Wie herrlich man es doch als Mann hat. Theoretisch.

Freitag 23. Juli 2010 von admin
Kategorie: Allgemein |
Merken »
RSS Feed »
Versenden »
Kommentieren »
Twitter Mich »

mittwoch_230710Kleiderordnung

Meine Holde und ich möchten ausgehen. Wir treffen eine Freundin, die sich mit ihrem Mann verkracht hat. Deshalb braucht sie jetzt ein wenig Trost und Zuspruch. Sagt sie.

„Ich bin fertig“, ruft meine Holde aus dem Bad. Mein Startsignal. Denn wenn meine Holde ruft: „Ich bin fertig“, dann bedeutet das: Von nun an bleiben lockere fünfzehn Minuten für mich, um mich um mein eigene Ausgehdress zu kümmern. Wobei ich in der Regel gar nicht so lange brauche. Denn ich bin ein Mann. Ich weiß, was ich anziehe – und ich weiß, was mir steht. Sage ich.

Bei meiner Holden ist das anders.

Allein in der letzten Stunde hat sie mir vier Vorschläge für ihr Heute-Abend-Outfit präsentiert. Die Jeans mit der roten Bluse, den Rock mit der weißen, den Hosenanzug in Grau mit der blauen oder das Kleid (fliederfarben) mit der weißen Jacke. „Gefällt dir das?“, hat sie mich jedes Mal gefragt. Und jedes Mal habe ich pflichtschuldig „Ja“ geantwortet. Denn erstens gefällt mir, was sie anzieht, und zweitens habe ich keine Ahnung, ob die Jeans mit der roten Bluse, der Rock mit der weißen, der Hosenanzug mit der blauen oder das fliederfarbene Kleid mit der weißen Jacke mir besser gefällt. Als Mann fehlt mir ein entscheidendes Gen für solche Fragen. Schlimmer noch:

Ich weiß zwar, ob mir etwas nicht an ihr gefällt – aber das weiß ich erst, wenn sie es anhat, nicht, wenn sie sich ihre Kleider nur vor den Bauch hält. Hat sie das finale Outfit dann aber an, darf ich nicht mehr sagen, dass es mir nicht an ihr gefällt, denn sonst folgt totsicher ein beleidigter Gesichtsausdruck verbunden mit einem „Ich habe es dir doch extra vorher gezeigt“.

Wie herrlich einfach habe ich es da als Mann:

Kaum ertönt also der Ruf: „Ich bin fertig“, der ja nur bedeutet: „Ich brauche noch eine Viertelstunde“, schalte ich langsam, langsam den Computer aus, schreite gemächlich zum Kleiderschrank und hole heraus, was mir gefällt. Das ziehe ich an und schreite ebenso langsam Richtung Ausgangstür, wo ich warte, bis meine Holde irgendwann eintrifft. So einfach ist das mit dem Anziehen. So schnell kann das gehen.

Die Sache hat einen Haken:

Unser Flur geht ums Eck. Ich warte an der Ausgangstür – und irgendwann höre ich meine Holde kommen. Dann sehe ich sie. Dann sieht sie mich. Und dann beginnt der folgende Dialog.

——————————————————————————————————————————————-

Garantiert: Selbst schwierigste Arbeitszeugnisse schreiben Sie jetzt in nur 5 Minuten

Ab sofort können Sie sich das Zeugnisschreiben einfacher machen. Mit den besten anwaltsgeprüften Zeugnisformulierungen 2010 – inklusive der von den Gerichten erlaubten Geheimformulierungen, mit denen Sie auch kritische Sachverhalte im Zeugnis benennen.

Wichtig:
Damit ist dieser Zeugnis-Textbaukasten für Sie auch dann wichtig, wenn Sie gerade selber über einem Arbeitnehmerzeugnis sitzen. Denn „heimliche“ Botschaften enttarnen Sie mit damit sofort.

Deshalb:
Egal ob Sie demnächst ein Zeugnis schreiben oder eines lesen müssen. Gehen Sie auf Nummer Sicher. Klicken Sie zum kostenlosen Download unseres neuen Zeugnistextbaukastens 2010 gleich hier. Er kommt GRATIS und bequem per Sofortdownload zu Ihnen. 1 Klick hier genügt.

——————————————————————————————————————————————-

„Das Jackett passt aber gar nicht zur Hose. Da musst du ein anderes anziehen.“
„Ich finde, dass das Jackett sehr gut passt.“
„Nein, das passt nicht. Da passt nur das helle Jackett drauf.“
„Ich will das helle Jackett aber nicht anziehen.“
„Dann zieh eine andere Hose an. So gehe ich nicht mir dir aus dem Haus.“

Da ich ein folgsamer Mann bin, begebe ich mich seufzend Richtung Kleiderschrank und tausche die Hose. Doch kaum bin ich zurück, geht das Spiel weiter:

„Ich fasse es nicht! Wenn du die Hose tauschst, musst du auch die Socken wechseln. Und diese Hose passt auch nicht zum Jackett. Nimm die dunkelblaue Hose, die passt.“
„Du kannst einen verrückt machen“, antworte ich und begebe mich erneut zum Kleiderschrank, um die Hose UND die Socken zu wechseln.

