Leichen, Liebe und ein Gläschen Wein
Egal, welche Zeitung ich heute aufschlage, egal, welchen Fernsehsender ich einschalte: An Herrn Sarrazin ist kein Vorbeikommen. Sein neues Buch, obwohl es noch niemand gelesen hat, wird heftig diskutiert. Das erinnert mich an meine Schulzeit. Wie oft haben wir in der Oberstufe über Bücher diskutiert, die keiner von uns gelesen hat. Nicht, dass wir das nicht als Hausaufgabe aufgehabt hätten – aber Reclam sei Dank! (Internet gab es noch nicht) –, auch das „Summary“ reichte meist aus, um zwar nicht kompetent, aber zumindest streckenweise mitreden zu können.
Das hat sich anscheinend geändert. Heute kann man offensichtlich auch ohne jegliche Kompetenz mitreden. Denn etliche (eigentlich alle) der Diskutanten, die heute in Zeitung, Fernsehen und Radio zu Wort kommen, haben offenbar weder eine Zusammenfassung des Buches noch den Klappentext noch irgendetwas zum Buch gelesen. Was sie allerdings nicht daran hindert, eifrig mitzudiskutieren und sich zu empören.
Da das auf Dauer selbst für den geneigtesten Zuhörer / Leser / Zuschauer ein wenig anstrengend ist, wende ich mich von Herr Sarrazin ab und lasse meinen Blick durch die Wohnung schweifen. Schließlich hat ein berühmter Mann einmal gesagt: „Sag mir, was du liest – und ich sage dir, was du bist.“
Und siehe da:
Meine Holde liest gerade einen Krimi. Er heißt „Die Täuschung“ und wurde von einer Dame namens Charlotte Link geschrieben. Er handelt von einem verschwundenen Ehemann, der von seiner Frau gesucht wird, die dann feststellt, dass ihr Mann ein ganz anderer ist, als sie immer dachte, was sie doch sehr frustriert – ebenso wie die Tatsache, dass sie nun auch noch umgebracht werden soll. Also ganz wie bei uns. Oder so ähnlich.
Meine Schweigermutter, die gerade nebst Schwiegerpapa für ein paar Tage zu Besuch weilt, liest „Du stehst in meinen Sternen“ von Claudia Caroll. Oh weh … Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich mir Sorgen um meinen Schwiegervater machen muss. Denn in dem Buch geht es um eine Frau, die genau weiß, dass da irgendwo draußen die große Liebe ihres Lebens wartet. Nach rund 100 Seiten fällt ihr dann sogar ein, wer das ist. Die Sache hat nur einen Haken. Der Kerl ist nämlich bereits vergeben. Ausgerechnet an ihre beste Freundin.
Wer ist eigentlich die beste Freundin meiner Schwiegermutter? Ich muss bei Gelegenheit mal dringend recherchieren …
Mein Schwiegerpapa liest derweil „Schäfers Qualen“. Ein Krimi von Georg Haderer. Recht blutig, wie mir scheint:
Das erste Opfer des Autors wird mit dem Eispickel erschlagen, das zweite Opfer landet – vorab mittels Spritze betäubt – Kopf voran im Betonmischer, das Dritte springt vom Kirchturm und hinterlässt beim Aufprall eine ziemliche Sauerei, das Vierte wird erschossen. Ach ja, und ein Haus fliegt auch noch in die Luft. Mittels Gasexplosion. Alles Sachen, die man im Grunde Tag für Tag zu Haus erlebt …
Und was lese ich?
Ich verrate es gleich. Doch halten wir vorher einmal fest:
- Meine Holde liest von verschwundenen Männern und Frauen, die feststellen, dass der Kerl an ihrer Seite ein ganz anderer ist, als ursprünglich gedacht.
- Meine Schwiegermama erliest sich, wie man seiner besten Freundin den Mann ausspannt.
- Mein Schwiegervater studiert derweil aufmerksam, welche Todesarten man anderen Menschen in möglichst kurzer Zeit zukommen lassen kann …
Ist doch klar, dass ich angesichts dieser brenzligen Situation nur ein äußerst lebensbejahendes Buch lesen kann. Es heißt „Wein“ und wurde von Wiglaf Droste, Nikolaus Heidelbach und Vincent Klink geschrieben. Und denen geht es letztendlich nur darum, zu zeigen, wie, wo und wann sich Wein am schönsten trinken lässt.
Passt irgendwie: Während um mich herum gemordet, geschieden und enttarnt wird, Häuser in die Luft fliegen und Eispickel in fremde Köpfe vorstoßen, sitze ich ganz gemütlich bei dem schönsten aller Getränke, mache mir meine Gedanken – und schaue gemütlich aus dem Fenster. Doch was in aller Welt macht der Betonmischer da? Ich schwöre: Gestern hat der da noch nicht gestanden …
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herrlich! habe mich gerade köstlich amüsiert
allerdings kommen mir zweifel da ich grad sehr fasziniert von Christa Wolf Stadt der Engel bin
Tatort.
Wenn ich Tatort sehe, Weiß ich wie die Ende. Deswegen schaue ich zu Ende um zu wissen, dass ich recht hatte.
Diesmal habe ich mit mein Günther Tatort „Frankfurt“ geschaut, musste ich ihm erklären die Handlung (Drehbuch eben miserabel) Er ist Kriminelle mit noch Krimennelüberkrimenelle Frau (blond) vor 40-50 Jahre brutal wegen kleines Geld bei Raubmord (in paar Sekunden zu erkennen: hübsche Traumfrau jung und angeblich hübsch) sie hat viele umgebracht, dann SuperPolizist bringt sie um…
Nach viele Jahre Knallpunkt: die Rache….Mann (er war sicher immer unschuldig) muss zwar über 30 Jahre absitzen, todeskrank, will Rache nehmen und weiter Mördern….
Und das Warnsignal:
Pass auf…
Sarrazin bald auf die Racheakt: gemeint: Räuber (muslimische Herkunft) über 50 Jahre Sozialwesen abgesaugt…
Falsche Wort falsche Tat…
Typisch Deutsch und
Tatort
Fehlt nur Versicherung, gemeint RisterRenterversicherung, auch Räuber, nur auf feine Art: unterschreibe bitte was … und ca. hundert Jahre bis du schuldig… für Rister für Versicherung, für deutsche Wesen allgemein…
Denen schulde ich plötzlich auch… Nicht plötzlich als Ausländerin schulde ich „ab“ ungeahnte Summen,je ab 1000 Euro: 500 für Gerichte und Rest für cleveren „Anbieter“…
Ich bin zwar keine Muslime aber fast…
Und nur Dumme zahlen was…
O je …
Arme Deutschland keine freihe Meinungsfreiheit ….
Muss Sarrazin deswegen auch in den Knast? Oder kommen nur endlosen Straffen (Geld hohe unbekannt und zu Gute von unbekannten)?
Aber ich muss noch Buch über Nachbarschaft schreiben; den Bitonmischer steht vor der Augen, muss nur ausrechen: wie viel Leichen passen per QM?