlen sich heute viel weniger für die eigene Gesellschaft verantwortlich als die Vorstandsvorsitzenden vor einem halben Jahrhundert. Sie sind heute viel mehr am Profit und am eigenen Einkommen orientiert.“
Genau das ist der Punkt. Schauen Sie sich unsere „neuen“ Politiker an. Studierte Menschen zumeist (was an sich ja nichts Schlechtes ist), die es aber in der Regel nie in das „wahre Leben“ geschafft haben. Zum Beispiel Andrea Nahles. Bibliothekarin studiert. Dann in die Politik. Ein Beispiel von vielen – aus allen Parteien. Bodenhaftung: keine.
Und das geht quer durch alle Parteien:
Es geht dem einzelnen Politiker nicht mehr darum, das Wohl des Volkes zu mehren, die Gemeinschaft zu stärken. Es geht um Macht, Fressnäpfe – und, ja auch, um das Durchsetzen eigener Lebensvorstellungen, die als die einzig glückselig machenden gelten dürfen – und entsprechend konsequent durchgesetzt werden, sobald die Machtposition erreicht ist. Die Diskussion um die Abschaffung des Gymnasiums kommt daher, um ein Beispiel zu nennen.
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In vielen Unternehmen ist es nicht anders:
Nicht mehr die Gründergeneration steht Ihnen vor, sondern Menschen, die von den Universitäten weg voll mit theoretischem Wissen und funktionierenden Netzwerken ihre Strategien durchsetzen – und sich dann rechtzeitig absetzen. Herr Midelhoff ist der wohl typischste Vertreter dieser neuen Mischung aus Macht, Arroganz und Ignoranz, die bis auf die kleinste Bereichsleiterebene hin anzutreffen ist.
Konsequenz:
Immer mehr Bürger auf der privaten Seite und Arbeitnehmer auf der anderen Seite setzen sich ab. Innere Kündigung, Wahlverweigerung.
Mein Großvater pflegte noch zu sagen: „Dann schauen wir mal, was wir tun können, damit es besser wird.“
Die junge Führungskraft, mit der ich letzte Woche telefonierte, sagte: „Ich werde hier mal durchputzen, damit das dann so läuft, wie ich es mir vorstelle.“
Zwei Menschen, zwei Jahrzehnte, zwei Welten dazwischen. Zwei richtig große Welten …


Recht hat er.
Ich war aktives Mitglied der SPD von 72 bis 76, bin allerdings ausgetreten, als sie das Grundgesetz in Bezug auf freie Meinungsäußerung ändern wollten.
Aber Personen wie Willy Brandt und Helmut Schmidt,kann keine Partei von heute integrieren, auch wenn es sie gibt.