Die Hoffnung, nach meiner Rückkehr Begeisterung zu ernten, schwindet sofort, als ich den Blick meiner Holden sehe.
Sie schaut mich mit einem langen Seufzer an. „Jetzt passt das Hemd nicht mehr zur Hose.“
„Du hast aber gesagt, dass ich die blaue Hose anziehen soll.“
„Ja natürlich. Aber ich bin davon ausgegangen, dass du weißt, dass dann dein Hemd nicht mehr zur Hose passt. Nimm das hellgelbe Hemd, das sieht nett aus.“

Leicht entnervt gehe ich zurück zum Kleiderschrank und starre auf den Berg an- und ausgezogener Kleider, der sich auf dem Bett stapelt. Also Hemd aus, neues Hemd an, zurück in den Flur.

„Passt das jetzt?“
„Ja. Und wo ist dein Jackett?“
„Auf dem Bett“, grummele ich und eile erneut, um das Jackett zu holen. Ich ziehe es an und präsentiere mich meiner Holden. „Na ja, so geht es“, murmelt sie und beginnt, sich die Schuhe anzuziehen. Auch ich greife nach meinen Lieblingsschuhen und habe den ersten gerade am Fuß, als ein „Moment bitte!“ ertönt.
„Was ist denn jetzt schon wieder?“
„Du willst doch jetzt nicht die braunen Schuhe zu dieser Hose anziehen?“
„Doch, das will ich. Ich will diese Schuhe anziehen. Die habe ich mir extra für heute herausgestellt. Die sind bequem.“
„Aber die passen überhaupt nicht zu der blauen Hose.“
„Zu der anderen Hose hätten sie aber gepasst.“
„Jetzt hast du die blaue Hose an. Und dazu passen sie nicht.“
„Dann ziehe ich halt wieder die erste Hose an.“
„Geht nicht. Die passt nicht zum Hemd.“
„Aber zu den Schuhen.“
„Doch keinesfalls zum Jackett.“
„Dann sag mir halt, was ich anziehen soll. Du meine Güte!“
„Tue ich ja die ganze Zeit. Aber du hörst ja nicht.“
„Was heißt das, ich höre nicht? Bin ich jetzt fünfmal ins Schlafzimmer zum Umziehen gegangen oder du?“
„Hättest du mich gleich gefragt, wäre dir das erspart geblieben.“
„Ich will aber nicht gleich fragen. Ich ziehe mich selber an.“
„Bitte, lauf doch rum, wie du willst.“
„Tu ich auch!“, sage ich wütend und stapfe ins Schlafzimmer, um die erste Hose und das erste Hemd wieder anzuziehen. Dann stapfe ich zurück und greife nach dem hellen Jackett.
„Dann ziehe ich eben das helle Jackett an!“
Meine Holde seufzt: „Aber nicht mit diesen Socken.“
„Die sieht doch keiner“, antworte ich, mit den Nerven am Ende.
„Ich schon. Und auch wenn ich sie nicht den ganzen Abend sehe, weiß ich doch, dass du Socken anhast, die nicht passen. Das macht mich verrückt.“
„Humpf“, sage ich, und es klingt, als würde mir der Dampf schon aus den Ohren kommen. Wütend reiße ich mir im Schlafzimmer die Socken von den Füßen, ziehe die anderen Socken wieder an und stapfe zurück in den Flur.

„Können wir jetzt endlich los?“, frage ich grimmig. „Wir wollen schließlich zu deiner verkrachten Freundin.“
„Ach, jetzt ist es meine Freundin. Hast du nicht gesagt, wir müssen sie aufrichten? Ich mische mich in solche Streitigkeiten eigentlich nie ein.“
„Dass ich nicht lache. Wenn sich einer einmischt, dann wohl doch du!“
„Das ist ja der Gipfel der Frechheit. Habe ich nicht gesagt …“

Lautstark diskutierend verlassen wir das Haus. Laut knallend kracht die Wohnungstür hinter uns ins Schloss. Wütend stapfen wir zum Auto. Ha! Heute werden wir unsere Freundin bestens trösten. Bei Thema Krach kennen wir uns aus …

Ein Kommentar zu “Wie herrlich man es doch als Mann hat. Theoretisch.”

  1. Von Lolita:

    wie leicht es eine Beziehung zu beenden…
    Klamotten und andere kleine Dinge…
    Wäre so einfach…
    aber es ist eben alles viel komplizierte und kleine Streitigkeiten …
    nur morgen schon längst vergessene Sachen…
    So, Herr Stein üben noch mal üben… wenn Sie es meinen dass Sie ein “Meister” wäre in Sachen Mann-Frau-Beratungsstelle…

 

Artikel kommentieren

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus!