Es muss Gehirnwindungen geben, die im entscheidenden Moment frei haben. Das führt dann unweigerlich zu peinlichen Versprechern. Zum Beispiel, wenn man sich am Kiosk eine Cose Dola statt einer Dose Cola oder im Restaurant einen Kaismolben statt eines Maiskolbens bestellt. Beides ist mir bereits passiert. An beide Begebenheiten musste ich denken, als ich heute im „sozialen Netzwerk“ Xing in einer Gruppe auf das Forum „lustige Versprecher“ gestoßen bin.
- Ein Kollege nannte seinen Fliesenleger kurzlich, äh kürzlich Flusenleger.
- Eine Mitarbeiterin aus der Finanzkommunikation schrieb einmal hartnäckig über „geringwertige Wirtschaftsprüfer“ anstelle von „geringwertigen Wirtschaftsgütern“.
- Eine Mama schreibt: „Mein kleiner Spatz – heute 7 – sagte lange ‚mutbillig‘ statt ‚mutwillig‘.“
- Ein Papa ergänzt: „Zampeljungs und Gummikau“ statt „Champignons und Kaugummi“.
- Eine „Lesya“ sagt: „Meine Versprecher, über die meine Umgebung sich immer amüsiert: ‚mundloses Werk‘, dann versuche ich, mich sofort zu korrigieren: ‚werkloser Mund‘ … Gemeint: ‚loses Mundwerk‘…“
- Auch Kinder haben ja bekanntlich einen „lockeren Werkmund“. Heute auf geschnappt: „Mama, können auch Tiger Vollwut bekommen?“, schreibt eine andere Mama.
Andere Erlebnisse:
Ich war im Krippenspiel der Erzengel Gabriel und mir entfuhr der Satz: „Seht das Kind, es krippt in der Liege …“
Eine ehemalige Kollegin wollte einen Kunden am Telefon nach dem Namen fragen. Sie sprach aber aus: „Darf ich noch Ihren Samen haben?“
Wir haben uns letztens über die teilweise falsche Ernährung von Kindern unterhalten (sehr sozialkritisch), und einer meinte, dass man bei Raviosendoli wohl kaum von gesunder Ernährung sprechen kann.
Und eine Leserin schreibt:
Ein Junge aus meiner Klasse hat mal mit seinem Lehrer diskutiert, warum Brot dumm ist.
Lehrer: „Warum heißt es dumm wie Brot? Wie kommst du darauf, dass Brot dumm ist?“
Diddy: „Ja, Brot macht doch net viel, des chillt doch den ganzen Tag in der Botox rum! …“
Da fällt mir doch gleich die Frage ein:
Was waren Ihre schönsten Verbrecher … Versprecher? Schreiben Sie doch mal. Ich bin gespannt – so gespannt wie Sie hoffentlich auf den zweiten Download-Tipp. Da ist er schon:
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Ein kleines Kind kannte war total verschwitzt, kannte aber nur das Substantiv “Schweiß”. Heraus kam folgender Satz: “Ey, ich bin total verschweißt:”
Wir machen uns öfter einen Spass daraus, die falschen (Fremd-)Wörter zu benutzen, z.B. “so eine Syphilis Arbeit”.
Auch ist es lustig, wenn man zu Physalis die entsprechende Krankheit verwendet, außer im Supermarkt, wenn man seinen Partner in der Obstabteilung fragt: “brauchen wir noch Syphilis zum Frühstück?” Erstaunte Blicke der anderen Käufer sind einem sicher.
Es gibt auch Lebensmittel, gegen die ich algerisch reagiere.
Äh ja … mein peinlichster Versprecher rutschte mir vor ca. 300 gebannt zuhörenden Mitarbeitern heraus, als ich statt von einer geplanten Verschmelzung mit der Verwaltungsgesellschaft die Verschmelzung mit der “Vergewaltigungsgesellschaft” bekanntgab…
Bei einer Freilichtbühnenaufführung von Wilhelm Tell hatte ein Laienschauspielkollege im ganzen Stück nur die Aufgabe aus der Dekoration auf eine Brüstung zu schreiten und den Satz zu sagen: “Ich bin´s der Stier von Uri. Hier bin ich, was soll ich ?”
Der arme Kerl war ein Extremopfer des Lampenfiebers und als er dann endlich dran war schritt er forschen Schrittes auf die Brüstung.
Stolz erhobenen Hauptes und volltönender Baritonstimme sprach er bis zur letzten Reihe:
“Ich bin´s, der Stier von Uri. Hier soll ichm, was bin ich ?”
In der Landeshaushaltsordnung wird eine sparsame Mittelverwendung angeordnet. Fast immer kommt mir aber “sparsame Mittelverschwendung” über die Lippen.
Apropos “Krippenspiel”: Erzählungen meiner Mutter zu Folge hätte ich als Kind bei “Oh, du fröhliche …” immer von der “knabenbringenden” Weihnachtszeit gesungen. Schließlich wurde ja das Jesuskind, vermutlich ein Knabe, geboren. ;-)
Hallo Herr Stein,
ja das mit den Versprechern kenne ich nur zu gut :-) Ich arbeite bei meiner Firma in der Zentrale und bin unter anderem dafür zuständig Geld einzusammeln für besondere Anlässe, z. B. eben wenn jemand heiratet. Vor einiger Zeit wollte meine Kollegin Andrea heiraten. Deshalb schickte ich eine Rundmail an die Firma mit folgendem Text: (…) Da bei Andrea bald die Glocken läuten (…) Jaaa, die Glocken läuten, statt die HOCHZEITSglocken…. Das kam natürlich besonders bei den Herren gut an. Zudem sollte ich erwähnen, dass Andrea aufgrund ihrer etwas fülligeren Figur eine ziemlich große Oberweite hat…
Naja, das war wenigstens eine schöne Anekdote, die wir ihr bei Geschenkübergabe erzählen konnten :-)
ich betrat einen Drogeriemarkt um mir Augen-Makeup zu kaufen, ganz konkret wollte ich einen Highlighter und einen Eyeliner (Frauen wissen was das ist). Die freundliche Drogerieverkäuferin fragte mich nach meinen Wünschen und ich sagte fröhlich: “ich hätte gerne einen Highliner und einen Eyelighter”