Matheaufgaben richtig gelöst, Klassenarbeit bestanden – und dennoch schlechter bewertet worden als die Mitschüler: So geht es den Kevins in Deutschland. Das weiß ich seit heute Morgen. Denn bei der Zeitungslektüre bin ich auf die Studie der Universität Oldenburg gestoßen, wonach Jungen, die den mit Vorurteilen belegten Vornamen tragen, in der Schule schlechter wegkommen.
Um das herauszufinden wurden mehr als 200 Grundschullehrern Aufgabenlösungen von Schülern vorgelegt, die mit unterschiedlichen Namen ausgestattet waren (bei gleicher Anzahl von Fehlern). Und siehe da:
Bei den Jungen schnitten die Kevins in der Summe schlechter ab als die Maximilians oder Alexanders. Auch Mandys, Angelinas, Justins und Maurices konnten im Blindtest nicht punkten. Erklärung in der Studie: Das sind „Unterschichtennamen“ – und die erzeugen Vorurteile…
Falls Sie also gerade Nachwuchs erwarten und noch auf Namenssuche sind:
Kleine Justins, Cedrics, Marvins und Kevins bekommen im Schnitt weniger Punkte als Kinder, die Jakob, Lukas oder Alexander heißen.
Erwarten Sie ein Mädchen, wird es schwerer. Hier hatten Namen aus dem Negativ-Pool (Mandy, Chantal, Celina) sogar einen kleinen Vorteil: Bei der Rechtschreibung wurden sie etwas besser bewertet als Mädchen, die Katharina oder Charlotte heißen.
Aber vielleicht nennen Sie Ihre Tochter dann einfach Katharina-Mandy oder Chantal-Charlotte – und alles wird gut…
Übrigens: Als unerwartetes Nebenergebnis der Studie hat sich gezeigt, was jeder Schüler dieser Welt schon selbst erlebt hat: Lehrer bewerten Lösungen subjektiv! Trotz gleicher Antworten variierten die Bewertungen oftmals um neun von zehn Punkten … Und ich heiße Eduard Bernhard Günter. Da stellt sich doch die Frage: Wie bin ich bloß durch die Schule gekommen?
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