Die gute alte Schule war gestern

Freitag 3. September 2010 von Redakteur
Kategorie: Allgemein |
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Flirten ist auch nicht mehr das, was es war …

Was waren das früher noch für Zeiten! In der Disko zum Beispiel. Fand man als junger Mann eine junge Dame nett, blieb einem nur, den ganzen Mut zusammenzunehmen und sie anzusprechen. Das aber sollte man tunlichst erst dann tun, wenn sie sich gerade aus dem Pulk ihrer kichernden Freundinnen gelöst hatte. Sonst konnte es sehr schnell sehr peinlich werden. Ich spreche da – auch wenn ich es ungerne zugebe und blöde Erinnerungen an sehr blöde Momente wieder hochkommen – aus einer gewissen Erfahrung.

Doch egal – denn diese Zeiten sind jetzt ein für alle Mal vorbei:

Das meint zumindest der Informationsdienst Trendletter. Demnach wird zukünftig gar nicht mehr angesprochen – man legt einfach eine Art Visitenkarte auf den Tisch …

Und so funktioniert das in der Praxis:

Eine Frau sieht in einem Café einen Mann, der sie interessiert. Sie legt ihm unauffällig eine kleine schwarze Karte auf den Tisch – und geht weiter. „Kann ich dich wiedersehen?“, steht auf der Karte, außerdem eine Webadresse und das Passwort. Der Angesprochene gelangt damit auf das Profil der Frau – und kann sich dann alles über sie erlesen. Im stundenlangen Flirt herausfinden: „Wer ist sie?“, „Was macht sie?“, „Wie heißt sie?“ … alles kein Problem mehr, seitdem Anbieter wie Cheek’d (www.cheekd.com) oder FlipMe (www.flipmedating.com) dafür die Plattform ins Netz stellen und gestaltete Karten mit Anbahnungssprüchen sowie personalisierten Codes verkaufen.

Bislang gibt es das Ganze nur in den USA. Doch der Trendletter meint:

„Dieses Geschäftsmodell hat große Chancen für Nachahmer in Europa. Es vermeidet die Nachteile der reinen Online-Partnerbörse (geschönte Profile, hoher Zeitverbrauch durch Online-Suche, viele Flops), weil Auswahl und Erstkontakt in der realen Welt stattfinden. Etablierte Anbieter wie Parship oder Neu.de werden auf das neue Format einschwenken müssen – oder Probleme bekommen.“

Nun ja … und wenn dann auch noch der Hollywood-Trend, die Kinder nicht mehr selbst zu machen, sondern aus Afrika einfliegen zu lassen, Schule macht, braucht man eigentlich bald gar nichts mehr selbst zu erledigen.

Da bleibe ich doch lieber bei der guten alten Methode … des Flirtens, meine ich … und halte es so, wie es mir mein Vater stets empfohlen hat:

„Junge, wenn du mal einen Korb bekommst, dann nimm den Korb mit und lass das junge Gemüse liegen.“ Recht hat er. Und jetzt muss ich gleich mal schauen, wo meine Visitenkarten sind.

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